Kärntner Forschungsvorstoß zu Lade-Ökosystemen
Die Initiatoren von Shared Charging haben sich „die Entwicklung eines nachhaltigen, kosteneffizienten und inklusiven Ladenetzes“ vorgenommen und geben für ihre Forschungskooperation in der südösterreichischen Region Kärnten ein Volumen von rund 6,4 Millionen Euro an. Damit sei Shared Charging „eine der größten Forschungsinitiativen, die je nach Kärnten geholt wurden“, schreibt Go-e in einer Mitteilung. Der Ladesäulenhersteller aus Feldkirchen agiert als Konsortialführer und fährt fort, dass es sich bei Shared Charging um ein Leitprojekt der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) im Rahmen des Programms „Zero Emission Mobility plus“ handele. Gefördert wird es vom Klima- und Energiefonds des österreichischen Bundesministeriums für Innovation, Mobilität und Infrastruktur.
Neben Go-e sind an der Initiative die folgenden Akteure beteiligt: Alpen Adria Universität Klagenfurt, CISC Semiconductor GmbH, FH Kärnten, Infineon Technologies Austria, Joanneum Research, Kärnten Solar, Kelag, Kärnten Netz, Lakeside Labs, Silicon Austria Labs und Silicon Alps. Zusammen arbeiten sie an Konzepten zur gemeinschaftlich nutzbaren Ladesystemen. Eine Pilotanlage ist am Standort der Kelag Energie & Wärme in Villach geplant. Dieser wird u.a. PV-Anlagen auf Carports, einen Batteriespeicher aus Second-Life-Batterien sowie intelligente Ladelösungen kombinieren – „und bildet damit eine realistische Testumgebung für die E- Mobilität der Zukunft“, wie Go-e mitteilt. Ein Schwerpunkt wird in Villach zudem auf bidirektionales Laden gelegt.
Darüber hinaus sollen in das Vorhaben demografische und topografische Daten sowie Fahrten von Pendlern in Kärnten einfließen. Ziel sei, fundierte und auch auf andere Länder und Gebiete in Europa übertragbare Prognosen darüber zu erstellen, wie viel Strom künftig für das Laden von Elektrofahrzeugen verfügbar sein muss, schreiben die Verantwortlichen.
„Seit der Unternehmensgründung von go-e vor 10 Jahren ist es unsere Hauptmotivation, technologisch innovative Ladelösungen anzubieten, die auch Nichttechniker:innen gern und intuitiv bedienen”, kommentiert Erik Yesayan, CEO von Go-e. „Mit diesem Konzept sind wir Marktführer im Bereich Heimladen von E-Autos im deutschsprachigen Raum. Mit unserer Beteiligung am Shared-Charging-Projekt wollen wir den nächsten Schritt gehen, indem wir mit unserem Know-how dazu beitragen, dass alle Teile der Bevölkerung Zugang zu einer kostengünstigen, auf erneuerbarer Energie basierten Ladelösung von E-Autos bekommen. Die Vision ist, dass es auf jedem bestehenden Parkplatz einen umweltfreundlichen, kostengünstigen Ladeanschluss gibt.“
Weitere Themen, die die Teilnehmer angehen wollen, sind u.a. die dynamische Ausbalancierung von Energieangebot und -nachfrage, die Erstellung von Simulationsmodellen aus Netzsicht oder die Integration sogenannter „Energiesparchips“ in der Leistungselektronik von Ladeinfrastruktur. Von ihrer interdisziplinären Forschung versprechen sich die Projektbeteiligten, neue Technologien „schneller praxisnah erproben zu können“.
Danny Güthlein, Vorstand der Kelag, betont: „Schon heute fahren wir mit Strom günstiger als mit Diesel oder Benzin. Wer eigene Erzeugungsanlagen zum Laden nutzt, steigert nicht nur die eigene Unabhängigkeit, sondern unterstützt durch intelligentes Laden auch das Gesamtsystem – zum Nutzen aller. So entsteht eine Mobilität, die Wirtschaftlichkeit, Umweltschutz und Versorgungssicherheit vereint.“





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