05.07.2018 - 14:46

Kürzlich gefahren: BMW i3s – der kleine Power-Stromer

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Um es vorweg zu sagen: Die Sportversion des BMW i3 braucht kein Mensch. Zur Wahrheit gehört aber auch: Der kleine Power-Stromer macht irrsinnig viel Spaß. Damit empfiehlt sich der neue i3s als Begleiter für jene Damen und Herren, die auch im Elektro-Zeitalter permanent Freude am Fahren brauchen. 

Eine Woche mit dem BMW i3s? Für den Autor keine große Sache! Fährt er doch schon seit über drei Jahren den normalen i3. Was soll schon anders sein? Es sind – das wird schnell klar – Details, die den Unterschied machen.

Natürlich sind da multiple optische Kniffe, mit denen die BMW-Designer mit neuen Farben und Schwellen hier und da das Elektroauto wieder zum Hingucker machen. So kam nicht nur das breitere Heck, sondern auch der rot-schwarze Look unseres Testwagens ziemlich gut an. Doch sind es vor allem die inneren Werte, die dem i3s das gewisse Etwas geben.

Es sollte sich als glückliche Fügung erweisen, dass der i3s ausgerechnet über das lange Himmelfahrt-Wochenende seinen Weg nach Berlin gefunden hatte. Zunächst kam Frust auf ob der Menge an Autos, mit denen die Berliner an langen Wochenenden traditionell ins Umland ausschwärmen. Doch der Wechsel auf die linke Spur der Landstraße brachte Linderung. Acht Landschleicher am Stück abziehen? Mit dem i3s war das kein Problem. Und so wurden die sanft dahin rollenden Ausflügler im Rückspiegel zügig kleiner.

Möglich macht solche Manöver die spritzigere Hardware: Immerhin stieg die Höchstleistung der E-Maschine beim BMW i3s um zehn auf 135 kW (184 PS), das Drehmoment auf maximal 270 Nm. Optional wird auch weiterhin ein Range Extender (Zweizylinder-Ottomotor mit 28 kW/38 PS) angeboten. Zum Vergleich: Der Standard-i3 verfügt über einen 125 kW (170 PS) starken E-Motor und ein maximales Drehmoment von 250 Nm.

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Sehen – oder besser fahren – lassen, kann sich auch die neue Antriebsregelung. In Kurven aufs Gas gehen? Spontane Richtungswechsel? Mit zu hohem Tempo in die Schikane am Ortseingang? Den i3s lässt das alles kalt. Er bleibt stur in der Spur. BMW spricht von einer speziell auf die spontane Kraftentfaltung des BMW eDrive-Antriebs abgestimmten Traktionskontrolle. Im Kern beruhe die Innovation auf einem 50-mal schnelleren Regelsystem, das etwa bei widrigen Witterungs- und Straßenverhältnissen die Traktion und Fahrstabilität steigert. Hinterm Lenkrad profitiert man davon auch beim Anfahren, im Rekuperationsmodus und beim Beschleunigen aus engen Kurven spürbar. Die Folge: Dieses Elektroauto von der Straße zu kriegen, erfordert eine gewisse Böswilligkeit. Kein Wunder, dass BMW die neue Steuerungselektronik nun in alle Serienfahrzeuge bringen will.

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Klar sein muss freilich, dass das flotte Flitzen für Bei- und Mitfahrer weniger Freude bringt. Die harte Abstimmung im Stile eines Go-Karts macht nur dem Fahrer wirklich Spaß. Gerade auf schlechten Landstraßen – gern noch mit sich quer unter der Oberfläche aufbäumenden Wurzeln – gehen hart mit den Insassen ins Gericht. Und so gibt es für jede (mal wieder) zu schnell angefahrene Kurve eine böse Kopfbewegung und für jede Wurzel einen Nackenschlag.

Stellt sich am Schluss die Frage, ob sich der Aufpreis von 3.600 Euro gegenüber dem normalen i3 (37.550 Euro) wirklich lohnt? Objektiv nicht. Wer sich ein kompaktes Premium-Elektroauto mit gut 200 Kilometer Alltagsreichweite zulegen will, ist mit der Standardversion bestens bedient. Wer aber jede Pendelfahrt ins Büro zu einem privaten Rauscherlebnis machen will, dem sei der Power-Stromer empfohlen.

Technische Daten:
Leistung 135 kW (184 PS)
max. Drehmoment 270 Nm
Höchstgeschwindigkeit 160 km/h
0 – 100 km/h 6,9 Sekunden
Reichweite kombiniert (NEFZ) 300 km
Reichweite kombiniert (WLTP) 280 km
Verbrauch (NEFZ) 14,3 kWh/100km
Batteriekapazität 33,2 kWh
Ladeleistung DC 50 kW (CCS)
Ladezeit DC ca. 39 Minuten (80 Prozent)
Ladeleistung AC 11 kW (Typ 2, dreiphasig)
Ladezeit AC 2:45 Stunden (11 kW, 80 Prozent)
Leergewicht (min) 1.265-1.340 kg
Zul. Gesamtgewicht 1.700 kg
Zuladung 425 kg
Sitzplätze 4
Kofferraumvolumen 260 l

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6 Kommentare zu “Kürzlich gefahren: BMW i3s – der kleine Power-Stromer

  1. Jan Schultze-Melling

    Es wird nicht deutlich, warum die wenigen PS und Nm mehr plötzlich eine solche Begeisterung auslösen.
    Hilfreich wäre die Klarstellung, ob dieser i3 (endlich) eine Akkuwärmung bzw. -Temperierung hat, die den krassen Reichweiteneinbruch im Winter mindern könnte.
    Bisher ist der i3 eine Fehlkonstruktion. Gerade für die Landstraße ist das Auto wg. des kleinen Akkus und des schlechten CW Wertes nicht besonders gut geeignet.
    Eine solche Aussage macht neugierig: „Hinterm Lenkrad profitiert man davon auch beim Anfahren, im Rekuperationsmodus und beim Beschleunigen aus engen Kurven spürbar.“
    Erläuterungen dazu kommen nicht.
    Angaben zu der tatsächlichen Reichweite fehlen. Die Frage lautet: Sind es im Alltagsbetrieb mehr oder weniger als 200 km?
    Hat der „Tester“ sich die Mühe gemacht, den tatsächlichen Verbrauch auf einer Strecke ohne Gefälle und ohne Witterungseinfluss zu ermitteln?
    Dieser „Testbericht“ könnte noch mal überarbeitet werden.

    • Peter Schwierz

      Der Wagen bringt einfach mehr Power auf die Straße, das wird doch deutlich. Schon der normale i3 (den ich ja schon seit Jahren fahre) beschleunigt ordentlich und ausreichend, der i3s legt noch eine Schippe drauf. Das und nicht mehr sage ich aus. Mir geht es hier nicht darum, jedes technische Detail zu beleuchten, es gibt jede Menge andere Testberichte zu dem Fahrzeug. Ich wollte einen Eindruck von den Detail-Änderungen vermitteln. Nicht mehr, nicht weniger. Wenn Sie technisch weiter in die Tiefe wollen, sei Ihnen der Testbericht von Christoph Schwarzer empfohlen.

      • Boris J.

        Der der BMW-„Frunk“ nun endlich dicht oder regnet es immer noch rein?

  2. Electrica

    14,3 kWh/100km ist laut BMW der Verbrauch nach NEFZ.

    Gibt es auch Werte für den Verbrauch nach WLTP?

    Gruß

    • chris

      soweit ich weiß wird der Verbrauch im WLTP ermittelt, dann aber zwecks vergleich in den NEFZ mit einem Faktor umgerechnet.
      Erfolgreiche Lobbyarbeit.

  3. Wolfgang

    Im Jhhresdurchschnitt sind es bei meinem 16,00 kWh, alles darunter erfordert Schleichfahrt.
    Fahrprofil: 40% Stadt, 30% Autobahn (110-135 km/h),30 % Stadtautobahn (100 km/h)

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