01.04.2015

Elektroroller-Sharing: eMio will Berlin erobern.

eMio-KeyvisualAb sofort kann man die deutsche Hauptstadt auch endlich auf zwei Rädern elektrisch erkunden. Und damit sind nicht die durchaus schon verbreiteten Segways und Pedelecs gemeint – sondern Elektroroller. Die kommen nicht etwa von einem etablierten Player der Verkehrsbranche, sondern von der Electric Mobility Concepts UG, einem Start-up dreier Studenten. Ihr Produkt namens eMio ist gerade in die Testphase gestartet. Seit dem 31. März stehen die ersten roten E-Flitzer in Berlin bereit. Unsere Redakteurin Carla Westerheide hat die Macher auf dem Berliner EUREF-Campus besucht.

Auf der Fahrzeug-Seite setzt eMio auf ein bewährtes Produkt – die Elektroroller von emco. Die bieten eine maximale Geschwindigkeit von 45 km/h und können dadurch mit jedem Normalo-Führerschein gefahren werden. Sie sind mit jeweils zwei austauschbaren Akkus mit einer Kapazität von je 1,8 kWh ausgestattet und bieten 120 Kilometer Reichweite. In maximal drei bis vier Stunden sind die Batterien wieder aufgeladen. „Dank der austauschbaren Akkus fällt ein typisches Problem der Elektromobilität weg“, erklärt eMio-Mitgründer Valerian Seither und ergänzt: „Man braucht sich keine Gedanken wegen der Ladezyklen zu machen, denn in diesem Fall ist der Roller in Sekunden wieder geladen.“

Valerian Seither, einer der eMio-Gründer, und ein knallroter E-Roller auf dem EUREF-Campus.

Valerian Seither, einer der eMio-Gründer, und ein knallroter E-Roller auf dem EUREF-Campus.

Das Startup möchte gewährleisten, dass Nutzer nur „mit den positive Aspekten der Elektromobilität in Verbindungen kommen“, so Seither. Deswegen sollen die Roller auch nicht von den Fahrern geladen werden. Stattdessen wird das eMio-Team leere Akkus einfach durch volle ersetzen. Die leeren Batterien werden dann in der eigenen Werkstatt auf dem EUREF Campus aufgeladen. Während der Testphase, in der nur fünf bis zehn Elektroroller innerhalb des Berliner S-Bahn-Rings zur Verfügung stehen, sollte das kein Problem darstellen. Wenn eMio später durchaus achtbare 200 Roller auf die Straßen bringt, bis Mai oder Juni sollen es immerhin schon 50 sein, dürfte diese hemdsärmelige Vorgehensweise allerdings zu einer größeren Herausforderung werden. Systembedingt verfügen die Elektroroller nicht über ein On-Board-Ladegerät, so dass die Nutzer die Roller zwischendurch auch bei Bedarf nicht einfach an einer Schuko-Steckdose laden könnten.

eMio-Roller-EmcoImmerhin: eMio ist das erste Freefloating-Scooter-Sharing in Berlin – und obendrein das erste rein elektrische in Deutschland. Ein ähnliches Projekt existiert bereits in München, wo Kunden zwischen elektrischen und benzingetriebenen Rollern wählen können. Damit Nutzer in Berlin auch spontan auf den Sattel springen können, kommt jeder Roller mit zwei Helmen in zwei verschiedenen Größen sowie Einweg-Hygienehauben daher. Man kann ja nie wissen…

Gegründet wurde eMio von Hauke Feldvoss (27), Alexander Meiritz (27) und Valerian Seither (28). Die drei kennen sich aus der Studienzeit. Ihre Gründungsgeschichte passt – wenn sie denn stimmt – zum Startup-Mekka Berlin: Eines Nachmittags saßen sie auf dem alten Tempelhofer Feld im Süden der Stadt. Das Wetter war einfach zu gut, um mit dem Bus oder einem Carsharing-Auto nach Hause zu fahren. Ein Roller wäre das passende Gefährt gewesen. Allerdings waren sich die Herren auch schnell einig, dass sie keine eigene Roller haben wollen würden, weil der Wartungsaufwand bei einer kurzen Sommer-Fahrsaison zu groß sei. Die Idee des Scooter-Sharings war geboren.

Mit einem Preis von 19 Cent pro Minute sind die Elektroroller deutlich günstiger als Carsharing-Angebote in Berlin. Zudem überlegt das junge Unternehmen, auch einen Kilometerpreis anzubieten, um Nutzer davon abzuhalten, sich durch den Verkehr zu drängeln, nur um ein paar Minuten zu sparen. Am Ende der Fahrt würde der jeweils günstigere Tarif berechnet werden. Trotz der niedrigen Preise hoffen die Gründer, dass sich eMio bereits im zweiten Jahr selbst trägt. Ein gutes (oder schlechtes Zeichen – je nach Perspektive) ist der Fakt, dass mit Scogo ein ganz ähnliches Konzept von Ludwigslust aus ebenfalls in den Kampf um die Mobilität in Berlin einsteigen will. Die Testphase finanzieren die eMio-Gründer übrigens noch aus der eigenen Tasche. Investoren sind deshalb natürlich Willkommen.

Weiterführende Links:

www.emio-sharing.de >> Website mit allen Infos und Registrierung
www.bz-berlin.de >> Bericht zum Start von eMio
www.svz.de >> Bericht über die Pläne von Scogo
www.deutsche-startups.de >> kombinierter Beitrag über eMio und Scogo




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