Tesla will Grünheide-Belegschaft um 1.000 Personen erweitern
Den Ausbau der Belegschaft hat Tesla gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (DPA) bestätigt. Wenn der Ausbau, der kurzfristig erfolgen soll, abgeschlossen ist, sollen rund 11.700 Menschen im Werk Grünheide arbeiten, so die DPA.
Vor etwas mehr als zwei Jahren kam die deutsche Tesla-Fabrik noch auf 12.400 beschäftigte. Anfang Januar wurde im Vorfeld der später höchst umstrittenen Betriebsratswahl berichtet, dass in einem internen Dokument des Wahlvorstands nur noch 10.703 Angestellte genannt wurden – eine Diskrepanz von 1.700 Mitarbeitern. Tesla dementierte damals einen „nennenswerten Stellenabbau bei der Stammbelegschaft“ und bezeichnete die Schwankungen der gesamten Belegschaft, zu der auch Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter zählten, bei einem Werk dieser Größe als „vollkommen normal“. Eine Ansicht, die von dem nun kurzfristigen Ausbau um 1.000 Stellen untermauert wird.
„Die Geschäftsführung der Gigafactory Berlin-Brandenburg hat heute bekanntgegeben, dass sie bis Ende Juni 1.000 neue Arbeitsplätze schaffen wird, um die Wochenproduktion ab dem 3. Quartal um circa 20 Prozent zu steigern“, erklärte Tesla. Erste Einstellungen seien schon ab Mai geplant. „Dies ist eine direkte Reaktion auf die gestiegene Nachfrage nach dem Model Y.“ Tatsächlich hat die Nachfrage zuletzt wieder angezogen, der März 2026 war in Deutschland für Tesla wieder ein starker Monat und auch auf EU-Ebene lief es für Tesla nach einem durchwachsenen Jahr 2025 wieder ungleich besser, wie die heute veröffentlichen Zahlen des europäischen Branchenverbands ACEA zeigen. Als Treiber der Nachfrage gelten die günstigeren Versionen des Model Y, die seit dem vergangenen Herbst auf dem Markt sind.
Im Zug der Einstellungsrunde will Tesla zudem voraussichtlich rund 500 Leiharbeitnehmerinnen und -arbeitnehmer im Laufe des Jahres in feste, unbefristete Arbeitsverhältnisse übernehmen, wie die DPA weiter schreibt. Unabhängig davon habe die Suche nach mehreren hundert neuen Beschäftigten für die Batteriezellfertigung begonnen, die in der ersten Jahreshälfte 2027 starten soll.
Anfang März gab es einen Bericht, wonach 2025 in Grünheide nur 149.040 Model Y gebaut worden seien, was bei einer Kapazität von 375.000 Autos pro Jahr einer Auslastung von nur rund 40 Prozent entsprochen hätte. Grünheide-Werkleiter André Thierig hatte aber umgehend widersprochen und über 200.000 Einheiten für das Jahr 2025 genannt. Auch die IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen, die mit Thierig rund um die Betriebsratswahl eigentlich im Clinch lag, sprang dem Tesla-Manager bei: „Wir kennen keine genauen Zahlen, aber unserer Einschätzung nach müssten es über 200.000 gewesen sein.“ Mit der jetzt angekündigten Einstellungsrunde und den steigenden Zulassungszahlen dürfte nun klar sein, dass auch die Produktion in Grünheide anzieht – denn das dort gebaute Model Y ist nach wie vor die wichtigste Baureihe von Tesla in Europa.





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