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FahrberichtAutomobil

Erste Ausfahrt im BMW iX3: Das E-SUV, das die Reichweitenangst besiegt

Nach der Weltpremiere auf der IAA steht die erste Proberunde im BMW iX3 an, dem ersten Modell der Neuen Klasse der Münchner. Der SUV beeindruckt mit Reichweite und praktischem Autobahnassistenten – und macht Lust auf weitere Modelle wie die Limousine i3.

Das Argument „zu wenig Reichweite“ dürfte mit diesem E-Auto widerlegt sein. 805 Kilometer zeigt der BMW iX3 bei geladener Batterie vor der Proberunde in Südspanien an – also exakt die WLTP-Reichweite. Wenn das neue Mittelklasse-SUV das auch nur ansatzweise halten kann, ist die in Deutschland besonders stark ausgeprägte Reichweitenangst endgültig Geschichte.

Und das, obwohl die Bedingungen alles andere als ideal sind: Anfang Dezember herrschen an der spanischen Küste mit Blick auf den Felsen von Gibraltar gerade mal einstellige Gradzahlen und dicke Regenwolken ziehen über die Berge. Quasi deutsche Wetter-Bedingungen. Gleich auf den ersten Autobahn-Kilometern aktiviere ich den Autobahnassistenten mit einem Druck auf das Symbol im linken Lenkrad-Bedienelement. Das Symbol wird direkt grün, was ich auch im Head-up-Display sehe. Ab diesem Moment darf ich die Hände vom Lenkrad nehmen, obwohl das Assistenzsystem zum Level 2 zählt. Somit gilt: Der Fahrer bleibt in der Verantwortung. Sobald die Sensoren registrieren, dass der Vorausfahrende langsamer unterwegs ist und von hinten niemand auf der linken Spur naht, schlägt das System einen Überholvorgang vor. Den Vorschlag nehme ich mit einem Blick in den linken Außenspiegel an. Der Wagen blinkt, zieht nach links und überholt. Beim ersten Versuch ist es noch unheimlich, ab dem zweiten überwiegt die Freude am assistierten Fahren. In Spanien unterstützt dieser Helfer bis 120, in Deutschland bis 130 km/h. 

Mehr Nutzungszeit als im Level 3

Allerdings gilt: Augen bleiben auf der Straße. Eine Kamera unterhalb des Rückspiegels überwacht die Aufmerksamkeit des Fahrers. Ist er abgelenkt, sind die Augen zu oder verdeckt, schaltet der Autobahnassistent ab. Im ersten Modell der Neuen Klasse hat sich BMW gegen einen Level-3-Assistenten entschieden. Bei den Systemen fallen die Kosten aufgrund teurerer Sensorik wie Lidar sowie redundant ausgelegter Lenkung deutlich höher aus. Gleichzeitig sind die Nutzungsmöglichkeiten eingeschränkter. BMW und Mercedes-Benz bieten in ihren jeweiligen Oberklasse-Modellen bereits Level-3-Piloten an. Doch bei Dunkelheit oder starkem Regen, in Tunneln oder Baustellen sowie ohne vorausfahrendes Fahrzeug schaltet der Assistent ab. Die Nutzungszeit fällt für die rund 6.000 Euro teure Option im Vergleich zum neuen Autobahnassistenten geringer aus. 

Komfortabler Bergaufstieg

Dass der Assistent ohne Hände am Lenkrad auskommt, verdankt BMW der DCAS-Regelung (Driver Control Assistance Systems) der UN-Wirtschaftskommission UNECE. Die Bestimmungen ermöglichen einen europaweiten Einsatz mit den jeweiligen Landes-Höchstgeschwindigkeiten. Auf langen Autobahnfahrten ist der Assistent eine gute Unterstützung, zumal er auch Wechsel an Autobahnkreuzen meistert. Das lässt sich vor Ort nicht ausprobieren, denn meine Route führt vom Meer in die Berge auf 700 Höhenmeter. Hier bekommt man ein gutes Gefühl für das Fahrwerk mit klassischer Federung. Ein adaptives Fahrwerk bietet BMW für den iX3 noch nicht an. 

Doch haben die Ingenieure gute Arbeit geleistet, trotz M-Sportpaket ist die Fahrt auf der Landstraße ausgesprochen komfortabel. Natürlich hört und spürt man Querfugen der Fahrbahn über die 20-Zoll-Räder rollen. Doch wankt der 1,64 Meter hohe SUV in keiner Kurve und bei keinem Bremsvorgang.

Motoren bremsen

Mit der Neuen Klasse hat BMW alles von Batterie über Bedienkonzept bis zu den Motoren überarbeitet. In 98 Prozent der Fälle rekuperiert und bremst zunächst der fremderregte Synchronmotor im Heck – und falls notwendig auch der Asynchron-Motor in der Front. Der weitgehende Verzicht auf die Reibbremse führt zu mehr Komfort für die Insassen bei Verzögerungen. Ich stelle die Rekuperationsleistung auf adaptiv, so dass der Wagen vor engen Kurven stärker rekuperiert als in Langgezogenen – das Auto entscheidet schon sehr gut, wann wie stark elektrisch verzögert wird. Das Bremspedal benötige ich fast gar nicht.

Projektion statt Bildschirm

Kommen wir zum Cockpit: BMW folgt in der Neuen Klasse nicht dem Trend zu immer mehr und immer größeren Bildschirmen. Es gibt einen zentralen 17,9 Zoll Touch-Bildschirm, deren Seiten sich leicht in Richtung Fahrer neigen. Doch während der Fahrt würdige ich ihn keines Blickes. Die Navigationsangaben sehe ich ja im 3D-Head-up-Display. Zusätzlich erkenne ich Richtungsangaben im „Panoramic Vision“. So nennt BMW den unteren Bereich der Windschutzscheibe. Er ist fünf Zentimeter hoch und 1,10 Meter breit. Damit reicht die Anzeige über die gesamte Breite des Armaturenbretts. Versenkte, leuchtstarke Bildschirme projizieren Inhalte auf die Scheibe. Als eine Art Leinwand klebt auf der Scheibe ein schwarzer Kunststoffstreifen. Er sorgt dafür, dass Anzeigen bei starker Sonneneinstrahlung von der Seite oder von hinten gut zu sehen sind. Auf unserer Tour zeigt sich die Sonne nur kurz, doch sind die Projektionen tatsächlich stets gut erkennbar. Auch mit einer polarisierten Sonnenbrille soll man laut Hersteller die Inhalte gut lesen können. Der Clou: Die Insassen bestimmen, was in der Leiste zu sehen ist. Die Fahrer-Angaben wie Reichweite oder Tempo sind unveränderbar. Doch rechts davon ist Platz für sechs Anzeigen nach Wahl. Das kann die Visualisierung des Sprachassistenten, der aktuelle Musiktitel oder die Ankunftszeit sein. Mit dem M-Paket kommt die Option hinzu, Fahrdynamik-Daten wie beispielsweise G-Kräfte anzuzeigen. 

Blauer Alien-Kopf

Das Bedienkonzept überzeugt. Es schafft einen aufgeräumten Innenraum und gute Übersicht für den Fahrer. Lediglich beim Sprachassistenten ist BMW zu kurz gesprungen. Die aktuelle Visualisierung ist ein unglücklicher Kompromiss der Beteiligten, den man am besten als blauen Alien-Kopf mit weißer Brille zusammenfasst. Sensible Gemüter könnten bei dieser Figur Angst bekommen. Was wie eine Brille wirkt, zwinkert gelegentlich. Es sollen also Augen sein, doch hat man auf Pupillen verzichtet, weil das zu sehr nach Comic-Figur ausgesehen hätte. Auf eine Auswahl unterschiedlicher Visualisierungen des Assistenten hat BMW ebenfalls verzichtet. Es ist ein erster Versuch. Wer den Kopf nicht mag, zieht ihn mit dem Finger aus der Panoramic Vision-Leiste. Stellt man keinerlei Fragen, wird aus dem Kopf nach einigen Minuten das BMW-Logo. Nützlich ist der Silent-Mode, der nicht nur die künstlichen Fahrgeräusche unterdrückt, sondern auch die sechs Anzeigen in der Projektionsfläche abschaltet. Bei nächtlichen Fahrten auf dunklen Landstraßen können die farbigen Anzeigen allerdings zu hell und damit störend wirken. 

BMW iX3 50 xDrive
AntriebAWD
Leistung345 kW
Drehmoment645 Nm
Beschleunigung4,9 s
Höchstgeschwindigkeit210 km/h
WLTPReichweite805 km
Batteriekapazität108 kWh
Ladeleistung DC400 kW
Ladezeit DC 10-80%21 min
Preis68.900 Euro

Ohne Wanken in der Spur

Nach meinem Wechsel auf den Beifahrersitz greife ich auf der Bergetappe zum Haltegriff im Dach. Doch mein Griff geht ins Leere. BMW verzichtet auf allen Plätzen auf die Griffe. Dabei ist das kein Angstgriff, sondern eher eine entspannte Haltung. Zur Ablenkung aktiviere ich die Sitzmassage, die für Entspannung im Rücken sorgt. Das Ziel ist für uns die private Rennstrecke Circuito Ascari. Hier darf das Allrad-Fahrzeug mit 345 kW Motorleistung und 645 Nm Drehmoment zeigen, wie sportlich es ist. Doch mit einer Slalomstrecke sowie einem Notspurwechsel wollen die BMW-Ingenieure vor allem belegen, wie stabil man mit dem iX3 unterwegs ist. Mit 120 km/h geht es in eine Pylonengasse. Am roten Hütchen beginnt die Vollbremsung und gleichzeitig das Ausweichen auf die linke Spur. Hier spürt man erstmals die Reibbremse im Einsatz. Der Wagen bleibt sicher in der Spur und kommt ohne ein Wanken zum Stehen. 

Schneller Einparkhelfer

Auf dem Parkplatz der Rennstrecke probiere ich auch den Parkassistenten aus. In der Regel hat man schneller selbst eingeparkt, als auf diesen Helfer zu setzen. Doch BMW überrascht mich: Jeden Einparkvorgang, vor allem in engen Lücken, vollzieht das Fahrzeug so flott, wie ich es nicht erwartet hätte. Bereits bevor man an einer Parklücke vorbeigerollt ist, zeigt das System die Einparkoption an. Man wählt nur noch aus, ob der Wagen vorwärts oder rückwärts in die quer zum Verkehr stehende Lücke einparken soll. Ist der Parkplatz zu eng, übergibt man mit einem Fingerdruck die Steuerung vom Auto an die Smartphone-App und kann vorher aussteigen. Steht man nicht weiter als sechs Meter vom Auto entfernt und hält die Taste gedrückt, parkt der Wagen dann eigenständig ein. Praktisch!

Altmodische Frunk-Öffnung

Neben den fünf Insassen ist im Kofferraum des iX3 Platz für 520 Liter Gepäck. Mit umgeklappter Rücklehne werden daraus 1.750 Liter. Unter der Fronthaube bietet ein Fach weitere 58 Liter Stauraum. Allerdings lässt BMW bei der Öffnung den Komfort vermissen. Weder beim digitalen Schlüssel auf dem Smartphone, noch in der Knopfleiste der Fahrertür gibt es eine Option zum Öffnen der Fronthaube. Dazu muss man tief unter die Verkleidung links vom Lenkrad greifen und den klassischen Seilzug bedienen. Das wirkt nicht zeitgemäß und vermittelt eher das Gefühl von Notfall. Wer morgens mit seinem Typ-2-Kabel in der Hand vor dem Wagen steht, will nicht erst die Fahrertür öffnen und die Haube entriegeln. Mit dem digitalen Schlüssel auf dem Smartphone, der die Türgriffe bei Annäherung ausfahren lässt, passt das nicht zusammen.

Energie fließt in alle Richtungen

Die jetzt runden Batteriezellen fassen in Summe 108,7 kWh. Die Energie kann auch an externe Geräte (3,7 kW), an das Eigenheim oder das Stromnetz abgegeben werden. BMW bietet mit E.ON einen V2G-Tarif an, bei dem der Nutzer nur fürs Einstecken an die BMW Professional DC-Wallbox im Jahr bis zu 720 Euro Bonus kassieren kann. In dieser Zeit kann E.ON die Batterie nach Vorgabe des Besitzers als Pufferspeicher nutzen. Entnommene Kilowattstunden Energie werden dabei mit gleicher Summe gutgeschrieben wie der Bezug. 

An einem Schnelllader lädt der iX3 mit bis zu 400 kW Ladeleistung. So werden in 21 Minuten der Ladehub von zehn bis 80 Prozent erreicht. Ein Ladestopp bot sich auf der Proberunde leider nicht an. Nach der Fahrt über 250 Kilometer stehen noch 520 Kilometer bzw. 57 Prozent Batteriekapazität in der Fahreranzeige – die Reichweite ist schlicht zu hoch, um in so kurzer Zeit einen Ladestopp testen zu können. Somit kann ich erst bei einer längeren Ausfahrt im kommenden Jahr testen, was sich die Ingenieure für den Ladekomfort überlegt haben: Damit man nämlich keine Zeit bei der Anfahrt öffentlicher Ladepunkte verliert, gleicht BMW die GPS-Daten der Ladesäulen mit den GPS-Daten der ladenden Fahrzeuge ab. Bei der Auswertung traten Abweichungen von bis zu 150 Metern bei einer großen Zahl der weltweit 1,6 Millionen Ladepunkt im BMW-Netzwerk zu Tage. Die BMW-Routenführung passt nun die Standorte der Säulen den ermittelten Werten an. Gleiches gilt auch für die Ladeleistung. Ergeben die anonymisierten Daten der Kundenfahrzeuge, dass eine Vielzahl nur mit maximal 200 statt der angegebenen 400 kW an einem Standort laden, korrigiert die Software die berechnete Ladedauer als auch die weitere Ladeplanung für die Route.

Was ist in der Praxis noch wichtig? Der Verbrauch auf meiner Testrunde liegt bei 22,2 Kilowattstunden auf 100 Kilometer. Das überrascht bei dem Wetter, der Temperatur und dem überwiegenden Fahranteil in den Bergen bei einem 2,3 t schweren E-Auto kaum. Laut WLTP-Angaben liegt der Verbrauch aber bei 17,9 kWh auf 100 km. Hier kann erst ein Langzeittest ermitteln, ob’s realistisch ist.

Fazit

Mit dem iX3 liefert BMW ein gelungenes Langstrecken-Fahrzeug, das sich technisch auf Augenhöhe mit allen globalen E-Autoherstellern bewegt. Preislich startet die Variante 50 xDrive bei 68.900 Euro. Laut Angaben von BMW fällt die Kundenreaktion nach der Vorstellung auf der IAA sehr positiv aus. Viele Kunden bestellen das E-Auto bereits ohne jede Probefahrt! Die geplante Stückzahl, die ab Frühjahr 2026 aus dem ungarischen BMW-Werk in Debrecen zu den Händlern rollt, sei bereits ausverkauft. Wer sich also für das erste Modell der neuen Klasse interessiert, muss sich mit seiner Auslieferung bis 2027 gedulden.  

Autor: Dirk Kunde

19 Kommentare

zu „Erste Ausfahrt im BMW iX3: Das E-SUV, das die Reichweitenangst besiegt“
Flad Uwe
07.12.2025 um 12:26
Eine klasse Ingenieurleistung. Beachtenswert. Endlich ein Auto für die breite Masse für schlappe 68000, das bemerkenswert gegen die „Deutsche Reichweitenangst“ hält.
Rue
10.12.2025 um 08:55
Zumal sich auch noch die Querfugen ums Auto bewegen ;-) "Natürlich hört und spürt man Querfugen der Fahrbahn über die 20-Zoll-Räder rollen."
H. Ebel
10.12.2025 um 08:12
Meinst du das ernst mit "was für diebreite Masse bei 68000,-€" ? Wir brauchen endlich bezahlbare kleinere Autos ohne zu viel Schnickschnack.
Für einen klareren Sprachgebrauch
07.12.2025 um 16:37
Der Begriff „Reichweitenangst“ sollte aus unserem Sprachgebrauch getilgt werden. Er ist eine sprachliche Entgleisung, die ihren Ursprung in interessengeleiteten Debatten (Petrolisten) und boulevardesker Zuspitzung hat. „Angst“ ist ein Wort von zu schwerem Gewicht, um es mit einer Belanglosigkeit wie der schlichten Frage nach der Reichweite zu verknüpfen. Mein Appell an Redakteure und Journalistinnen: Widersteht der Versuchung, diesen Begriff weiter zu perpetuieren, und konzentriert euch auf eine sachliche, nüchterne Bewertung von Fahrzeugeigenschaften. Dieser Ausdruck findet bei keinem anderen Verkehrsmittel Anwendung, weder bei Verbrennern noch bei Flugzeugen, Pedelecs oder anderen Fortbewegungsmitteln.
Dirk
08.12.2025 um 12:31
Bitte etwas Verständnis. "Ladesäulenverfügbarkeitsangst" ist ein wenig zu lang. Das ist doch der Kern des Problems. Manche Top-Verbrenner kommen keine 400km weit, aber ich brauche halt auch nur 5 Minuten an der Tankstelle. Ob nun 5 oder 20 Minuten wäre vermutlich auch vielen egal, aber wenn ich auf der Urlaubsfahrt eine Schlange an der Ladesäule habe, dann wird es nervig. So irrational das auch immer sein mag, aber das sind Themen welche die Leute bewegen. Klar, längere Reichweite führt zu weniger Ladestopps, doch leider hat sich die Reichweite im E-Auto Quartett als Jokergröße bereits etabliert.
Sebastian, Verhaltensforscher
08.12.2025 um 22:18
Nein, mein Verständnis ist erschöpft. Menschen fürchten einen tödlichen Autounfall, den Verlust ihrer Existenz oder ähnliches. Jedoch gewiss nicht, die Ausdauer ihres Fahrzeugakkus könnte unzureichend sein. Fürchten Sie im Alltag, Ihr Smartphone-Akku könne im nächsten Moment leer sein? Natürlich nicht. Sie laden ihn einfach jederzeit und überall nach. So verhält es sich auch mit E-Autos. Abgesehen von wenigen, wirklich abgelegenen Regionen steht nahezu überall ein DC-Lader bereit. Selbst wenn es einmal knapp wird, findet sich in unmittelbarer Nähe eine AC-Säule zur Überbrückung. Ihre Annahme, die „Reichweite“ bewege Menschen heute noch beim Autokauf, speist sich aus der Hysterese eines in den 2010er-Jahren relevant gewesenen, inzwischen jedoch obsolet gewordenen Themas. Diese Hysterese wird nicht geringer, wenn Journalistinnen, Redakteure, PR-People, Marketing-Mäuse oder Content-Creators weiterhin unnötigerweise von „Angst“ in Bezug auf „Reichweite“ sprechen. Damit bedienen sie einzig die Narrative jener, die der Antriebswende ablehnend gegenüberstehen. Wer das billigend in Kauf nimmt, trägt zur weiteren Verzögerung der Elektromobilität bei. Deutsche Angstkomplexe lassen sich sehr einfach bespielen. Zum zweiten Teil Ihres Kommentars: Die „Reichweite“ fungiert lediglich in bestimmten Kreisen des E-Auto-Quartetts als Jokergröße. Für die breite Mehrheit der Bevölkerung jedoch gilt: Sie benötigt erschwingliche Elektroautos mit moderaten Batteriegrößen für alltägliche Wege. Die lautesten Rufe nach „mehr Reichweite“ gehören, wie so oft in künstlich aufgeblasenen Debatten, zu jenen Stimmen, die man getrost ignorieren kann. Deutsche Hersteller pflegen gern das Narrativ: „Mit mehr Reichweite sind Sie auf der sicheren Seite.“ Warum? Um größere Akkus und damit teurere Fahrzeuge zu verkaufen. Sehr viel näher an der tatsächlichen Lebenswirklichkeit der europäischen Bevölkerung liegt die Akkupolitik von Renault–Nissan, Stellantis und Kia–Hyundai.
simon
07.12.2025 um 15:20
Wer die Frunk Öffnung verbrochen hat der gehört gefeuert. Mercedes verbaut vorne sogar eine Taste im Logo zum Öffnen des Frunks und bei BMW zieht man den Hebel. Von Mercedes kann sogar Tesla was lernen, das Frunk öffnen in der App nervt mich schon, nutze deswegen den Frunk nie. Sonst ist das echt ein tolles Auto. Software gut, Hardware echt zeitgemäß und das Design ist viel besser geworden. Ich bin schon sehr auf den iX1 gespannt, am liebsten wär mir ein 1er, aber iX1 geht auch. Ist halt eher was für Pensionisten, aber einen Tod muss man sterben.
Christoph
07.12.2025 um 16:52
Der BMW i3 I01 hatte bereits einen elektrischen Frunk. Mit Taste im Schlüssel und nach Ausstattung eine extra Taste im Fahrzeug bei Keyless Entry. Warum hat sich BMW gegen eine elektrische Frunk-Öffnung ausgesprochen? Und warum werden Türtaschen nicht mit einem soften Material wie Filz etc. versehen?
Simon
07.12.2025 um 22:26
Die Frunköffnung, Filz in den Taschen und zu viel Hartplastik. Bei den Chinesen und Tesla ist alles weich. Das ist den meisten auf der IAA auch negativ aufgefallen. Sehr schade, weil der Rest vom Fahrzeug ist richtig gut.
Christoph
09.12.2025 um 17:28
Es wäre kaum überraschend, wenn BMW auch noch den Haubenlift streichen würde. Mit teurem überflüssigem Panoramic Vision glänzen und Jahrzehnte bewährte Funktionalität und Bedienung canclen. Was soll das?
Tim N.
07.12.2025 um 21:32
Verstellbare Kopfstützen oder Knieausformungen der Rückenlehnen sind ja so 90s. Da liebe ich es viel mehr, wenn einem im Fahrersitz ein unerträglicher Rundrücken aufgezwungen und das Kinn permanent auf die Brust gedrückt wird, wie im Sixt-G31 530d mit elektrisch verstellbaren Seriensitzen. Aber ich bin nur 1,73 m, ich falle wahrscheinlich aus dem Kundenraster.
Mark Müller
07.12.2025 um 23:21
Okay, aber der primäre Preis für die grosse Reichweite ist das hohe Gewicht - das hier nicht genannt ist - von knapp 2'400 kg.
Jörg
08.12.2025 um 08:30
warum die Reichweitenangst erst bei 800km Reichweite plötzlich verschwunden ist, bei anderen Modellen mit 700km jedoch nicht, kann der Autor wahrscheinlich nicht erklären...
RainerLEV
08.12.2025 um 09:00
Irgend einen Aufhänger braucht der Autor halt. Diesmal war es die Reichweitenangst. Meiner ist auf der Autobahn nach ca. 300 km bei 10%. Es passt meistens. Reichweitenangst hatte ich noch nie. Mit 100 km mehr Praxisreichweite (600 km WLTP) 100%ig zufrieden. Mit Anhänger sieht die Welt natürlich wieder anders aus.
Mike
08.12.2025 um 10:31
Technisch und optisch sehr gut umgesetzt und wirklich spitze. Mir wäre aber auch ein IX1 lieber, wenn der mit der Technik kommt und auch Sitzbelüftung bekommt, schaue ich nochmal genauer hin, da ich die Größe des IX3 nicht brauche. Hier ist Mercedes jetzt schneller mit GLB EQ, Sitzbelüftung habe ich dort aber auch im Konfigurator gefunden, vielleicht auch ein unnötiger Luxus? Bei Hyundai habe ich mich schon seit 5 Jahren daran gewöhnt.
Martin Seiler
08.12.2025 um 15:18
Reichweite? 600 km dürften für die meisten schon ausreichen und mehr hat das Fahrzeug realistischer Weise und bei guten Bedingungen nicht. Warum muss man den Leuten vorgaukeln, ein BMW verbrauche 12,5 kWh pro 100 km? Das wird nicht stimmen, auch wenn man es noch so oft behauptet.
Andy
09.12.2025 um 14:26
Hallo zusammen, ich verstehe den Author irgendwie nicht, vielleicht kann mir da jemand helfen: Reichweite 805km WLPT 108kWh Batteriekapa und "laut WLTP-Angaben liegt der Verbrauch aber bei 17,9 kWh auf 100 km". also 108kwh/805km*100=13,416kWh/100km oder 108kWh/(17,9kWh/100km)=603,35km da passt was nicht. Wird da nur noch abgeschrieben oder auch noch hinterfragt/rechaerchiert?
Sebastian Schaal
09.12.2025 um 14:35
Hallo Andy,das ist ein grundsätzliches Thema: Aus dem WLTP-Verbrauch kann nicht auf die WLTP-Reichweite geschlossen werden und umgekehrt! In der Verbrauchs-Ermittlung wird an quasi an der Steckdose gemessen, also inklusive aller Ladeverluste. Die WLTP-Reichweite wird hingegen rein im Fahrzeug ermittelt, also ohne Ladeverluste. So ergibt sich diese Differenz! Es stimmen also sowohl der Verbrauch von 17,9 kWh/100km nach WLTP als auch die Norm-Reichweite von 805 Kilometern.Viele Grüße Sebastian Schaal
Rue
10.12.2025 um 08:52
Das wären hier 4,5kWh Ladeverluste bei 17,9kWh (also etwa 1,5h mit 11kw Ac-Wallbox)? Oder anders: von 11kW LAdeleistung gehen nur 8kW zum Laden in den Akku??? Erscheint mir nicht plausibel.

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