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„Mehr Reichweite, schnelleres Laden, höhere Effizienz“ – Fritz Bottin, NOW GmbH

Bottin now live juni

Die Elektromobilität in Deutschland ist auf dem besten Weg zum Massenmarkt, doch die Sorgen der Kunden rund um Ladezeit und Reichweite halten sich hartnäckig. Fritz Bottin, Programmmanager bei der bundeseigenen NOW GmbH, lieferte in seinem Vortrag bei electrive LIVE eine fundierte Analyse des Status quo und warf einen Blick in die „Antriebsglaskugel“ der kommenden Jahre.

Dass die Skepsis bei potenziellen Käufern noch vorhanden ist, überrascht wenig, wenn man die Marktdaten betrachtet. „Man sollte möglichst wenig Zeit an der Ladesäule verbringen“, beschreibt Bottin das Anforderungsprofil der Kunden. Mit Blick auf die Neuzulassungen zeigt sich jedoch ein klarer Trend: Im Durchschnitt der letzten zwölf Monate waren bereits über 21 Prozent der Neuzulassungen Batterie-elektrisch.

Der technologische Fortschritt ist unübersehbar: Zwischen 2018 und 2026 ist die Batteriekapazität massiv gewachsen, während das Batteriegewicht nicht im gleichen Maße zugenommen hat. Dennoch mahnt der Experte zur Einordnung: „Die Reichweitenzuwächse wurden hauptsächlich dadurch erzielt, dass einfach größere Batterien eingebaut werden und weniger dadurch, dass der WLTP-Verbrauch sinkt“. Effizienzgewinne seien zwar möglich, doch bei steigender Fahrzeuggröße und -gewicht stoßen diese an Grenzen.

Besonders spannend ist der Blick in die Zukunft, für den die NOW-Experten in „Cleanroom-Gesprächen“ Daten internationaler Hersteller ausgewertet haben. Dabei zeigt sich eine klare Priorisierung der Branche: „Die Hersteller fokussieren sich darauf, Ladezeiten zu verringern und dadurch einfach die Experience für potenzielle BEV-Fahrer zu verbessern“. Während die Reichweiten moderater wachsen, schrumpfen die Standzeiten an den Ladesäulen rapide.

Die Prognosen bis 2030 zeichnen ein deutliches Bild: E-Autos werden den Markt dominieren, während Plug-in-Hybride ihre Rolle als Brückentechnologie zunehmend verlieren. „Ab 2029 wird fast die Hälfte des Pkw-Absatzes rein elektrisch sein“, prognostiziert Bottin auf Basis der Herstellerbefragungen. Für die Ladeinfrastrukturplanung ist dieses Wissen elementar, um das Netz auf den wachsenden Bestand von geplanten 8 Millionen reinen Stromern in Deutschland vorzubereiten.

Wer außerdem wissen will, wie das Ziel von 50 Prozent nachgeladener Gesamtreichweite in nur zehn Minuten Ladezeit erreicht werden könnte, sollte sich den gesamten Vortrag ansehen. Denn am Ende stellt sich nicht mehr die Frage, ob man weit kommt, sondern nur noch, wie kurz die Pause sein darf – und Bottin liefert die Daten, die zeigen, dass die Technik den Fahrern die Entscheidung bald abnimmt.

Um sich den Vortrag von Fritz Bottin anzuschauen, nutzen Sie bitte den Videoplayer oberhalb des Beitrags oder gehen zu YouTube.

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