19.09.2022 - 09:46

Plant BMW auch 1er und 2er Modelle mit der Neuen Klasse?

Es gibt neue Hinweise, welche Modelle BMW für die neue E-Auto-Generation auf Basis der Neuen Klasse plant. Dabei geht es wohl zunächst eher um kleinere Baureihen und nicht die großen Modelle. Aber auch ein Nachfolger zum iX3 ist bereits im Gespräch.

Bereits bestätigt ist, dass es zum Start eine E-Limousine im 3er Segment sowie ein „sportliches SUV“ geben wird. Der „BMW Blog“ berichtet nun unter Berufung auf Insider, dass es sich bei dem für 2025 geplanten SUV um den iX3 handeln wird, dem ein Jahr später der iX4 (intern als NA7 bezeichnet) folgen soll. Das Verbrenner-Modell X4 werde BMW mangels erwarteter Nachfrage einstellen, so die Aussage in dem Bericht.

Dass der aktuelle iX3, der seit 2020 in China für die Weltmärkte gebaut wird, noch auf dem Verbrenner-Modell basiert, ist hinlänglich bekannt. Die BMW-intern G01 genannte Verbrenner-Baureihe ist allerdings bereits seit 2017 auf dem Markt, daher steht bei dem Basismodell für den iX3 (intern G08) für 2024 oder 2025 ohnehin ein Generationswechsel an. Daher ergibt der vom „BMW Blog“ genannte Zeitpunkt für einen Nachfolger auf Basis der Neuen Klasse Sinn. Bereits das aktuelle Modell konnte in unseren Tests mit der Effizienz seines Antriebs überzeugen, bei der Raumaufteilung ist jedoch die Verbrenner-Plattform zu spüren. Hier könnte der Nachfolger auf einer reinen E-Plattform punkten.

BMW plane darüber hinaus vollelektrische Varianten der 1er- und 2er-Baureihe. Der BMW i1 soll im November 2027 und der i2 im Juli 2028 kommen. Laut einem zweiten Artikel des „BMW Blog“ werden die Codenamen NB0 (BMW i1) und NB8 (BMW i2) verwendet. Das Kürzel NB soll dabei auf die Neue Klasse mit Frontantrieb hinweisen – die „NA“-Modelle sind mit Hinterradantrieb. Die Verbrenner-Modelle des 1er und 2er auf Basis der FAAR-Plattform sollen zunächst weiter gebaut werden. Die Baureihen teilen sich dann zwar die Ziffern, haben aber technisch nichts mehr miteinander zu tun.

Interessant ist die Entscheidung, bei den kompakten E-Modellen auf einen Frontantrieb zu setzen – sofern die aktuellen Informationen zutreffen. Bei E-Plattformen ist auch bei kleineren Fahrzeugen ohne nennenswerte Nachteile beim Packaging ein Heckantrieb mit E-Motor an der Hinterachse möglich – wie es auch BMW beim i3 gemacht hat. „BMW scheint jedoch zu glauben, dass Kunden in diesen Bereichen mit der Dynamik und dem Gefühl des Frontantriebs besser vertraut sind, sodass dies ein besserer Schritt sein wird“, schreibt der „BMW Blog“. Die Kunden, die heute einen 2er Gran Coupé oder X2 kaufen, seien „in der Regel keine klassischen BMW-Fans der alten Schule“, die auf einen Heckantrieb bestehen.

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BMW hat die Informationen in den beiden Blog-Einträgen nicht kommentiert, bestätigt sind sie also nicht. Dass die Münchner aber zunächst die Kompakt- und Mittelklasse mit der Neuen Klasse bedient, scheint angesichts der aktuellen Modellanläufe folgerichtig: Der i7 als Flaggschiff-Limousine ist auf Basis der Misch-Plattform CLAR gerade erst angelaufen, der i5 als E-Modell von der Größe eines 5ers soll im kommenden Jahr folgen. Diese beiden wichtigen Baureihen nur wenige Jahre nach dem Produktionsbeginn bereits auf eine andere Plattform zu stellen, wäre wohl nicht wirtschaftlich. Und bei kleineren Fahrzeugen fallen die Packaging-Nachteile eines großen Verbrenner-Motorraums mehr ins Gewicht als bei einer Fünf-Meter-Limousine, die auch auf einer Mischplattform wettbewerbsfähige Platzverhältnisse im Innenraum bietet.

BMW hat kürzlich offiziell den Einsatz von neuen Batteriezellen im Rundformat in den Elektromodellen der Neuen Klasse bestätigt. Die Zellen sollen von drei Partnern in insgesamt sechs Fabriken mit Jahreskapazitäten von jeweils 20 GWh hergestellt werden. Als Partner bestätigt sind CATL und Eve Energy.
bmwblog.com (iX3, iX4), bmwblog.com (i1, i2)

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18 Kommentare zu “Plant BMW auch 1er und 2er Modelle mit der Neuen Klasse?

  1. Winni

    Frontantrieb?? NEVER; habe bisher kein E-Auto mit FA gefunden was fahrbar war – habe nun nach dem I3S einen Born bestellt WEIL ! Heckantrieb und BMW den Markt der Klein-FZ komplett verschlafen hat. Liebe meinen I3S und würde gerne wieder zu BMW zurückkehren, aber ein Frontantrieb ist ein absolutes Auschlusskriterium.

    • Peter Coss

      Sehr vielen Autonutzern und -käufern ist das mit Front- oder Heckantrieb „wurstegal“ 🙂
      Wir kamen mal in einer Runde im Bekanntenkreis auf das Thema und sehr viele wussten nicht einmal, ob ihr seit Jahren(!) genutztes Auto Frontantrieb oder eben Heckantrieb hat.

      • Gerhard Parsin

        Je nach dem, welche Fahrweise und welchen Fahrstil man praktiziert, kann einem das ja auch egal sein.
        Ebenso, wie es fast Allen egal ist, ob ihr Auto nun in 5-6-7-8 Sekunden von 0 auf 100 beschleunigt. Einfach, weil man davon nie Gebrauch macht und auch keine „Alarmstarts“ an Ampeln hinlegt, wir sind ja schließlich nicht bei der Alarmrotte 😉

    • SHausSTA

      Ja, sehr bedauerlich, dass der I3 nicht mehr produziert wird und es offenbar auch keinen adäquaten Nachfolger gibt!

    • Winfried

      Kann ich nur voll und ganz zustimmen.

  2. EinfachKlarDenken

    Genau so ist es !!!! Freude durch Fahren mit Heckantrieb hat man sowas von vergessen und der Gewinnmaximierung untergeordnet, dass einem richtig schlecht wird. Bei BMW scheint man neuerdings immer mehr nur zu glauben anstatt zu wissen. Ein BMW mit Frontkratzerarchitektur ist kein BMW und kann es nie werden. Die Einstellung der kleinen Sechszylinder war der Anfang vom Ende dieser Marke. Die Vierzylinder sollten sparsamer sein im Vergleich, waren es aber nie. Der Frontantrieb wird und kann auch nie gleichwertig wie ein Heckantrieb sein. Premiumautos mit ordinärer Technik der Massenware – so werden sich diese Preise nicht mehr durchsetzen lassen. Ergo hat sich zum I3S ein 3er dazugesellt. Damit keine Missverständnisse aufkommen, einer mit dem T auf der Haube. Allseits schlecht geredet, aber da bekommt man wenigstens dieses BMW-Gefühl annähernd wieder. Zipses Marketinggeschwafel hin oder her, uns seht Ihr in München nicht wieder.

    • Winfried

      Den Argumenten zu Heckantrieb und 6-Zylinder Motoren kann ich nur zustimmen. Zu unserem i3 wird sich dann ein i4 dazugesellen, wenn er endlich mal gebaut wird.

    • Walter Porst

      Die Markenbindung und -treue lässt ohnehin nach, insb. bei der jüngeren Generation.
      Und die rücken als Käufer nach.
      Ob BMW, Tesla, VinSlow oder „Gunchihinwu“ ist denen viel mehr egal als der Boomergeneration.

  3. gerd

    im ersten i3 wurde ja der Kofferaum quasi ausgebaut durch den HA.
    schon peinlich für ein Stadtauto.

    • Winfried

      In unseren i3 passt eine Menge rein. Insbesondere, wenn man bedenkt, dass der Wagen kürzer als ein Polo ist.

      • gerd

        aber wohl nur flache Sachen? den Raum runter bis zur Batterie hätte man gut ausnutzen können.
        Fahrrad bringt man leider nicht rein in den i3.

  4. Winfried

    Es ist interessant, was die Marketing Leute sich so ausdenken um Entscheidungen zu begründen.
    Ein richtiger BMW hat eine angetriebene Hinterachse, das war schon immer so, aus gutem Grund. Aufgrund sich verändernder familiärer Verhältnisse bin ich in den letzten 30 Jahren aus dem 3er BMW „herausgewachsen“ und fahre im Moment seit 4 Jahren den 2er Gran Tourer, ein leider seitens BMW stiefmütterlich behandeltes Fahrzeug. Ich habe es mit Allradantrieb gekauft, damit es eine angetriebene Hinterachse hat, wenigstens manchmal.
    Im Vergleich zu X1 und 2er Active Tourer, die beide auf der gleichen Plattform basieren, ist die Motorenauswahl beschränkt (190 PS vs. 231 PS) und den 190PS Diesel gab es nur mit Automatik, ein Motor der bei den beiden anderen Fahrzeugen auf der Plattform auch mit Schaltgetriebe zu haben ist.
    Es hieß, die Kunden würden das so wünschen. Tatsache ist aber, dass dieses Vorgehen in einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung endet. Es gab den Wagen nicht mit Schaltgetriebe, also musste ich ihn zähneknirschend mit Automatikgetriebe nehmen. Im Marketingsprech: „Ein weiterer Kunde der gerne Automatik fährt“.
    Das kann man so lange treiben, bis man den „Markenkern“ verwässert, mit fahrenden Burgen der X Reihen viel Geld verdient und die BMW Fans immer wieder vor den Kopf stößt, bis sie sich enttäuscht abwenden.
    1er und 2er BMW haben lange Jahre den Hinterradantrieb in der kompakten Klasse als Alleinstellungsmerkmal gehabt und ihre Fahrer gefunden. Das ist, dem Verbrenner geschuldet vielleicht nachvollziehbar, aus Platzgründen vorbei. Das jetzt aber so hinzustellen, dass diese BMW Fahrer Vorderradantrieb wollten ist wirklich dreist.

    • Ernst Perzel

      „Die Lage war noch nie so ernst“ (Konrad Adenauer).

  5. Rüdiger

    Was für Kommentare hier… Schon mal versucht, ein Fahrrad in einen vier Meter langen Verbrenner einzuladen?

    Wir haben in der Firma einen großen E-Auto-Pool, mit Front- und Hecktrieblern. Wenn man ein Auto ganz normal fährt, um von A nach B zu kommen, ist das sowas von egal, wo der Motor sitzt. Auch einen Kona Elektro kann man ohne Probleme bewegen. Wenn man zB beim Polestar 2 nen Hänger zieht, würde ich schon den Allrad bevorzugen. Aber im Alltag ganz egal.

    Ich war da früher auch anders. Die Motorenbauart war wichtig, ich mochte meinen Volvo-Fünfzylinder. Hatte Charakter. Aber ich gebe auch zu: Heute zählen für mich andere Dinge. Raumausnutzung, Komfort, Kosten. Der i4 aus der Firma fährt sich super, keine Frage. Aber für die Größe des Autos ist der Innenraum in heutigen Maßstäben verzockt. Da hätte man auf einer E-Plattform so viel mehr draus machen können.

    Und BMW baut ja noch (E-)Hecktriebler. Nur eben bei den Kleinwagen nicht. So what? Ein E-Mini macht auch Spaß. Und an alle Nörgler: Welche Kundschaft ist wohl größer und wird von BMW eher bedient: Die, keine Fragen stellen und einfach ein Auto mit BMW-Logo fahren wollen oder die, die wegen solchen Sachen eine riesen Aufstand machen? An die eine Zielgruppe wird halt einfach verkauft, fertig.

    • Horst Zuder

      Alles eine Frage des Nutzungsprofils.
      Mit drei kleinen oder mittleren Kindern im Haus fuhren wir jahrelang Audi A6 (mehrere) und Ford Galaxy.
      Heute interessieren wir uns für den in 2, 3.. Jahren kommenden Porsche Cayman-e.
      Alles zu seiner Zeit.

  6. Torsten Elsne

    Finde ich gut und begrüße ich sehr.

    Nur etwas spät.
    Andere Kleine
    wie Renault R5 Electric, Cupra Rebel, VW ID.1/2, Asiaten
    werden früher kommen und mich damit wahrscheinlich schon „wegfangen“ als Zweitwagennutzer.

    • Dieter Thales

      .. die darf man doch nicht mit einem künftigen elektrischen BMW 1er vergleichen 😉

      • J. Keler

        Ansichtssache.
        Wenn wir in zwei oder drei Jahren nach einem Kompaktelektrischen Ausschau halten, kommt eigentlich jegliche Marke in Frage, die bis dahin in dem Segment etwas anbietet. Momentan ist der Cupra Urban unser Favorit nach Papierform & Designausblick.

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