06.09.2013 - 10:08

Die Trends von der Eurobike: Die S-Pedelecs sind los.

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Während in Frankfurt gerade die Automobiler auf der IAA um die Wette stromern, beleuchtet Nora Manthey in ihrer Serie den nächsten Trend von der Eurobike. Heute geht es um die kraftvollen S-Pedelecs von Stromer, Klever Mobility, BikeTec und Haibike. Und da sollten auch die Automobiler aufhorchen: Denn die bis zu 45 km/h schnellen Speed-Bikes haben sich in der Schweiz bereits zur echten Auto-Alternative entwickelt. Und sie werden immer besser!

Auf der Eurobike 2013 deutete sich das ganze Ausmaß der Elektrifizierung des Fahrrades an: E-Bikes dringen in alle Segmente ein und sind nicht mehr nur Tiefeinsteiger, sondern setzen auf Performance. Neben elektrischen Mountain- und Trekkingbikes oder Rennrädern entstehen neue Formen, die fast schon an Mopeds oder Motorräder erinnern. Unterstützt wird diese Entwicklung technisch durch ein größeres Angebot zuverlässiger und starker Antriebssysteme, die locker bis zu 45 km/h ermöglichen und in sogenannten S-Pedelecs eingesetzt werden können.

Das „S“ steht dabei für schnell oder Speed, wird aber manchmal auch für Schweiz verwendet. Ohne Quatsch! Der Alpenstaat hat nicht nur die klarste Regulierung für diese Kleinkrafträder, sondern auch die höchste Verbreitung und – bedingt durch die Berge – hohen Bedarf an starken, schnellen E-Bikes. Einige Beispiele:

Stromer

Die heute zu BMC gehörende Firma Stromer sitzt in Oberwangen nahe Bern und baut seit 2009 kraftvolle und robuste E-Bikes. CEO von BMC und Gründer von Stromer, Thomas Bingelli, beziffert den Anteil von S-Pedelecs an Stromer-Verkäufen auf 95 Prozent bei etwa 20.000 Einheiten pro Jahr. „Performance, Integration und Design“ sind seine Leitmotive. Und so hat es das kompakte Kraftpaket schon mal bis nach Hollywood und in die Garage von Leonardo di Caprio geschafft.

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Der Stromer ST 1. Der ST2 wird im Februar 2014 vorgestellt.

Der typische Stromer-Rahmen zeichnet sich durch ein breites, eckiges Unterrohr aus. Darin steckt die Batterie, die den TDCM-Antrieb (ehemals Ultra Motor) im Hinterrad mit Energie versorgt. Drei verschiedene Geschwindigkeiten sind möglich: 25, 35 und 45 km/h. Nur die Pedelec-Klasse gilt als Fahrrad, die anderen beiden sind bereits als Kleinkraftrad eingestuft und unterliegen entsprechender Homologation. Rückspiegel und Nummernschild sind angesagt, sowie das Fahren auf der Straße. Der Radweg ist tabu. Die Schweiz lässt die E-Bikes jedoch auch in Fußgängerzonen zu, sofern der Motor dann abgestellt ist. Schließlich sollen E-Bike-Pendler nicht bestraft werden, sondern gefördert.

Der Hinterradnabenmotor im Testrad sorgt für ordentlichen Schub, wenn auch der ID-Bike-Sensor am Ausfallende für leicht verzögertes Ansprechverhalten sorgt, bzw. bei den starken Bikes entsprechende Trittkraft auf die Pedale erfordert. Für Federung sorgen fette Big-Ben-Reifen von Schwalbe sowie die Federgabel und – sattelstütze. Bei Geschwindigkeiten bis zu 45 km/h ist eine gewisse Nachgiebigkeit essentiell.

Klever Mobility

Aus deutsch-taiwanesischer Hand kommt die neue Marke Klever Mobility mit eigenwilligem Design, für das sie bereits in ihrem ersten Jahr zweifach ausgezeichnet worden ist. Die Klever-Bikes mit den Modellnamen S und B gibt es offiziell als 25er Variante, doch dank ihrer Robustheit und ihres Gewichts sind sie wie geschaffen für die schnelle Klasse. Entsprechend standen auf der Eurobike die ersten 45er Prototypen zum Testfahren bereit!

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Das Klever B25 wurde mit dem Eurobike Award 2013 ausgezeichnet.

Hinter der Marke steckt der erfahrene Scooter-Hersteller Kymco. Die Klever-Bikes fahren sich denn auch ein bisschen wie Motorräder oder Mopeds, nur bequemer, da vollgefedert. Der von 700 auf 500 W heruntergeregelte Motor sitzt im Hinterrad, die Batterie zentral. Das B45 lädt in aufrechter Sitzposition mit hohem Lenker und Vollfederung zum Cruisen ein und man denkt lächelnd an „Töffli“, auch wenn man in die Pedale tritt. Auf dem Prototypen des S45 mit Unisex-Rahmen und verstärktem Mittelrohr sitzt man sportlicher, ist gut gefedert und hat nicht nur optisch das Gefühl, auf einer echten Maschine zu sitzen.

BikeTec

Ein typisches S(chweizer) Pedelec ist der Flyer RS von BikeTec. Sein Design weicht kaum von einem Trekkingrad ab, nur ist es viel schneller und stärker. Der Name RS für „Really Sportive“ ist Programm. Für kraftvollen Vortrieb sorgt der neue Panasonic-Mittelmotor – ein heimliches Highlight der Messe. Die Japaner haben ihr System um ein Antriebsritzel erleichtert und die Ansteuerung verbessert, indem jetzt neben der Trittfrequenz auch die Geschwindigkeit gemessen wird.

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Der Flyer RS mit kraftvollem Panasonic-Antrieb.

Beim Einsatz in den Flyer RS-Pedelecs setzt der Motor nominal 350 Watt frei. Die späte Abriegelung bei 45 km/h erlaubt ein fein abgestuftes Ansprechverhalten, so dass man deutliche Leistungssteigerungen bei stärkerem Treten spürt und dazu fast herausgefordert wird. Der breite und gefederte Lenker des Flyer RS mit Daumencockpit vermittelt zudem den Eindruck totaler Kontrolle und Sicherheit, selbst bei hohen Geschwindigkeiten.

Haibike

Ganz dem Sport verpflichtet bleibt Haibike. Das elektrische XDuro Race ist ein hochwertiges Rennrad, dem ein Bosch-Performance-Antrieb verpasst wurde. Interessante Blüten treibt hier die Homologation, die eigentlich für Kleinkrafträder gemacht ist und vorschreibt, dass die Bremse aus jeder Position der Hand am Lenker erreichbar sein muss. So hat das XDuro Race in der Variante mit Rennradlenker vier Bremsen und einen tiefen Rückspiegel. Rechtlich müssen S-Pedelec-Fahrer einen „geeigneten“ Helm tragen. Ob dies ein Fahrrad-, Moped- oder Motorradhelm ist, ist beim Zwitterwesen S-Pedelec bisher ungeklärt.

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Sportlich: Das Haibike XDuro Race mit gleich vier Bremsen.

Haibike-Produktmanager Daniel Hopf gab vor der Probefahrt nur eine Erklärung, die alles umfasst, was man bei diesem Bike wissen muss: „Machste auf Turbo und los geht‘s!“ Und Hopf sollte Recht behalten. Das Bike hat alle Eigenschaften eines Rennrades, es ist also so sehr auf Geschwindigkeit ausgelegt, dass der Bosch-Motor vor allem im Turbo-Modus wirklichen Spaß macht oder gefühlten Zugewinn gibt. In Eco, Tour und Sport kommt eher das Gefühl auf, man würde gebremst – allerdings hat dies wohl auch damit zu tun, dass man vorher einfach soviel Turbo hatte, dass alles Andere dagegen irgendwie lahm wirkt. Wer einmal über die Landstraße düsen will, als würde einen das Peloton der Tour de France jagen, hat mit einem solchem Bike sogar die Chance zu gewinnen.

von Nora Manthey

Die Trends von der Eurobike – das komplette Dossier:

Teil 1: Zentralmacht Bosch >>
Teil 2: Integrationsprojekt Brose >>
Teil 3: Die S-Pedelecs sind los >>
Teil 4: Vernetzt in die Zukunft >>

Autor: Jens

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