E-Passagierfähre von Hyke hat 14 Monate Dauerbetrieb im ÖPNV absolviert

Das norwegische Unternehmen Hyke hat in Fredrikstad einen Dauertest seiner E-Passagierfähre Hyke F-15 Shuttle durchgeführt. Nach 14 Monaten im täglichen Einsatz im öffentlichen Nahverkehr wurden sehr niedrige Energiekosten und eine hohe Fahrgastnachfrage nachgewiesen.

Hyke f shuttle
Bild: Hyke

Während bei elektrischen Passagierfähren zuletzt vor allem das schwedische Unternehmen Candela und die neuseeländische Firma Vessev mit ihren ausgefallenen E-Trageflügelbooten das Licht der Öffentlichkeit gesucht haben, hat das norwegische Unternehmen Hyke die letzten Jahre eher im Stillen vor sich hin gearbeitet. Jetzt zeigt sich: Die 2023 vorgestellte und 15 Meter lange Elektrofähre von Hyke für 50 Passagiere hat mittlerweile einen anspruchsvollen Dauertest hinter sich.

Denn das Hyke F-15 Shuttle genannte Elektroboot wurde zwischen April 2024 und Juli 2025 im städtischen Verkehrsnetz von Fredrikstad (Norwegen) auf der Strecke Bekkhus–Vaterland täglich eingesetzt. Es beförderte in dieser Zeit über 41.000 Fahrgäste. Allerdings lief das offenbar nicht ganz so reibungslos, wie Hyke nun einer Pressemitteilung den Eindruck erweckt. Denn laut der Gemeinde Fredrikstad konnte die Fähre „aufgrund betrieblicher Schwierigkeiten“ deutlich weniger genutzt werden als geplant, zudem gab es mit der Zeit eine sinkende Nutzerzahl. Das ursprünglich nur von April 2024 bis April 2025 angelegte Projekt wurde demnach um drei Monate verlängert, um bessere statistische Daten zu erhalten.

Bei dem Dauertest in Fredrikstadt ging es um eine sehr kurz Strecke von nur 225 Meter über den Fluss Glomma, der durch das Stadtgebiet von Fredrikstad verläuft. Damit wollte Hyke gemeinsam mit der Stadt Fredrikstad unter Beweis stellen, dass die elektrische Passagierfähre gut im hochfrequentierten städtischen Nahverkehr genutzt werden kann. Dabei war das Projekt von Anfang an befristet und in das des EU-geförderten Projekt SUM (Seamless Urban Mobility) eingebetet, worin Fredrikstad innerhalb des Horizon-Europe-Programms als eines von neun sogenannten „Living Labs“ fungiert.

„Das Projekt zeigt, dass unsere städtischen Gewässer viel effizienter genutzt werden können. Anstatt Tunnel zu graben oder Brücken zu bauen, was enorm kostspielig ist, können elektrische Fähren schnell eingesetzt werden, um große Fahrgastmengen zu befördern“, sagt Halvor Vislie, CEO von Hyke. „Gemeinsam mit der Stadt Fredrikstad haben wir gezeigt, dass die Hyke F-15 als Teil des täglichen öffentlichen Nahverkehrs effizient, leise und mit hoher Fahrgastakzeptanz betrieben werden kann.“

Mit einem bis zu 88 Prozent geringeren Energieverbrauch als Dieselschiffe setzt die Hyke F-15 Shuttle neue Maßstäbe in Sachen Effizienz, gibt das Unternehmen an. Sie verbraucht demnach etwa so viel Strom wie fünf Haushaltshaartrockner.

Die Hyke F-15 Shuttle ist ein vollelektrisches Passagierschiff für bis zu 50 Personen, das für kurze Stadtfahrten und den kommunalen Personenverkehr entwickelt wurde. Das Schiff kombiniert eine Leichtbauweise mit einem energieeffizienten Antriebssystem und ermöglicht so einen längeren Betrieb bei minimalem Energieverbrauch. Das Schiffsgewicht beträgt ca. 12 Tonnen und die Batteriekapazität. 188 kWh (brutto) Angesichts eines niedrigen Energieverbrauchs von 10–12 kWh pro Stunde ist eine Betriebsdauer von ca. 10 Stunden pro Ladung möglich, so der Hersteller.

hykeelectricferries.com, fredrikstad.kommune.no (Norwegisch)

6 Kommentare

zu „E-Passagierfähre von Hyke hat 14 Monate Dauerbetrieb im ÖPNV absolviert“
Michael
23.04.2026 um 21:21
Und nicht eine Solarzelle auf dem Dach? Bei dem Verbrauch könnte das Ding fast autark fahren.
Denken
24.04.2026 um 17:39
Die Fähre hat ein Dach voller PV: (https://hykeelectricferries.com/our-electric-ferry-shuttle/#solar) Zitat: " Integrated rooftop solar panels enable the possibility of self-propulsion on solar power alone while reducing reliance on shore charging. The panels are built seamlessly into the vessel’s roof for a sleek, durable finish. This innovation strengthens the efficiency and sustainability of the Electric Ferry, enabling cleaner operations across urban and coastal waterways.[...] Key Benefits: - Solar-only capability [...]".
rue
24.04.2026 um 08:42
Vielleicht sollte man aber auch noch erwähnen, dass in Norwegen schon sehr viele (Auto-)Fähren bereits elektrisch unterwegs sind...sicher ist dieses Projekt ein spezieller Anwendungsfall, nur war ich bei meinem Norwegenbesuch vor ein paar Jahren erstaunt, dass man als Fahrgast auf einer Fjordüberquerung den Unterschied eigentlich nur am selbstkontaktierenden Ladestecker...
Peter
24.04.2026 um 14:53
Ich Deutschland bekommt Mann 3 Nord Ostsee Kanal Fähren , für 8 Pkws nicht wirklich zum laufen seid mehr als 3 Jahren 😁 im Probe Betrieb mit Monaten von ausfall und dann noch die Schwebe Fähre in Rendsburg auch Dauer Baustelle. Ich kann nur sagen herzlichen Glückwunsch
Hans-Jürgen Pfisterer
25.04.2026 um 07:50
Der Fährverkehr zwischen Norddeich Mole und Norderney wird durch die Reederei Norden-Frisia ebenfalls mit einer vollelektrischen Fähre realisiert. Neben der Fähre gibt es einen Photovoltaik-Carport und einen innovativen softwarekonfigurierbaren Batteriespeicher (AC-Batterie) der die entsprechende Energie erzeugt/speichert und während des 30 minütigen Aufenthalts die Fähre mit einer Leistung von 1,8MW lädt. In den Zeiten wenn die Fähre nicht im Hafen geladen wird werden über 200 E-Fahrzeuge durch die erzeugte PV-Energie geladen. Ein sehr gelungenes Projekt welches zeigt das Innovationen auch in Deutschland umgesetzt werden können und die Welt ein wenig besser machen.
Florian Treiß
25.04.2026 um 09:24
Tolles Beispiel! Unseren Artikel dazu finden Sie hier: https://www.electrive.net/2025/02/13/dienstantritt-elektro-faehre-e-kat-erreicht-einsatzort-in-der-nordsee/

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