Ohne offizielle Kommunikation: Tesla hat in Grünheide 1.700 Jobs abgebaut

Vor knapp zwei Jahren kündigte Tesla einen massiven Jobabbau an, doch das brandenburgische Werk sollte dabei glimpflich davonkommen – und nur 400 Stellen verlieren. So die offizielle Linie. Nach Recherchen des Handelsblatts hat sich die Belegschaft inzwischen jedoch um mehr als 1.700 Mitarbeiter verkleinert.

tesla gigafactory 4 brandenburg 2024 03 min
Bild: Tesla

Als Quelle nennt das Handelsblatt ein internes Dokument des Wahlvorstands im Tesla-Betriebsrat. Demnach arbeiten im Werk in Grünheide aktuell 10.703 Menschen, bei der Betriebsratswahl vor zwei Jahren waren es noch 12.415, was eine Diskrepanz von besagten gut 1.700 Mitarbeitern bzw. einen Rückgang von 13,8 Prozent ergibt. Eine Anfrage des Handelsblatts, dies zu erklären, ließ Werkleiter André Thierig unbeantwortet.

So drängt sich der Eindruck auf, dass innerhalb von rund zwei Jahren offenbar fast 14 Prozent der Stellen in Grünheide ohne transparente Kommunikation und entgegen anderslautenden Zusagen abgebaut wurden. Das liegt sogar deutlich über dem Schnitt von 10 Prozent Jobstreichungen, die Tesla-Chef Elon Musk im April 2024 über alle Tesla-Standorte hinweg angekündigt hatte. Gut möglich, dass die schwächelnden Neuzulassungen bei Tesla im vergangenen Jahr für ein weitere Negativdynamik bei der Werksauslastung und folglich bei der Beschäftigung gesorgt haben. In den ersten neun Monaten 2025 lag Tesla allein bei den Neuzulassungen in Deutschland rund 50 Prozent unter dem Vorjahr.

Allerdings behauptete Werkleiter André Thierig noch im März 2025 gegenüber dem „Tagesspiegel“, dass es keinerlei Planungen für Produktionsstillstände, Personalabbau oder Kurzarbeit in Grünheide gebe. Laut den Recherchen des Handelsblatt blieb Thierig auch im Herbst noch bei dem Narrativ, dass Stellen immer nur bei „den anderen“ abgebaut würden.

Dem „Spiegel“, der am Morgen ebenfalls über die gut 1.700 gestrichenen Stellen berichtet hat, liegt inzwischen übrigens doch noch eine Reaktion von Tesla vor. Eine Sprecherin des Unternehmens weist demnach die Vorwürfe eines groß angelegten Job-Kahlschlags zurück: „Im Vergleich zum Jahr 2024 hat es keinen nennenswerten Stellenabbau bei der Stammbelegschaft gegeben. Ein solcher ist auch nicht geplant.” Und weiter: Schwankungen der gesamten Belegschaft, zu der auch Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter zählten, seien in dieser Größe „vollkommen normal”. Als Erklärung nannte die Sprecherin den „schnellen Hochlauf der Fabrik”, in dessen Folge der Bedarf an einer flexiblen Zahl von Leiharbeitern abgenommen habe.

handelsblatt.com, spiegel.de

27 Kommentare

zu „Ohne offizielle Kommunikation: Tesla hat in Grünheide 1.700 Jobs abgebaut“
HAF
22.01.2026 um 09:38
Die Wählerliste für eine BR Wahl ist dabei nur bedingt als Grundlage zu gebrauche. Jeder Leiharbeitnehmer, der zum Zeitpunkt der Wahl dort einen Vertrag inne hat, der länger als 3 Monate geht, ist direkt wahlberechtigt. Auch wenn er/sie erst einen Tag im Unternehmen ist und direkt nach den 3 Monaten wieder gehen muss. Daher können Produktionsspitzen und geringere Auslastung (wenn die beiden Extreme rund um die BR Wahl auftreten) auf den ersten Blick ein viel krasseres Bild erzeugen als im gesamten Zeitraum tatsächlich der Fall ist.
Gor
22.01.2026 um 19:47
genauso sieht das aus
UTZ ROGER
22.01.2026 um 23:01
Dort wird weiter abgebaut und der Grund ist Elon Musk! Der Ruf der Firma ist im Keller!Tesla wären Super Fahrzeuge und mit der Europaproduktion weit besser als China Import! Auch umweltfreundlicher erstellt! Aber Elin fährt Tesla an die Wand!
Andreas
24.01.2026 um 08:23
Moin,das finde ich nicht, man kann halten von einem Chef was man will. Ach bei Audi und VW ist bestimmt nicht alles so sauber bei den Aussagen interessiert nur niemand. Die deutsche Gesellschaft ist da eher schuld, wenn man zum Boykott einer Automarke aufruft dann kostet das Arbeitsplätze. Das war gewollt und muss man sich leisten können. Ich fahre Tesla und bin voll zufrieden. Die Marke ist sehr gut,oder Chef na ja. Bin kein Fanboy der Marke
Torsten Sven Birkholz
23.01.2026 um 06:06
Ich finde, das geht ja eigentlich auch gar keinen was an. Wenn Tesla Leute abbaut oder einstellt wird es nicht kommuniziert. Das ist eine Unternehmens Entscheidung. Und in solch einer Wirtschaftlichen Lage immer noch über 10.000 Leute zu beschäftigen das muss man erst mal können. Wir sollten in Berlin und Brandenburg froh sein, dass wir Tesla noch haben, sonst würde das ja noch ganz anders aussehen.
Nicht relevant
24.01.2026 um 04:22
Herr Birkholz, es ist gut, dass es in D Gesetze gibt, die jegliches Fehlverhalten von entweder Privat- oder Juristischen Personen regeln. In diesem Fall gibt es ein Kündigungsschutzgesetz (KSchG) u in diesem ist in Par. 17 eindeutig geregelt, wie sich ein Unternehmen in D ab einer Größe mit einer entsprechenden Anzahl an MA zu verhalten hat.
Werner Horsch
24.01.2026 um 00:34
Tesla ist für Elon Musk eher nur ein Nebengeschäft. Er verdient sein Geld mit Raketen und Satelitensystemen im Weltraum. Indem er Europa ubd Deutschland immer wieder angreift scheißt er sich ins eigene Nest. Dieser Mann ist bescheuert. Aber wie gesagt: Tesla ist nur ein Nebengeschäft für Musk. Ich traue ihm zu schon morgen den ganzen Tesla-Laden zu schließen ohne mit der Wimper zu zucken. Der anerikanische Narzist unterstützt ihn dabei.
EIEDA
23.01.2026 um 12:17
Es soll ja auch noch Gesetze in unserem Land geben - Stichwort Massenentlassungsanzeige. Das hat mit "geht keinen was an" nichts zu tun.
Hannes
25.01.2026 um 08:01
Wie kommen Sie auf Massenentlassungen? Da scheint mir etwas entgangen zu sein, zumal ich bei Tesla in Grünheide arbeite.Ein kleiner Tipp für Sie, einfach mal Dinge hinterfragen.Dass das Handelsblatt nicht gerade eine seriöse Quelle ist, was Tesla Nachrichten betrifft, dürfte sich bei wirklich Interessierten schon herumgesprochen haben.
Margret Günther
24.01.2026 um 06:43
Er kann auch ganz schließen wenn es nicht läuft. Gute Werbung wenn Teslas abgefakelt und zerstört werden in Deutschland besonders in Berlin. Aber was solls mansche denken ja das Bürgergeld kommt vom Staat. Viel Spaß ohne Steuereinnahmen.
stdwanze
23.01.2026 um 11:19
Wer millionenförderung bekommt hat sein recht auf intransparenz verloren.
G. P.
24.01.2026 um 10:04
Tatsächlich erhaltene Förderung für die Gigafactory Grünheide: 0 Euro (keine Auszahlung bisher).  Geplante, aber nicht genommene Förderung: bis zu ca. 1,13 Milliarden Euro aus EU-Programmen und kleinere Landes- bzw. regionale Fördermittel.
MWF
23.01.2026 um 11:15
Wie viel MA und Werke hat die VW-Group mit Porsche/VW/Audi noch abgebaut/zugesperrt?Anstatt sich drüber zu freuen, dass es Tesla angeblich (in D) nicht gut geht, sollten wir dankbar sein, dass ein amerikanischer Konzern überhaupt ein Werk in D baut und tausende Mitarbeiter einstellt und heir Mehrwert und Steuern zahlt. Man hätte das auch in Ungarn machen können wie die BMW AG.
Beta
23.01.2026 um 15:47
Wieder ein an den Haaren herbeigezogener Kommentar von immer den gleichen Leuten die krampfhaft und kindisch versuchen ihren Helden zu verteidigen.
Muskisdoof
23.01.2026 um 14:44
BMW betreibt alleine 4 große Fahrzeugwerke + Motorrad + Batterien + Gießerei etc.etc.etc. in Deutschland. Dass da ein Werk auch in Ungarn gebaut wir ist doch vollkommen legitim. Und im Gegensatz zu Tesla baut BMW eben nicht ohne Kommentar stellen ab.
Silverbeard
24.01.2026 um 14:00
BMW wird Leiharbeitsverhältnisse auslaufen lassen, wenn das Personal nicht gebraucht wird. Genauso wie jeder andere Autohersteller in Deutschland. Bei Leiharbeit ist das keine Kündigung, die öffentlich gemacht wird.
Dan
23.01.2026 um 12:18
Ich wundere mich über die "Verwunderung". Einerseits wurde Tesla image-technisch massiv durch den Dreck gezogen und es fand besonders in DE ein regelrechtes Tesla Hating statt ("I bought this car before Elon went crazy") - zu Recht oder zu Unrecht sei mal dahingestellt. Die Verkaufszahlen brachen ein und jetzt wundert man sich dass das deutsche Werk Stellen streicht und Mitarbeiter abbaut. Die Wechselwirkungen in unserem markt-basiertem Wirtschaftsystem scheinen vielen nicht geläufig zu sein. Im Endeffekt hängen unsere Arbeitsplätze an Verkaufszahlen und Profitabilität - wenn diese nicht gegeben sind - gibt es auch weniger Jobs.
Günter Bricht
24.01.2026 um 09:54
„es fand besonders in DE ein regelrechtes Tesla Hating statt“dann kommt ein Englischsprachiges Zitat„I bought this car before Elon went crazy„Dir scheint nicht mehr zu helfen zu sein. Tesla for ever oder?
Andreas
23.01.2026 um 14:33
In dem oben verlinkten Artikel auf electrive vom 15.04.2024 steht: "... berichtete das „Handelsblatt“ am frühen Montagnachmittag unter Berufung auf zwei interne Quellen, dass das Unternehmen dort rund 3.000 der insgesamt 12.500 Beschäftigten entlassen wird." Der aktuelle Artikel im Handelsblatt ist also wohl unsinnig, und der Artikel von Electrive scheint auch wenig reflektiert.
Dns
23.01.2026 um 15:10
Tesla hat vor 2 Jahren angekündigt weltweit über 10% der Belegschaft zu reduzieren. Jetzt haben sie halt 13% weniger indem sie Zeitarbeiter nicht übernommen haben, Stellen nicht nachbesetzt haben und satte Abfindungen an die junge Belegschaft gegeben haben. Ich versteh den Aufschrei nicht. Sie dürfen rein regulatorisch nicht einfach Leute massenhaft kündigen.
Peter
23.01.2026 um 19:25
Naja, die deutschen Medien haben ja auch alles daran getan, Tesla schlechtzumachen und Musk schlechtzumachen. Und jetzt werden halt Leute entlassen –> das ist eben die Konsequenz, wenn man nicht weiter als drei Meter denkt. Wenn es etwas positives für Tesla oder Musk gab, wurde direkt etwas negatives gesucht. Wird bei deutschen Herstellern nicht gemacht komisch...
Manfred Koschnick
23.01.2026 um 21:12
Nicht allein die Medien haben Must schlecht geredet. Auch Elon Musk trägt dafür Verantwortung. Wenn man mit dem Autokauf auch eine exzentrische rechtsradikale Weltanschauung unterstützt, wird es halt schwierig. Er hätte Trumps Politik und Tesla nicht öffentlich so vermischen dürfen.
Martin g.
24.01.2026 um 08:32
Das sich solche Fakenews halten und nicht hinterfragt werden ist schon erschreckend. Wer über die Gründe von weniger Leiharbeitern bei Tesla erfahren möchte und ja es wurde offiziell angekündigt, kann sich das hier mal anschauen: https://youtu.be/BkW5DKHjhHo?si=4PE-IW5iJsknHb1fAber geziehltest Tesla Bashing verkauft sich eben gut.
Lothar Sündermann
24.01.2026 um 09:25
Tesla ist einfach zu teuer und ist wegen seiner sehr teuer und die Verarbeitung seiner Fahrzeuge in der Herstellung eine Katastrophe. Diese Fahrzeuge sind mit sovielen Mängeln behaftet. Ich fand die Fahrstühle wirklich mal gut aber als ich erfahren habe wie der musk die Muskeln gegen seine eigene Kundschaft (sehr teurer Wartungs Service, horrende Preise ersatzaccus, Fehler in Software und Hardware), hab auch ich meine Meinung geändert und würde in diesem Fall sogar ein deutsches e Auto kaufen. Und das heißt schon was. Ich sagte "würde" es war ein verhältnismäßiger Vergleich. Selbstverständlich kaufe ich mir einen Chinesen
Rasmus Smart
24.01.2026 um 12:09
Herr Musk hat sich seinen miserablen Ruf höchstselbst hart erarbeitet. Das er trotz zahlreicher Eskapaden, die geschäftliche Verluste zur Folge hatten, immer noch mit grenzwertüberschreitendem Verhalten fortfährt, lässt mich annehmen, dass der CEO von Ryanair mit seiner Meinung über Herrn Musk wohl richtig liegen muss.
Alfons Dettling
24.01.2026 um 12:52
Leider ist es nicht so, wie die meisten Menschen schreiben. Es war vorauszusehen, wenn die deutschen Autobauer auf die Elektromobile aufspringen, hat Tesla keine Chance. Habt ihr schon mal einen Tesla gefahren? Außerdem ist er nicht für unser Klima geschaffen.
Hannes
25.01.2026 um 08:10
Genau wegen dem Klimaproblem hat man die Möglichkeit in den Einstellungen den Marsmodus auszuwählen ;).Mal unter uns, Sie wissen aber schon was Sie da schreiben?Nur mal zur Info, nur etwas 1/12 der Jahresproduktion in Grünheide wird in Deutschland verkauft. Der große Rest wird exportiert.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert