06.06.2019 - 16:43

Wahrnehmung der E-Mobilität: Tesla und dann lange nichts

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Tesla und Elon Musk dominieren das Web in Sachen Elektromobilität deutlich. Das ist das Ergebnis einer vom Institut für Strategie und Kommunikation (ISK) und Cheil Germany durchgeführten Studie zur E-Mobilität, für die über 1,3 Millionen Posts und Kommentare untersucht wurden.

Ziel war es, die Wahrnehmung der Menschen zum Thema Elektromobilität zu untersuchen. Dafür wurde eine „Net Observation“ durchgeführt, bei der das deutschsprachige Web zu diesem Thema gescannt wurde. Die Aussage der von März 2018 bis April 2019 erfassten Daten ist klar: Teslas sind nicht nur im Straßenverkehr die sichtbarsten Vertreter der Elektromobilität, das kalifornische Unternehmen und Elon Musk prägen auch die Wahrnehmung im Internet. Wenn sich die Menschen über Elektromobilität austauschen, dann denken sie an und reden über Tesla.

Knapp 30 Prozent der untersuchten Dialoge, Posts und Kommentare rund um die Elektromobilität beinhalten und fokussieren die Marke Tesla oder Elon Musk. Die großen deutschen Konzerne sind im Vergleich dazu abgeschlagen: VW kommt auf neun Prozent, Daimler auf acht Prozent und BMW auf sieben Prozent.

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„Das Ergebnis der Studie ist in Bezug auf den signifikanten Abstand zwischen Tesla und allen anderen OEM doch bemerkenswert“, sagt Ralf Loeffler, Managing Director des ISK. „Es verdeutlicht nicht nur, dass das Thema Elektromobilität eine hohe Resonanz im deutschen Web hat, sondern auch, dass Tesla und Elon Musk kommunikativ vieles richtig machen – und auf der anderen Seite anscheinend nicht nur technologisch Nachholbedarf besteht.“ Auch Michael Tschakert, Business Director Future Mobility bei Cheil, sieht Potenzial: „Es reicht hier nicht aus, bestehenden Kommunikationsstrategien einen grünen Anstrich zu verpassen.“

Als Grundlage der Untersuchung dienten Online Medien, Foren, Blogs, Microblogs (Twitter), Websites, Review Sites sowie Video- und Foto-Sharing-Plattformen. Dabei wurden sowohl die Themen identifiziert, die Gesprächsspitzen auslösten (Peak-Analyse) als auch eine entsprechende Langzeitbetrachtung im Kontext Elektromobilität durchgeführt (Word Cloud Analyse). Die Studie zeigt die Gesprächsverteilung auf verschiedenen Social-Media-Kanälen und bietet darüber hinaus eine quantitativ-qualitative Analyse der Nutzerposts bezüglich positiver, neutraler und negativer Nennungen im Themenkontext (Sentiment Analyse).

Ein weiteres Kernergebnis: Elektromobilität ist (vor allem bei Tesla) ein hochdynamisches Thema. Kaum passiert etwas, zieht es zeitnah eine Flut an Postings und Kommentaren nach sich. Etwa als Elon Musk mit SpaceX einen Tesla ins All geschossen hat oder als er im August 2018 ankündigte, das Unternehmen von der Börse nehmen zu wollen. Die stärksten Reaktionen gab es jedoch im Januar 2019, als Tesla 3.000 Stellen strich.

Die Nutzer diskutieren aber nicht nur über Elektroautos. Für die alltägliche Mobilität spielen E-Bikes, E-Roller oder E-Busse im Kontext der ÖPNV oder Sharing-Angeboten eine wichtige Rolle.
cheil.de

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8 Kommentare zu “Wahrnehmung der E-Mobilität: Tesla und dann lange nichts

  1. Sir

    Vielleicht liegt es auch daran, dass Tesla nicht nur ankündigt, sondern sogar liefern kann.
    Daimler und VW haben kein lieferbares Modell im Angebot.

    • Peter Schwierz

      Was jetzt nicht ganz stimmt: BMW i3 seit 2013 und Mercedes hatte immerhin zwischenzeitlich eine elektrische B-Klasse und den Smart. Aber sonst halt nur Hybride.

  2. notting

    Schon wenn man in obigen Artikel zwischen den Zeilen liest, merkt man schnell, dass das meiste eher Tesla-Fan-Boy-Kram ist wo jedes kleinste „Tesla könnte …“ sofort massiv kommentiert wird. Das merkt man auch wenn man sich im Internet im Bereich E-Autos umschaut. Ist so ein bisschen wie bei den Apple-Jüngern mit der Verehrung von Steve Jobs (oder viele Fake-Accounts bzw. geschicktes Marketing…). Bzw. ein Kabaretist hat mal sinngemäß gesagt: Wie findet man raus, dass der Gegenüber ein iPhone hat? -> Er sagt’s dir – ungefragt.
    Dagegen sind (auch E-Auto-)Fahrer/-Interessierte abseits der Tesla-Welt keine derartig schlimmen Fan-Boys, sondern sie warten einfach ab was man so kaufen kann.

    notting

    • StromSchleuder

      Warum wird hier wieder in Fanboy-Schubladen gedacht? Es ist schon erbärmlich was die deutsche Autoindustrie abliefert. Ich kenne einige, die sich für eUp, Citigo und Mii interessiert haben. Eigentlich sollte der eUp, nach der Abkündigung, im Frühjahr wieder bestellbar sein. jetzt heißt es, die Auslieferung passiert erst Anfang 2020. So lange wollen viele nicht warten und kaufen sich eben noch einmal einen Verbrenner. Das kann aber fatal sein, weil sie in 5 Jahren für das Auto nichts mehr bekommen. Dieses Zögern kann für einige Hersteller fatale Folgen haben. Siehe KIA, der Niro ist nicht lieferbar, erst im nächsten Jahr. Na dann bestellt man sich eben ein Model 3 mit RWD. So viel teurer als der Niro 60kWh ist der dann auch nicht mehr.

      • notting

        Wer redet hier von der dt. Automobilindustrie? Bin eher ein Renault-Fan und die haben den Zoe…

        notting

    • Stefan

      Ja, weil auch Ankündigungen von Ferrari sicherlich mehr Hype auslösen als von Fiat.
      Andererseits geht es bei Tesla nicht nur um E-Autos, sondern um andere Geschäftsmodelle, um Ladeinfrastruktur, Solaranlagen, Software-Updates, neue Technologien (Flügeltürer, Hepafilter, automat. öffnende Türen, Reluktanzmotor, …), Autopilot, und auf der Kante stehende Finanzen. Da gibt es halt erheblich mehr drüber zu spekulieren, als wenn ein relativ gesunder Konzern wie Mercedes basierend auf einem Verbrenner-Chassis eine Batterie-Version herausbringt. Klar setzt es voraus, dass man Interesse all diesen anderen Themen hat und nicht nur am E-Auto selbst.

  3. Carlos

    Wer hat eigentlich den Begriff Tesla Fanboy erfunden?
    Ich frage mich dann immer wieder wer hier eigentlich welchem Stockholm Syndrom unterliegt?
    Tesla ist genau wie Apple ein Unternehmen die eine disruptives Produkt geschaffen haben, welches eine große Aufmerksamkeit auf sich zieht.
    Beim Wandel von Geschäftsmodellen hält das immer eine Zeit an.
    Da aber der Produktlebenszyklus eines Autos länger ist als bei einem Smartphone, hält diese Zeit der Aufmerksamkeit eben entsprechend länger vor und zieht andere mit in den Begeisterungsstrudel.
    Wenn Wettbewerber vergleichbar nachziehen werden, wird sich die Aufmerksamkeit auch relativieren. Siehe Apple, Samsung, Huawei.

  4. Michael

    Tesla ist sicher selbst überrascht, wie lahm die anderen Hersteller sind, auf den Zug aufzuspringen. Wenn VW & Co. jetzt konkurrieren wollten, müssten sie vorübergehend mit stark negativem Deckungsbeitrag verkaufen, nicht nur wegen des fehlenden Know-Hows, sondern alleine schon wegen der zugekauften Batterien. Und weil sie das nicht wollen, bieten sie eine halbherzige, überteuerte Palette an und hoffen weiterhin, dass sich der „Hype“ irgendwann in Luft auflöst, oder die Batteriehersteller ihnen irgendwann von selbst billigste Akkus anbieten. Das Dilemma ist nur, dass, so lange Tesla expandiert, das ganze Lithium- und Kobaltzeugs von denen aufgesaugt wird, weil ja keiner dagegen konkurriert. Also wird Tesla, sofern man durchhält, immer größer und die anderen warten … und warten … und warten.

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https://www.electrive.net/2019/06/06/wahrnehmung-der-e-mobilitaet-tesla-und-dann-lange-nichts/
06.06.2019 16:43