Tesla will Grünheide-Belegschaft um 1.000 Personen erweitern

Tesla plant, die Belegschaft in seinem deutschen Werk in Grünheide um 1.000 Mitarbeitende zu erweitern – und das sogar kurzfristig. Hintergrund soll die steigende Nachfrage nach dem Model Y sein, das Tesla in seinem einzigen Europa-Werk für die hiesigen Märkte fertigt.

tesla gigafactory 4 brandenburg 2024 02 min
Bild: Tesla

Den Ausbau der Belegschaft hat Tesla gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (DPA) bestätigt. Wenn der Ausbau, der kurzfristig erfolgen soll, abgeschlossen ist, sollen rund 11.700 Menschen im Werk Grünheide arbeiten, so die DPA.

Vor etwas mehr als zwei Jahren kam die deutsche Tesla-Fabrik noch auf 12.400 beschäftigte. Anfang Januar wurde im Vorfeld der später höchst umstrittenen Betriebsratswahl berichtet, dass in einem internen Dokument des Wahlvorstands nur noch 10.703 Angestellte genannt wurden – eine Diskrepanz von 1.700 Mitarbeitern. Tesla dementierte damals einen „nennenswerten Stellenabbau bei der Stammbelegschaft“ und bezeichnete die Schwankungen der gesamten Belegschaft, zu der auch Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter zählten, bei einem Werk dieser Größe als „vollkommen normal“. Eine Ansicht, die von dem nun kurzfristigen Ausbau um 1.000 Stellen untermauert wird.

„Die Geschäftsführung der Gigafactory Berlin-Brandenburg hat heute bekanntgegeben, dass sie bis Ende Juni 1.000 neue Arbeitsplätze schaffen wird, um die Wochenproduktion ab dem 3. Quartal um circa 20 Prozent zu steigern“, erklärte Tesla. Erste Einstellungen seien schon ab Mai geplant. „Dies ist eine direkte Reaktion auf die gestiegene Nachfrage nach dem Model Y.“ Tatsächlich hat die Nachfrage zuletzt wieder angezogen, der März 2026 war in Deutschland für Tesla wieder ein starker Monat und auch auf EU-Ebene lief es für Tesla nach einem durchwachsenen Jahr 2025 wieder ungleich besser, wie die heute veröffentlichen Zahlen des europäischen Branchenverbands ACEA zeigen. Als Treiber der Nachfrage gelten die günstigeren Versionen des Model Y, die seit dem vergangenen Herbst auf dem Markt sind.

Im Zug der Einstellungsrunde will Tesla zudem voraussichtlich rund 500 Leiharbeitnehmerinnen und -arbeitnehmer im Laufe des Jahres in feste, unbefristete Arbeitsverhältnisse übernehmen, wie die DPA weiter schreibt. Unabhängig davon habe die Suche nach mehreren hundert neuen Beschäftigten für die Batteriezellfertigung begonnen, die in der ersten Jahreshälfte 2027 starten soll.

Anfang März gab es einen Bericht, wonach 2025 in Grünheide nur 149.040 Model Y gebaut worden seien, was bei einer Kapazität von 375.000 Autos pro Jahr einer Auslastung von nur rund 40 Prozent entsprochen hätte. Grünheide-Werkleiter André Thierig hatte aber umgehend widersprochen und über 200.000 Einheiten für das Jahr 2025 genannt. Auch die  IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen, die mit Thierig rund um die Betriebsratswahl eigentlich im Clinch lag, sprang dem Tesla-Manager bei: „Wir kennen keine genauen Zahlen, aber unserer Einschätzung nach müssten es über 200.000 gewesen sein.“ Mit der jetzt angekündigten Einstellungsrunde und den steigenden Zulassungszahlen dürfte nun klar sein, dass auch die Produktion in Grünheide anzieht – denn das dort gebaute Model Y ist nach wie vor die wichtigste Baureihe von Tesla in Europa.

handelsblatt.com

9 Kommentare

zu „Tesla will Grünheide-Belegschaft um 1.000 Personen erweitern“
Volker Jaschke
24.04.2026 um 08:35
Das nennt man Hire&Fire. War doch klar wen man sich da ins Land holt.
Nicole H.
24.04.2026 um 13:40
Macht hier ZF genauso, Arbeitsverträge von 3 bis 9 Monate ohne Aussicht auf Übernahme oder Zeitarbeit für ZF dann maximal 2 Jahre... okay ist ja "nur" ein Zulieferer
WH
24.04.2026 um 12:55
Wieviele Stellen baut VW gerade ab? 1000? oder mehr?
Lars
24.04.2026 um 12:33
Naja. Das ist so als würde der Handwerker von nebenan jedes Jahr einen seiner Mitarbeiter tauschen. Von Hire-Fire kann da noch keine Rede sein. Ist bei den Gesetzen hier auch nicht möglich, ganz nebenbei.
Musicman
24.04.2026 um 10:56
Glücklich wer nicht für amerikanische Unternehmen arbeiten muss. Einer der vielen Gründe warum ich Produkte amerikanischer Firmen wie die Pest meide.
Frank H
25.04.2026 um 19:07
Tesla kann machen was sie wollen, es gibt, egal was ist , immer irgendeinen der das Haar in der Suppe findet. Wenn Tesla die kalte Fusion für alle entwickeln würde, wären hier die ersten Kommentare: "Siehste, klassische Thermodynamik , somit Wasserdampf und Turbinen, können die auch nicht." 1000 neue Arbeitsplätze? Daumen hoch.
Frank H
25.04.2026 um 18:58
Welches OS oder Browser benutzen Sie? Schon mal Miracoli oder ein Snickers etc. gegessen. Procter and Gambler sagt Ihnen wahrscheinlich auch nichts. In letzter Zeit Filme oder Musik konsumiert? Wenn Tesla 1000 Arbeitsplätze bei uns schafft, dann ist das Positiv. Haben Sie eine ähnliche Nachricht von VW, BMW, Opel, Ford oder Mercedes Benz in der letzten Zeit gehört?
sebastian
24.04.2026 um 21:47
Finde ich gut. Würdest du die US-Produkte öffentlich nutzen, ruiniert das vermutlich nur das Image dieser Unternehmen. Setze lieber weiter auf Chinesen. Für Chinesen zu arbeiten, ist bekanntlich wie ein Wellnessurlaub.
Thorben
24.04.2026 um 14:17
Unsinn und Diffamierung. Das hat mit Hire & Fire rein gar nichts zu tun. Tesla sorgt als größter privater Arbeitgeber in der Region südöstlich am Stadtrand von Berlin für erhebliche Zukunftsinvestitionen und einen spürbaren Aufschwung der lokalen und regionalen Wirtschaft, insbesondere im LK Oder-Spree. Für dieses Engagement sage ich ausdrücklich Danke! Ich freue mich gemeinsam mit der Region auf eine elektrisierende Zukunft!

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