10.07.2019 - 10:38

Großbritannien streicht Dienstwagensteuer bei Elektroautos

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Der geldwerte Vorteil für die private Nutzung von elektrischen Dienstwagen muss in Großbritannien ab dem kommenden Jahr nicht mehr versteuert werden, teilte die britische Regierung jetzt mit. Davon sind aber de facto nur vollelektrische Autos betroffen.

Die Steuerbefreiung gilt für Dienstwagen mit einem CO2-Ausstoß von bis zu 50 Gramm pro Kilometer und einer rein elektrischen Reichweite von mindestens 130 Meilen (209 km) – also nur für Batterie-elektrische Fahrzeuge und jene mit Brennstoffzelle. Gegenwärtig ist geplant, den Steuersatz von null Prozent im Jahr 2020 ab 2021 auf ein Prozent und ab 2022 auf zwei Prozent zu erhöhen. Die Regierung will dies aber „weiterhin überprüfen“.

Die Maßnahme ist Teil einer generellen Anpassung der Steuersätze. Im Zuge der Umstellung auf den WLTP-Zyklus hat das britische Finanzministerium die Sätze gegenüber dem früheren System um zwei Prozentpunkte gesenkt. Und bei Elektroautos vorübergehend auf Null gesetzt. Theoretisch gilt die Regelung auch für Plug-in-Hybride, doch es gibt derzeit kein solches Fahrzeug, dass auf eine elektrische Reichweite von 130 Meilen kommt.

Bei der Dienstwagenbesteuerung handelt es sich um die „Benefit-in-Kind“-Steuer, kurz BIK. Sie entspricht im Deutschen quasi dem geldwerten Vorteil – eine Steuer für Mitarbeiter, die zusätzlich zu ihrem Gehalt Leistungen oder Vergünstigungen erhalten. Wenn Sie einen Firmenwagen für den privaten Gebrauch haben, müssen sie einen BIK-Beitrag entrichten. In Großbritannien wird die BIK nach den CO2-Emissionen und dem sogenannten „P11D“-Wert (dieser gibt den Listenpreis einschließlich Extras und Mehrwertsteuer ohne die Zulassungsgebühr für das erste Jahr und die Kfz-Steuer an) ermittelt.

In der Branche kommt die Regelung gut an – aber auch, weil die Steuersätze nun endlich feststehen, was lange Zeit nicht der Fall war. „Die heutige Ankündigung gibt Firmenwagenfahrern und Flottenmanagern ein gewisses Maß an Sicherheit, das dringend benötigt wird“, sagte Ashley Barnett, Leiter der Fuhrparkberatung bei Lex Autolease gegenüber dem Portal Fleetnews. „In Verbindung mit der Ankündigung der EV-Infrastruktur ist dies ein willkommenes Zeichen für das Engagement der Regierung, die Akzeptanz von Firmenwagen zu fördern und neuere, sauberere Fahrzeuge auf den Straßen zu bringen.“
autocar.co.uk, fleetnews.co.uk

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2 Kommentare zu “Großbritannien streicht Dienstwagensteuer bei Elektroautos

  1. HAF

    Ein vernünftiger Ansatz bei den Briten mit der elektrischen Mindestreichweite von ca. 200km.
    Damit fallen die ganzen PHEV raus, die nur Augenwischerei sind und gerade mal 40-50km rein elektrisch fahren (z.B, Passat GTE) aber in Deutschland dafür auch noch ein „E“ Kennzeichen (inkl. aller Privilegien) bekommen.
    Die Zeit des sanften Übergangs ist vorbei, entweder es wird jetzt die (reine) Elektromobilität auch in Deutschland stärker gefördert oder wir verpassen den Anschluss. Aber vermutlich werden da schnell wieder die erfundenen Gegenargumente wie „Arbeitsplätze“ und „Reichweite“ fallen – ich weiß auch nicht wann in diesem Land der Erfindergeist gegen „Bloß keine Veränderung!“ getauscht wurde.

  2. Thomas Wagner

    Es ist mir schon immer ein Rätel, weshalb für den Kauf
    von Verbrennern ein Zuschuss gegeben werden soll.
    Bei allen Arten von Hybriden, steht der Verbrenner im Vordergrund und der Elektroantrieb ist ein mehr oder weniger schmückendes Beiwerk.
    Kein Mensch weiß zB. wie viel bei einem PHEV tatsächlich
    der Elektromotor in Betrieb ist ?

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