Gefährliche Greenpeace-Protestaktion bei EM-Spiel

Greenpeace kassiert für eine missglückte Aktion reichlich Kritik. Ein Aktivist flog kurz vor Anpfiff des Fußball-EM-Spiels zwischen Deutschland und Frankreich am Dienstagabend mit einem Motorgleitschirm über das Stadion, verhedderte sich in Kabeln am Stadiondach und verletzte bei einer Notlandung im Stadion zwei Menschen.

Die Aktion hätte noch wesentlich schlimmer enden können. Greenpeace entschuldigte sich im Anschluss immerhin. Geplant sei eigentlich gewesen, dass der Pilot lediglich einen großen Latexball mit einer Botschaft ins Stadion fallen lässt: „Kick Out Oil“ war darauf zu lesen. Die Umweltschutzorganisation wollte damit für mehr Tempo beim Ausstieg aus klimaschädlichen Verbrennungsmotoren beim EM-Sponsor Volkswagen demonstrieren.

Greenpeace nimmt immer wieder Volkswagen ins Visier und muss sich fragen lassen, warum eigentlich. Immerhin handelt es sich um den deutschen Autokonzern, der sich am klarsten zur E-Mobilität bekennt und dessen Chef einen deutlichen CO2-Preis sowie einen schnelleren Kohleausstieg fordert.
tagesschau.de, automobilwoche.de

7 Kommentare

zu „Gefährliche Greenpeace-Protestaktion bei EM-Spiel“
Georgios Skempes
16.06.2021 um 15:55
VW möchte aber im Gegensatz zu manch anderem Autohersteller kein Verbrenner-Aus verkünden. Und da VW (der Konzern) der weltweit größte Hersteller ist, hätte die Ankündigung eines Verbrenneraustiegs bis 2030 eine große Signalwirkung auf die gesamte Branche.
Pumpernickel
17.06.2021 um 14:29
Wenn man sich die Fahrzeugvielfalt der Marken anschaut, die alle dazu gehören, ist ein fixer "Verbrennerausstieg" auch sehr realitätsfern, wie ich finde. Noch dazu ist VW weltweit aktiv und auch weltweit auf die Märkte eingestellt. Es wird immer Anwendungsbereiche geben, bei denen am "guten alten" Verbrenner eben noch nichts vorbeiführt und dann wäre es doch gut nicht das ganze know-how der letzten hundert Jahre ab einem festen Datum über Bord zu werfen.
SHausSTA
17.06.2021 um 12:24
Sie ignorieren die Tatsache, dass nicht allein der Wille der Autohersteller zum Ausstieg genügt, sondern auch die Bereitschaft der Kunden und vor allem das Vorhandensein einer flächendeckenden Ladeinfrastruktur. Alles andere ist eine sinnlose Diskussion, die niemandem nutzt. Hinzu kommt, dass eine CO2-Reduktion nur dann eintritt, wenn zum Laden Strom aus erneuerbaren Quellen verwendet wird. Dazu können die Hersteller nur wenig beitragen.
Georgios Skempes
18.06.2021 um 23:41
Machen ist wie wollen, nur krasser. Tesla hat gezeigt, dass die Hersteller sehr wohl etwas für die Ladeinfrastruktur machen können und dass sich diese Investition in Autoverkäufen auszahlt. Es muss auch nicht vorher in Deutschland eine komplette Infrastruktur für 45 Mio. Autos vorhanden sein, der Ausbau muss nur Schritt halten mit den Verkäufen. Und die 45 Mio. Autos sind nicht in einem Jahr ausgetauscht, sondern in ca. 18 Jahren. Das ist Zeit genug.Eine mangelnde Kundennachfrage kann ich auch nicht erkennen, die meisten E-Autos haben lange Lieferzeiten weil die Hersteller mit der Produktion nicht nachkommen. Wenn die Leute erst einmal E-Mobilität selbst erfahren (doppeldeutig!), dann wollen die allerwenigsten wieder zurück zum Verbrenner.Das mit der CO2-Einsparung nur bei erneuerbaren Stromquellen ist längst widerlegt, auch die falsch zitierte Schwedenstudie wurde aktualisiert. Außerdem verbessert sich die vorhandene Fahrzeugflotte mit jeder Verbesserung der Ökostromquote während sich beim Öl die Bilanz weiter verschlechtert, da immer schwieriger zu erschließende Quellen angezapft werden, Stichwort Tiefseebohrungen, Fracking (Ölsand, Ölschiefer), usw. Bitte bei der CO2-Bilanz des Öls z.B. auch die huntertausende undichten Frackingbohrlöcher dazuzählen aus denen Methan austritt von Firmen, die zum Teil schon wieder pleite sind.
ID.alist
17.06.2021 um 08:47
Leider würde das der Tod für die VWAG bedeuten. - Produktionsausfall, weil die Fabriken umgestellt werden müssen. - Entwicklung von Produkte für Märkte die nicht dafür vorbereitet sind. Wir reden hier von 10 Millionen Autos Jährlich die Teilweise in Märkten verkauft werden wo die E-Mobilität als Randerscheinung von ein paar Verrückte gesehen wird. Europa ist nicht die Welt. Und bezahlbare E-Mobilität ist noch in weite ferne. Aber wenn Du den ultimativen Plan hast um das VWAG Konzern komplett auf E Umzustellen ohne das Unternehmen und den Einkommen seiner Mitarbeiter zu riskieren, bitte!Greenpeace hat in den letzten Jahren viel Aufmerksamkeit verloren. FfF ExReb und andere haben mehr Aufmerksamkeit gewonnen. Jetzt habe ich mehr den Eindruck GP will einfach nur verlorene Aufmerksamkeit (Spenden) wieder gewinnen mit eher clownischen Aktionen.
Georgios Skempes
18.06.2021 um 23:19
Ich verteidige hier nicht die Greenpeace Aktion, es ging mir nur um den letzten Abschnitt des Artikels, eine Antwort auf die Frage weshalb ausgerechnet VW...Wenn keine echten Argumente mehr einfallen wird die Arbeitsplatzkeule geschwungen. Diese Arbeitsplätze sind aber sowieso verloren wenn in 10 Jahren niemand mehr so einen Verbrenner kaufen möchte weil das ein Auslaufmodell ist, das man gebraucht nicht mehr los wird. Und dass der Wandel mit einem Zeithorizont von 10 Jahren geht ohne alle Werke gleichzeitig umzurüsten sieht man doch jetzt schon bei der Umrüstung einzelner Werke für den ID.3, den ID.4 und aller noch kommenden reinen Elektroautos. Und plötzlich ist bei Audi schon das letzte Verbrennermodell für 2026 angekündigt, kein Nachfolger für den A3 und den A4 - geht doch. Die letzten Verbrenner sollen - je nach Nachfrage - bis in den Anfang der Dreißiger gebaut werden. Wie gesagt, je nach Nachfrage.In den drei größten Absatzmärkten der Welt (China, USA, Europa) geht der Wandel schneller als gedacht. Wenn man nicht hinterhinken möchte, muss man vorausgehen und den Wandel als Chance sehen, nicht als Gefahr.
D-Tric
16.06.2021 um 17:51
.. und während des ganzen Spieles war Werbung für den ID.3 und ID.4 auf den Banden zu sehen. Ironisch irgendwie..

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