Statistik-Insights: Privatmarkt treibt Elektroauto-Zulassungen im Mai

Im Mai wurden in Deutschland 59.969 Elektroautos neu zugelassen. Damit lag der BEV-Anteil am Gesamtmarkt bei glatt 25 Prozent. Eine neue Auswertung von Dataforce zeigt nun: Besonders dynamisch entwickelte sich erneut der Privatmarkt. Dort kamen reine Elektroautos im Mai auf einen Anteil von 36,4 Prozent.

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Bild: Daniel Bönnighausen

Nach den Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamts war der Mai für Elektroautos zwar etwas schwächer als März und April, lag aber weiterhin deutlich über dem Vorjahresniveau. Während der Gesamtmarkt mit 239.448 Pkw-Neuzulassungen nur um 0,1 Prozent gegenüber Mai 2025 zulegte, kamen reine Elektroautos auf ein Plus von 39,3 Prozent. Dataforce liefert nun einen Blick auf die einzelnen Vertriebskanäle – und dort zeigt sich erneut eine deutliche Verschiebung zugunsten privater Käufer.

Der Privatmarkt legte im Mai über alle Antriebsarten hinweg um 8,4 Prozent zu. Damit wuchs dieser Kanal bereits den vierten Monat in Folge. Bemerkenswert ist dabei nicht nur das Plus an sich, sondern auch dessen Wirkung auf den Gesamtmarkt: Nach Angaben der Marktforscher konnten die privaten Zulassungen die Rückgänge in anderen Kanälen ausgleichen. Denn im relevanten Flottenmarkt gingen die Neuzulassungen um 5,5 Prozent zurück, beim Fahrzeugbau sogar um 7,7 Prozent. Auch der Fahrzeughandel lag mit 3,8 Prozent im Minus. Lediglich die Autovermieter konnten ihre Bestände leicht um 0,9 Prozent aufstocken.

Privatmarkt erreicht höchsten BEV-Anteil des Jahres

Besonders stark zeigt sich die Entwicklung bei den Antriebsarten. Im Privatmarkt stieg der Anteil reiner Elektroautos im Mai auf 36,4 Prozent – der höchste Wert des bisherigen Jahres. Dataforce führt dies vor allem auf die neue E-Auto-Prämie zurück, die im Mai erstmals offiziell beantragt werden konnte. Innerhalb der ersten zwei Wochen nach dem Start wurden fast 42.000 Anträge für die neue Kaufprämie gestellt. Hinzu kommen aus Sicht der Marktforscher gestiegene Kraftstoffpreise und eine wachsende Zahl erschwinglicher Elektromodelle.

Entsprechend deutlich fällt der Vergleich zum Vorjahr aus: Im Privatmarkt wurden im Mai laut Dataforce knapp 16.000 reine Elektroautos mehr zugelassen als im Vorjahresmonat. Gleichzeitig gingen die Zulassungen von Benzinern und Dieseln in diesem Kanal zusammen um rund 11.000 Einheiten zurück. Damit entfällt ein wesentlicher Teil des gesamten BEV-Zuwachses im Mai auf private Halter.

Flottenmarkt bleibt deutlich zurückhaltender

Im Flottenmarkt zeigt sich zwar grundsätzlich eine ähnliche Richtung, aber mit anderer Dynamik. Auch dort verloren Benziner und Diesel deutlich – Dataforce spricht von fast 8.000 Einheiten weniger. Der Zuwachs bei Elektroautos fiel mit rund 3.400 zusätzlichen Elektroautos jedoch deutlich geringer aus und konnte die Verbrenner-Verluste nicht vollständig kompensieren. Die Zurückhaltung vieler Unternehmen bleibt damit ein Bremsfaktor für den Pkw-Markt.

Auffällig ist zudem die Entwicklung bei Plug-in-Hybriden im Fahrzeughandel. Laut Dataforce wurden dort zuletzt vor allem viele PHEV zugelassen. Die Marktforscher werten dies als Hinweis darauf, dass chinesische Hersteller vermehrt Plug-in-Hybride auf ihre Händler zulassen. Eine solche Entwicklung sei in der jüngeren Vergangenheit insbesondere bei BYD zu beobachten gewesen, heißt es.

Einordnen muss man allerdings auch: Der Rückgang bei reinen Verbrennern bildet nur einen Teil der Verschiebung ab. Ein Teil der Neuzulassungen dürfte sich in das nominell größte Segment der Hybride ohne externe Lademöglichkeit verlagert haben. Darunter fasst das KBA Voll- und Mildhybride zusammen – also auch Fahrzeuge, die teilweise nicht einmal kürzeste Strecken rein elektrisch fahren können, aufgrund eines E-Motors im Antriebsstrang aber offiziell als Hybrid zählen.

Während der Pkw-Privatmarkt also weiter anzieht, fällt der Blick auf leichte Nutzfahrzeuge deutlich verhaltener aus. Der Transportermarkt gab im Mai um sechs Prozent nach. Dataforce sieht hier die wirtschaftlichen Unsicherheiten noch stärker wirken als im Pkw-Markt. Flottenzulassungen gingen bei Transportern um zehn Prozent zurück, Autovermieter um elf Prozent. Auch der Privatmarkt lag bei Transportern elf Prozent im Minus. Einziger Lichtblick war der Fahrzeughandel mit einem Plus von 13 Prozent.

Mit Blick auf die Antriebsarten ergibt sich bei den Transporter-Neuzulassungen folgendes Bild: Die Benzin- und Diesel-Transporter mussten im Vergleich zum Vorjahresmonat ein Minus von jeweils 13 Prozent hinnehmen. Die Anzahl der E-Transporter nahm jedoch um ganze 44 Prozent zu.

„Unsere Prognose hat sich bewahrheitet: Im Mai sind die E-Zulassungen durch die Kombination hoher Spritpreise und der Kaufförderung noch einmal angestiegen. Insgesamt bleibt die Lage am Automarkt aber immer noch angespannt, da sich vor allem Flotten momentan lieber zurückhalten. Dennoch passiert einiges, vor allem in Richtung der Antriebswende“, so Dataforce.

dataforce.de

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