UK plant Millionen-Invest in Stromnetzausbau an Autobahnraststätten
Die Konsultation der Regierung läuft bis zum 28. Juli 2026 und zielt darauf ab, Stellungnahmen von relevanten Organisationen, Vertretern der Industrie und anderen Interessengruppen einzuholen. Sollte das Programm namens „Strategic Charging Infrastructure“ (SCI) im Nachgang der Konsultationsphase umgesetzt werden, würde es das frühere Pilotprojekt „Rapid Charging Fund“ im Umfang von 70 Millionen Pfund beerben. Letzteres war von der konservativen Vorgänger-Regierung im Dezember 2023 ins Leben gerufen worden und endete ohne die Vergabe von Fördermitteln. Grund war, dass die Betreiber von Autobahnraststätten sich aufgrund strenger Förderbedingungen weigerten, Verträge mit der damaligen Regierung abzuschließen.
Das SCI-Programm mit seinem prognostizierten 190-Millionen Pfund-Budget (rund 222 Millionen Euro) reagiert auf diesen Streitpunkt und sieht vor, dass die aktuelle Regierung direkt Verträge mit Netzanschlussanbietern abschließt, um die Netzkapazität zu erhöhen und diese Kapazität dann zu einem stark subventionierten Tarif an die Betreiber von Ladestationen weitergibt.
Sollte dies gelingen, würde damit eines der größten Hindernisse beseitigt, das den Ausbau von ultraschnellen Ladestationen für Elektrofahrzeuge auf englischen Autobahnen verlangsamt – und der Aufbau einer Hochleistungs-Ladeinfrastruktur an Standorten ermöglichen, an denen derzeit kein ausreichender Netzanschluss vorhanden ist. Dies geschieht vor dem Hintergrund des langfristigen Ziels, die Zahl der öffentlichen Ladestationen für Elektrofahrzeuge in Großbritannien bis 2030 auf 300.000 Einheiten zu erhöhen.
Das Verkehrsministerium erklärt, das Programm solle sicherstellen, dass betroffene Autobahnraststätten bis 2030 über ausreichende Stromkapazitäten verfügen, um den prognostizierten Bedarf an Ladestationen bis 2035 und darüber hinaus zu decken. Die Förderung gilt ausschließlich für bestehende Autobahnraststätten in England, wobei größere Standorte an A-Straßen ausgeschlossen sind. Laut dem Portal „Motor Trade News“ wird sich die Standortauswahl dabei auf Gebiete konzentrieren, „in denen der prognostizierte Strombedarf die Netzkapazität deutlich übersteigt und die Anschlusskosten ein wirtschaftlich tragbares Niveau überschreiten“.
In einer Erklärung führt das Verkehrsministerium aus: „Es gibt eine Minderheit von Autobahnraststätten, an denen die Kosten für die Netzkapazität zur Deckung des Bedarfs nach wie vor nicht wirtschaftlich tragbar sind. Diese hohen Kosten an einigen Standorten sind das Haupthindernis für den Aufbau eines flächendeckenden Netzes von EV-Ladestationen entlang des gesamten Autobahnnetzes. Das Programm wird den Aufbau eines starken, frei zugänglichen Ladeangebots für Elektrofahrzeuge im gesamten Autobahnnetz fördern, indem es die Kosten für den Ausbau der Stromversorgung als Hindernis für die Bereitstellung von Lademöglichkeiten in einer Teilmenge der betroffenen Metropolregionen (MSAs) in England beseitigt. Die Regierung wird dies durch den Ausbau der Stromnetze in ausgewählten MSAs erreichen, in denen die Kosten nicht wirtschaftlich sind. Die dadurch geschaffene Netzkapazität wird der Industrie dann zu einem subventionierten, wirtschaftlich tragbaren Preis zur Verfügung stehen.“





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