02.08.2016

Bosch startet Elektro-Scooter-Sharing COUP in Berlin

*Dieser Artikel wurde aktualisiert, das Update finden Sie ganz unten.*

Der Automobil-Zulieferer Bosch schickt sich an, ein Elektro-Roller-Sharing in Berlin zu starten. Entsprechende Gerüchte machen schon seit Wochen die Runde in der Hauptstadt. Heute drehte am Hackeschen Markt – direkt vor dem Büro von electrive.net, dem Branchendienst für Elektromobilität – ein Kamerateam mit einem Elektro-Scooter seine Runden, augenscheinlich für Promo-Aufnahmen. 

Der Aufdruck an den Flanken des schwarz-grünen Rollers lässt auf den Namen des neuen Mobilitätsangebots schließen: COUP. Auf Nachfrage gab sich das Filmteam zwar schmallippig, bestätigte aber, dass es sich dabei um das „neue Roller-Sharing von Bosch“ handele und der Start kurz bevor stehe. Eine Website mit dem Logo (aber ohne Inhalte) gibt es unter joincoup.com auch schon. Ein Bosch-Sprecher bestätigte gegenüber electrive.net die Zugehörigkeit der Marke zu dem Konzern. Dass es noch nichts im Netz dazu gäbe, könne „sich morgen ändern“.

Bitte lächeln: Ein Elektro-Scooter von COUP bei Dreharbeiten in Berlin.

Nach Informationen von electrive.net will Bosch 500 bis 700 E-Scooter im Free Floating auf die Berliner Straßen schicken. Das Projekt COUP wurde wohl mit der Boston Consulting Group (BCG) mit deren Digital-Ableger Digital Ventures entwickelt – und auf höchster Ebene vorangetrieben. Die elektrischen Roller stammen von Gogoro. Der Hersteller aus Taiwan hatte unlängst seine Expansion nach Europa angekündigt. Die Smartscooter werden auch schon mit Akku-Wechselstationen betrieben. Ob das auch in Berlin vorgesehen ist – unklar. Eine Kampfansage ist das Projekt auf alle Fälle an den bisherigen Platzhirsch eMio, der im Sommer 2015 mit 150 elektrischen Rollern und einem ebenfalls stationsungebundenen Sharing-Modell an den Start gegangen war. Auf dem Twitter-Profil von COUP heißt es wörtlich: „Unabhängig unterwegs in deiner Stadt mit eScooter-Sharing von COUP.“ Demnach kostet eine 30-minütige Fahrt 3 Euro, danach geht es in 10-Minuten-Schritten für je 1 Euro weiter.

Für die Kamera legte der Gogoro einen Sprint nach dem anderen hin.

Bosch treibt die Aktivitäten auf seiner Seite offenbar über die Robert Bosch Start-up GmbH in Ludwigsburg voran. Das lässt sich aus aktuellen Stellenausschreibungen wie dieser ableiten. Dort heißt es etwa: „Werden Sie Teil eines Teams, das einen neuen Mobilitätsdienst von Grund auf entwickelt.“ Auch die Begriffe CarSharing, BikeSharing und ScooterSharing fallen. Wenn da mal nicht von COUP die Rede ist. Man darf also gespannt sein auf einen neuen Player auf dem Berliner Mobilitätsmarkt, der sich als großräumiges Experimentierfeld für solche Aktivitäten bestens eignet.

Update vom 03.08.2016:

Nun hat Bosch den neuen Sharingdienst COUP auch offiziell vorgestellt. Die ersten 200 vernetzten eScooter von Gogoro werden in Berlin Mitte, Prenzlauer Berg, Friedrichshain und Kreuzberg sukzessive verteilt, wobei sich Bosch zu einem späteren Zeitpunkt auch einen Ausbau der Flotte auf 1.000 Roller vorstellen kann, wie ein Sprecher auf Anfrage von electrive.net bestätigte. Zu Beginn werden Registrierungen nur auf Einladungsbasis möglich sein. Die E-Roller können vom Nutzer per App lokalisiert und reserviert werden. Auch die Innovationspartnerschaft mit den Beratern von BCG Digital Ventures wurde bestätigt. „Mit Coup steigt Bosch erstmals in ein reines Endkunden- und Betreibergeschäft im Mobilitätssektor ein und schafft eine neue eigenständige Marke“, sagt Dr. Markus Heyn, der zuständige Bosch-Geschäftsführer.

Der neue Sharingdienst bilde einen weiteren Baustein des Unternehmensbereichs Mobility Solutions. Mit maximal 45 km/h geht’s durch die Stadt. Alle Pkw- oder Zweirad-Führerscheininhabern ab 21 Jahren können die Roller nutzen. Um das Laden muss sich kein Nutzer kümmern: Auf absehbare Zeit fahren Coup-Mitarbeiter mit einem Kleintransporter durch die Stand und wechseln die Akkus händisch. Durch die Vernetzung sei der Ladezustand jedes einzelnen Rollers ja immer bekannt, teilte uns ein Sprecher mit. Roller, die sehr leer sind, würden in der App nicht mehr angezeigt.




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