DAF erweitert E-Lkw-Sortiment um weitere Achsformeln
DAF diversifiziert sein E-Lkw-Angebot um neue Varianten. Das seit Kurzem auf die Straße gekommene schwere Lkw-Duo XD Electric und XF Electric ist dabei zurzeit als 4×2-Sattelzugmaschine und Pritschenwagen oder als 6×2-Lkw mit gelenkter Vor- oder Nachlaufachse erhältlich. Beim Launch kündigten die Niederländer aber bereits an, das Angebot an weiteren Achskonfigurationen im Laufe des Jahres 2026 zu erweitern. Dasselbe gilt für den kürzlich angekündigten XG und XG+ Electric, der sich technisch nicht von dem Schwerlast-Duo unterscheidet, aber komfortablere Kabinen für die Ferndistanz bietet. Dieser wird zu Anfang als 4×2-Sattelzugmaschine und 6×2-Lkw mit gelenkter Nachlaufachse in den Handel kommen.
Alle E-Lkw laufen in Eindhoven vom Band und sind elektrische Ableger von bis dato reinen Verbrenner-Baureihen. Laut den Niederländern wurden die Elektroversionen jedoch bei der Entwicklung von Anfang an mitgedacht. Insofern sollen sie den vollelektrischen Transport bei DAF auch auf eine neue Ebene heben. Technisch leisten sie dank E-Motoren von Konzernmutter Paccar (D1 oder D2) zwischen 170 und 350 kW bei LFP-Batterieoptionen zwischen 210 und 525 kWh (zwei bis fünf Packs). Die Maximalkonfiguration mit fünf Packs soll dabei für über 500 Kilometer Reichweite sorgen. Als Ladeleistung gibt DAF für das DC-Laden 325 kW an.
Dieser Grundaufbau gilt auch für die neuen E-Lkw-Varianten, die DAF als strombetriebene Alternativen für „spezifische Anwendungen und die Bauindustrie“, vorstellt. Die neuen Fahrgestelle sind dabei sowohl für den XD und XF Electric als auch für den neuen XG und XG+ Electric erhältlich. Hier eine Kurzübersicht:
- Als FTG und FTN Electric schiebt DAF nun 6×2-Sattelzugmaschinen mit gelenkter Vorschub- oder Nachlaufachse nach. Die neuen Varianten positioniert DAF als passende Wahl für „anspruchsvolle Verteileranwendungen mit maximaler Rangierfreundlichkeit“. Erhältlich sein werden FTG und FTN Electric bis zu einem zulässigen Gesamtgewicht von 50 Tonnen.
- Beim neuen FAS Electric handelt es sich um einen 6×2-Lkw mit Nachlaufachse, die sich speziell für Kipper und Anwendungen mit abnehmbaren Containersystemen eignet. Hier ist eine 10-Tonnen-Doppelnachlaufachse verbaut. Der FAS Electric bietet ein zulässiges Gesamtgewicht bis 28 Tonnen.
- Mit dem FAT und FAW Electric erweitern zudem 6×4- und 8×4-Lkw mit doppelt angetriebener Tandem-Achse das Sortiment. Sie eignen sich laut DAF für den Schwerlasteinsatz im Baugewerbe.
DAF betont, dass mit den neuen Mehrachs- und Doppelantriebsmodellen nun für nahezu alle Transportanwendungen eine emissionsfreie Lösung verfügbar sei. Jeroen van den Oetelaar, Mitglied der Geschäftsführung und Leiter der Produktentwicklung, betont, dass die neuen Varianten „selbstverständlich über dieselbe DNA wie die DAF XD, XF, XG und XG+ Electric verfügen“. „Damit setzen sie auch in ihrem Segment Maßstäbe in puncto Sicherheit, Komfort und Benutzerfreundlichkeit. Dank der großen Auswahl an Modellen, Fahrerhäusern, Motoren und Fahrgestellen bietet DAF maßgeschneiderte Lösungen für jeden Transporteinsatz, auch für den Elektrobereich.“




Zum FTG-Fahrgestell für 6×2-Sattelzugmaschinen präzisieren die Verantwortlichen, dass dieses wahlweise mit einer gelenkten oder ungelenkten Vorlaufachse ausgestattet sei, während der FTN stets über eine gelenkte Nachlaufachse verfügt. „Damit eignet sich der FTG sowohl für den Schwerlast-Verteilerverkehr als auch – beispielsweise – für den Transport von Baumaterialien. Die gelenkte Vorlaufachse garantiert höchste Geländetauglichkeit“, wirbt DAF. Das FTN-Fahrgestell punktet dagegen eher, wenn hohe Nutzlast in Kombination mit hoher Manövrierfähigkeit gefragt ist, etwa im städtischen Verteilerverkehr. Durch das zulässige Gesamtgewicht von bis zu 50 Tonnen sind bei diesen Sattelschlepper-Versionen laut DAF zudem extra lange Sattelzüge („EcoCombis“) darstellbar. Beide 6×2-Sattelzugmaschinen sind dabei technisch mit dem D2-Motor für eine Leistungsspanne zwischen 270 und 350 kW ausgestattet. Der FTG verfügt serienmäßig über drei Akkupacks (315 kWh), beim FTN sind drei bis fünf Packs möglich (315 – 525 kWh).
Als weiterer Neuling soll der FAS Electric als 6×2-Lkw mit Nachlaufachse und bis zu 28 Tonnen zGG glänzen. Das Besondere: Der FAS verfügt über eine doppelt montierte Nachlaufachse mit einer Tragfähigkeit von zehn Tonnen. Dies mache ihn ideal für Kipper und Lkw mit abnehmbaren Containersystemen, bei denen das gesamte Gewicht der Ladung während des Be- und Entladens kurzzeitig auf der dritten Achse ruht, wie DAF ausführt. Optional ist eine anhebbare dritte Achse erhältlich, um den Energieverbrauch und den Reifenverschleiß zu reduzieren. Der FAS Electric ist mit D1- oder D2-Motor wählbar, liefert also je nach ausgesuchter Motorisierung 170 bis 350 kW. Auch bei den Batterieoptionen stehen drei bis fünf Packs zur Auswahl (315 – 525 kWh).
Abschließend noch zum neuen FAT und FAW Electric: Ersterer ist ein 6×4-, Letzterer ein 8×4-Lkw mit je doppelt angetriebener Hinterachse. Solche Achs-Konfigurationen sind vor allem im Baugewerbe oder bei anderen anspruchsvollen Anwendungsszenarien gefragt. Beide Versionen verfügen über einen 21-Tonnen-Tandem-Antrieb – wahlweise mit Einzel- oder Radnabenuntersetzung, Blatt- oder Luftfederung. Der 6×4 FAT ist zudem auch mit dem leichteren 19-Tonnen-Tandem-Antrieb von DAF erhältlich und bietet ein zulässiges Gesamtgewicht von bis zu 29 Tonnen – „bestens für Kipper- und Betonmischereinsätze“, wie DAF betont.
Der FAW hat mit seiner 8×4-Konfiguration dagegen ein zulässiges Gesamtgewicht von bis zu 37 Tonnen. Er wartet zudem mit einer gelenkten Nachlaufachse hinter dem doppelt angetriebenen Hinterachsantrieb auf und soll unter anderem „Kipper- und Containersysteme in Kombination mit einem Kran sowie für den Transport großer Mengen Sand, Kies und Asphalt“ unterstützen. Sowohl FAT als auch FAW Electric können mit dem D1- oder dem D2-Motor (170 – 350 kW) sowie drei bis fünf Akkupacks (315 – 525 kWh) ausgestattet werden.
Wichtig: Der 6×4 FAT ist auch als explizites Baumaschinenmodell erhältlich – und zwar in den Versionen XDC und XFC. Diese zeichnen sich durch eine größere Bodenfreiheit von bis zu 40 Zentimetern (abhängig von der Reifengröße) und einen Böschungswinkel von 25 Grad aus. Außerdem heben sich XDC und XFC Electric durch einen robusten Kühlergrill, einen Stahl-Kühlerschutz, Stoßfänger mit integrierter LED-Beleuchtung und eine optionale flexible Trittstufe ab.
Grundsätzlich gilt, dass sich die Batterien bei der neuen E-Lkw-Generation von DAF flexibel positionieren lassen, was eine große Bandbreite von Aufbauten gewährleisten soll. Und optional lassen sich die Fahrzeuge mit einer ePTO auf 650-Volt-Basis in den Ausführungen 25 kW, 60 kW und 100 kW ausstatten – etwa zur Stromversorgung eines Kühl- oder Kippaufbaus.




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