Kia bringt neue Karosserie- und Batterie-Variante des PV5 Cargo
Die beiden neuen Varianten des PV5 Cargo gaben auf der Commercial Vehicle Show 2026 in Birmingham (21. bis 23. April) ihr Europadebüt. Genauere Infos zur Markteinführung und weitere Details zu den Spezifikationen will Kia aber erst zu einem späteren Zeitpunkt bekannt geben – etwa die Preise.
Zur Premiere in Birmingham nennen die Koreaner aber schon die wichtigsten Eckdaten zu den beiden neuen Karosserie-Varianten, die schon lange angekündigt waren. Der neue PV5 L2H2 ist mit 4,67 Metern genauso lang wie der bekannte L2H1, aber eben etwas höher – mit 2,21 statt bisher 1,82 Metern. Die rund 30 Zentimeter Differenz schlagen sich auch 1:1 im Laderaum nieder: Die Länge (2,25 m) und Breite (1,57 m) bleiben gleich, der Laderaum im L2H2 ist nun 1,82 Meter hoch, im L2H1 sind es nur 1,52 Meter.
Das wichtige Volumen des Laderaums steigt von 4,4 Kubikmetern im L2H1 auf über fünf Kubikmeter nach VDA-Norm, so Kia. Genau genommen sind es 5,165 Kubikmeter oder 5.165 Liter. Obwohl der PV5 im S-Van-Segment angesiedelt ist, sei das „eine Kapazität, die üblicherweise eher im M-Van-Segment zu finden ist“. „Damit richtet sich das Hochdachmodell an Kunden, die einen Transporter mit einem ausgewogenen Verhältnis von Fahrzeuggröße und Nutzlastkapazität suchen“, heißt es in der Mitteilung.
Außerdem kündigt das Unternehmen „funktionale Verbesserungen“ für das Hochdach-Modell an. Je nach der gewählten Sonderausstattung oder dem bestellten Zubehör ist zum Beispiel ein Airline-Schienensystem im Laderaum erhältlich, um die Ladung flexibel und sicher fixieren zu können. In der Fahrerkabine kann statt zwei Einzelsitzen auch eine Dreier-Sitzbank bestellt werden. Mit den beiden Einzelsitzen gibt es zudem die Option, anstelle der festen Trennwand eine Durchgangsmöglichkeit vom Fahrerbereich zum Laderaum zu erhalten.




Die ebenfalls in Birmingham vorgestellte Kurzversion L1H1 ist für die urbane Logistik und Serviceflotten optimiert – laut Kia durch seine gute Manövrierbarkeit auf engem Raum. Zahlen hierzu werden aber nicht genannt. Statt auf 4,4 Kubikmeter Ladevolumen wie die niedrige L2-Ausführung soll der L1H1 auf noch 4,03 Kubikmeter (nach VDA) kommen. Mit 4,50 Metern ist der L1 rund 20 Zentimeter kürzer als die L2-Modelle, was ausschließlich auf den hinteren Überhand von nur noch 73 Zentimetern zurückzuführen ist – der Radstand bleibt mit drei Metern unverändert. Beim neuen L2H2 gibt Kia hingegen 93 Zentimeter beim hinteren Überhang an.
Wie Kia zudem mitteilt, stehen für beide neuen Varianten drei Batterien mit Kapazitäten von 43,3 kWh, 51,5 kWh oder 71,2 kWh zur Wahl. Der bisher bestellbare PV5 Cargo L2H1 wurde nur mit 51,5 oder 71,2 kWh angeboten. Die zusätzliche Option einer 43,3-kWh-Batterie mit LFP-Zellen war aber schon angekündigt, wenn zum Beispiel Lieferdienste nur in einem fest definierten Gebiet unterwegs sind und keinen größeren Akku für weite Strecken benötigen. Neben dem DC-Schnellladen in rund 30 Minuten von zehn auf 80 Prozent unterstützt der PV5 auch das AC-Laden mit 22 kW.
Die Preise nennt Kia noch nicht. Allerdings liegt nahe, dass der L1H1 mit der 51,5-kWh-Batterie etwas günstiger sein dürfte als der bekannte L2H1 (in Deutschland ab 32.932,77 Euro netto), der L2H2 hingegen etwas teurer. Gleiches gilt für die große Batterie, die in Verbindung mit dem L2H1 in Deutschland mit 36.810,92 Euro netto in der Liste steht. Wie der 43,3 kWh große LFP-Akku eingepreist wird, ist noch nicht bekannt.
Neben den nun drei Varianten des PV5 Cargo bietet Kia auch den PV5 Chassis Cab (ein Fahrgestell mit Fahrerhaus) und Umbauversionen wie den PV5 Crew Van an. Für gewerbliche Personentransporte und Privatkunden gibt es zudem den PV5 Passenger, der derzeit als Fünfsitzer erhältlich ist – hier unser Fahrbericht. Weitere Passenger-Varianten mit mehr Sitzplätzen sollen folgen. Um noch mehr Anwendungen abzudecken, sollen 2027 der größere PV7 und 2029 der PV9 folgen. Mit insgesamt mehr als 40 Karosserievarianten will Kia im Zuge seiner PBV-Strategie „Unternehmen hochgradig anpassbare Mobilitätslösungen anbieten, die auf die vielfältigen Anforderungen von Kunden und Unternehmen zugeschnitten sind“.
„Mit der Einführung des PV5 Cargo Hochdach und des PV5 Cargo Standard erweitern wir unser PBV-Angebot, um ein breiteres Spektrum professioneller Einsatzmöglichkeiten in Europa abzudecken“, sagte Erhan Eren, PBV-Direktor bei Kia Europe. „Die verschiedenen Varianten stehen für einen Ansatz, der es Kunden ermöglicht, die Fahrzeugspezifikationen an ihre betrieblichen Anforderungen anzupassen. Die Hochdachvariante bietet ein größeres Ladevolumen und zusätzliche Funktionalität für anspruchsvollere Anwendungen, die kürzere Variante ermöglicht einen effizienten Einsatz in Innenstädten, wo Wendigkeit ausschlaggebend ist.“





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