Mexiko stellt sein erstes Elektroauto namens Olinia Uno vor
Das erste Modell, Olinia Uno, ist ein kompaktes Elektrofahrzeug für den Stadtverkehr mit einem angestrebten Einstiegspreis von 150.000 mexikanischen Pesos (rund 7.500 Euro). Das Fahrzeug verfügt über eine 14,7-kWh-Batterie, bietet eine Reichweite von 125 Kilometern und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h. Den Projektdaten zufolge liegen die Betriebskosten bei geschätzten 0,49 Pesos pro Kilometer – das sind etwa 2,5 Cent.
Der Olinia Uno bietet Platz für bis zu sechs Personen und verfügt über Ausstattungsmerkmale für Rollstuhlfahrer. Das Laden ist über herkömmliche Haushaltssteckdosen möglich. Ob das Fahrzeug auch das AC-Laden über einen Standard-Typ-2-Anschluss unterstützt, wird nicht erwähnt.
Zum Olinia-Projekt gehört jedoch auch der Ausbau der Ladeinfrastruktur. Wie „Mexico Business“ berichtet, sieht die erste Phase die Installation von 2.000 Ladepunkten in Mexiko-Stadt, im Bundesstaat Mexiko und in Puebla vor. Dies soll die breite Einführung des im Inland produzierten Elektroautos sowie die Elektrifizierung öffentlicher Verkehrsflotten, einschließlich Taxis, erleichtern.
Der Bau der Produktionsstätte soll zwischen August und September 2026 beginnen. Die anfängliche Produktionskapazität ist auf 20.000 Einheiten pro Jahr ausgelegt; angestrebt wird eine Ausweitung auf 50.000 Fahrzeuge innerhalb von vier Jahren und später auf bis zu 100.000 Einheiten jährlich.
Mexiko plant zudem, einen erheblichen Teil der Lieferkette im eigenen Land anzusiedeln. Das Projekt soll mit einem Anteil von 50 Prozent an heimischer Wertschöpfung starten; dieser soll bis 2030 auf 75 Prozent steigen, sobald die Kapazitäten der lokalen Zulieferer ausgebaut sind.












Mexiko hatte seine Pläne für ein nationales Elektrofahrzeugprogramm erstmals im Januar 2025 vorgestellt. Damals wurde die Initiative als Teil des Wandels Mexikos von einem exportorientierten Standort für die Fahrzeugmontage hin zu einer stärker vertikal integrierten Automobilindustrie mit eigenen Entwicklungs- und Fertigungskompetenzen präsentiert.
Koordiniert wird das Projekt vom mexikanischen Ministerium für Wissenschaft, Geisteswissenschaften, Technologie und Innovation (SECIHTI). Die Regierung hat das National Polytechnic Institute (IPN) und das National Technological Institute of Mexico (TecNM) mit der Entwicklung der Technologie für die Minifahrzeuge beauftragt. Mehr als 80 Forscher waren am Entwicklungszentrum in Puebla beteiligt; dieses soll laut „Mexico Business“ zu einem regionalen Zentrum für Elektromobilität, künstliche Intelligenz und die Entwicklung sauberer Energietechnologien ausgebaut werden.
Die Marke Olinia wird unter einer gemischten Eigentümerstruktur geführt und sucht derzeit private Investitionen in Höhe von 200 Millionen mexikanischen Pesos (fast zehn Millionen Euro), um den Übergang von der Prototypenentwicklung zur Serienproduktion zu finanzieren.
Zudem bereitet die mexikanische Regierung eine neue Regulierungskategorie für Elektrofahrzeuge im städtischen Raum vor, die für niedrige bis mittlere Geschwindigkeiten ausgelegt sind, um Lücken in der bestehenden Verkehrsgesetzgebung zu schließen. Parallel dazu sieht die Batteriestrategie einen „Second-Life“-Ansatz vor: Dabei sollen gebrauchte Batteriepakete – vor ihrem endgültigen Recycling in Sonora – für stationäre Energiespeicheranwendungen in Privathaushalten weitergenutzt werden können.
Dieser Artikel von Carla Westerheide ist zuerst in unserer englischsprachigen Ausgabe electrive.com erschienen.





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