Top-Verantwortlicher für das Model-Y-Programm verlässt Tesla
Die hohe Fluktuation auf Teslas Top-Positionen geht weiter: Mit Emmanuel Lamacchia verabschiedet sich jetzt der für Teslas Topseller verantwortliche Programmmanager. Seit knapp acht Jahren war er bei Tesla, zuletzt als Model-Y-Verantwortlicher. Vor seiner Zeit bei dem texanischen Elektroauto-Pionier arbeitete der Manager für Rolls-Royce-Motoren.
Laut dem Portal Electrek wurden bei Tesla durch das parallele Ausscheiden von Awasthi und Lamacchia die Leiter der eigenen Fahrzeugprogramme binnen eines Jahres komplett ausgetauscht. Lamacchia selbst gibt seinen Rückzug auf Linkedin bekannt: „Nach acht unglaublichen Jahren verlasse ich Tesla. Was für eine Reise! Von der Leitung der Produktentwicklung für die Varianten des Model 3 und Model Y bis hin zum Fahrzeugprogrammmanager für das Model Y, das meistverkaufte Auto der Welt!“
Als Höhepunkt seines Schaffens bezeichnet Lamacchia die Markteinführung des brandneuen Model Y und dabei besonders „die Umstellung aller vier Werke auf drei Kontinenten in nur zwei Wochen. Etwas, das es in der Automobilindustrie noch nie gegeben hatte.“ Tesla habe ihm beigebracht, wie man schnell und sicher arbeitet und wie man von Prototypen auf Millionen von Einheiten skaliert. Wie es bei dem Manager weitergeht, ist offen: „Ich bin gespannt auf die Zukunft. Mehr dazu bald“, schließt Lamacchia seinen Linkedin-Beitrag. Zu seinen Beweggründen äußert er sich nicht.
Letztes Jahr hatten bei Tesla bereits Daniel Ho, Leiter aller Fahrzeugprogramme und verantwortlich für die erfolgreiche Entwicklung des ersten Serienfahrzeugs von Tesla, des Model 3, sowie David Zhang, Teslas zweithöchster Programmmanager für Fahrzeugprogramme nach Ho, das Unternehmen verlassen. Ho wechselte in diesem Zuge nach zehn Jahren Tesla zu Waymo.
Zoomt man aus dem Fahrzeugprogrammen heraus, wird der Exodus von Führungskräften bei Tesla noch deutlicher. Das Manager Magazin fasst zusammen, dass zu den Managern, die Tesla in den vergangenen Monaten den Rücken gekehrt haben, u.a. der Verkaufsleiter für den Nordamerikanischen Markt Troy Jones , der Chef des Teams für Teslas humanoiden Roboter Optimus Milan Kovac sowie der führende Batterie-Verantwortliche Vineet Mehta zählen. Außerdem erregte im Sommer das Ausscheiden von Omead Afshar für Aufmerksamkeit, bis dahin Leiter des Nordamerika- und Europageschäfts. Er soll Medienberichten zufolge entlassen worden sein.
Bei Tesla gab es schon seit jeher eine erhöhte Personalfluktuation, auch im Top-Management. Ein großer Abgang war etwa im Sommer 2023 der langjährige Finanzvorstand Zach Kirkhorn. Für Schlagzeilen gesorgt hat auch die Suspendierung des gesamten Supercharger-Teams von Rebecca Tinucci im Frühjahr 2024 – Tinucci arbeitet inzwischen für Uber. Auch Jenna Ferrua, Teslas Personalleiterin für Nordamerika, hat das Unternehmen dieses Jahr verlassen.
Tesla selbst äußert sich zu seinen Personalien und Hierarchien so gut wie nie. Nach außen wird Tesla nur von drei Führungskräften vertreten: Neben Musk selbst als CEO sind das der Finanzvorstand Vaibhav Taneja und Tom Zhu, Senior Vice President für den Automobilbereich. Zhu, der lange Zeit als interner Hoffnungsträger galt, ist laut einem früheren Bericht des Wall Street Journal Anfang 2024 nach China zurückgekehrt und führt seine Rolle von dort aus.





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