18.11.2016 - 11:08

VW steigt mit Pilotanlage in Batteriezellproduktion ein

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Volkswagen wird nun doch eine eigene Batteriezellproduktion aufbauen – und zwar in Salzgitter. Das gab der Konzern soeben bekannt. Im Rahmen des Zukunftspakts erfüllt der Vorstand damit eine Kernforderung des Betriebsrats und wird „eine Pilotanlage für Batteriezellen und Zellmodule“ einrichten, wie es in der Pressemitteilung heißt.

Konzernchef Matthias Müller hatte eine eigene Zellfertigung zuletzt noch als „Witz“ abgetan. Der Zukunftspakt spricht nun eine andere Sprache. Demnach werden die deutschen Leitwerke von VW fit für die Elektromobilität gemacht – und teilen sich die Zukunftsthemen wie folgt auf: Braunschweig wird weiterhin das Batteriesystem für den Modularen Querbaukasten (MQB) fertigen und zusätzlich das Batteriesystem für den neuen Modularen Elektrifizierungsbaukasten (MEB) entwickeln und produzieren. In Kassel wird derweil der MEB-Antrieb entwickelt und neben der E-Getriebefertigung auch der Zusammenbau des Gesamtsystems erfolgen. Salzgitter soll MEB-Antriebskomponenten produzieren und zuliefern. Dort werden zudem die Kompetenzen für die Batterie gebündelt – und die Pilotanlage für Zellen und Zellmodule aufgebaut. Die neuen Elektroautos sollen derweil am Stammwerk in Wolfsburg und in Zwickau vom Band laufen. Insgesamt will Volkswagen in Deutschland 3,5 Mrd Euro in den Umbau des Unternehmens investieren. In den Zukunftsfeldern Digitialisierung und Elektromobilität sollen an den verschiedenen Standorten rund 9.000 zusätzliche Arbeitsplätze entstehen. Bluten muss dagegen die Produktion konventioneller Automobile: In dem Bereich werden bis zu 23.000 Jobs „sozialverträglich“ abgebaut, betriebsbedingte Kündigungen soll es aber nicht geben.

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„Wir bauen die gesamte Marke um, wir machen sie fit für den großen Wandel in unserer Branche“, wird Volkswagen-Markenvorstand Dr. Herbert Diess in der Mitteilung zitiert. Betriebsratschef Bernd Osterloh, der sich mit seiner Forderung nach einer eigenen Batterproduktion gegen den Vorstand durchgesetzt hat, ergänzt: „Mit dem Zukunftspakt schaffen wir den Einstieg in die E-Mobilität der nächsten Generation. Mit den neuen Autos auf MEB-Basis und Elektrokomponenten aus unseren Standorten werden unsere deutschen Werke Vorreiter bei der Elektrifizierung im Volkswagen Konzern sein.“ Offen bleibt allerdings die Frage, wie viel Output die Pilotanlage wirklich liefern kann. Angesichts der Hochlauf-Pläne für reine Elektroautos bräuchte Volkswagen eigentlich schnellstmöglich eine eigene Gigafactory. Es ist also zu erwarten, dass die Pilotanlage vor allem dem Kompetenz-Aufbau dient – und eine Investition in eine großvolumige Zellfertigung erst mit einem Technologie-Sprung etwa hin zu Feststoffbatterien erfolgt. Das Gros der Zellen für die ersten MEB-Modelle wird demzufolge wohl von asiatischen Zulieferern kommen.

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