05.01.2019 - 16:10

Ärger um Ladestation in Wabern gelöst

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Die hessische Gemeinde Wabern hat Ende November eine Ladesäule für Elektroautos am Rathaus aufgestellt – will aber nicht, dass Einheimische dort laden. Eine Wabernerin bekam dies zu spüren. Jetzt wurde der Ladesäulen-Ärger jedoch gelöst. Ein Unternehmen aus Staufenberg hilft aus. 

++ Dieser Beitrag wurde aktualisiert. Sie finden die neuen Infos ganz unten. ++

Als Begründung wird angeführt, dass die Säule für Pendler, Touristen und Besucher im Rathaus gedacht sei. „Wir möchten nicht, dass Anwohner die Ladestation blockieren“, sagte Bürgermeister Claus Steinmetz der Lokalpresse.

Seit November fährt Michaela Fischbach einen elektrischen Smart. Vorerst ist der Wagen testweise geleast. Sie pendelt täglich von Wabern zur Arbeit nach Kassel und zurück. Eine Lademöglichkeit gibt es bei ihrem Arbeitgeber angeblich nicht. Die Anwohnerin muss demnach jeden Abend das Elektroauto an eine Haushaltssteckdose anschließen. Doch der Ladevorgang dauert ihr zu lange, weshalb sie sich Angebote für eine Wallbox eingeholt hat. Diese lagen einem örtlichen Medienbericht zufolge zwischen 1.000 und 1.500 Euro. Die Anschaffung will Fischbach für den Leasingstromer aber noch nicht eingehen. Begründung: „Ich weiß doch nicht, ob ich das Elektroauto behalte.“ Wie praktisch, dass es eine Ladesäule der Gemeinde gibt, die Fischbach nun zum Aufladen nutzte. Denn dort kann sie mit dem Smart die vollen 22 kW ausnutzen. Dem Bürgermeister Claus Steinmetz passte dies jedoch nicht in den Kram. Es erfolgte ein Hinweis, dass die Ladesäule nicht für Waberner gedacht sei.

Der Ladesäulen-Ärger findet jetzt jedoch ein glückliches Ende. Der Unternehmer Alexander Moos aus dem hessischen Staufenberg stellt Michaela Fischbach eine Wallbox kostenlos zur Verfügung. Auch die Stromkosten werden von ihm übernommen. Pro Kilowattstunden gibt es 25 Cent. Als Moos von dem Ärger las, wollte er umgehend helfen: „Ich kenne die Probleme mit der Infrastruktur nur zu gut“, sagte Moos. Er selbst vertreibt gebrauchte Elektrofahrzeuge und liefert die passende Infrastruktur dazu.

Update 11.01.2019: Der Ärger um die Ladesäule in Wabern findet ein friedliches Ende, denn die Gemeinde hat jetzt eine Benutzungsordnung verabschiedet. In einer Vorbemerkung schreibt der Gemeindevorstand, dass die Säule auch „Fahrzeughaltern aus Wabern und Umgebung zur Verfügung steht“.
hna.de (Ärger), hna.de (Lösung), hna.de (Update)

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10 Kommentare zu “Ärger um Ladestation in Wabern gelöst

  1. Arvid Possekel

    Da sollte man mal fragen ob die Ladesäule vom Bund gefördert wurde. Wenn ja ist eine Nutzungsbeschränkung unzulässig und die Fördergelder mussten zurück gezahlt werden.

  2. Christoph

    Frau Fischbach soll an dieser Säule einfach weiterladen. Warum sollte es ihr Problem sein, wenn die Gemeinde nicht in der Lage ist, ein Abrechnungssystem via NewMotion, be.energised oder andere zu etablieren? Sollte der Bürgermeister weiter den Aufstand proben, sollte man ihm mal die Ladesäulenverordnung und die Förderrichtlinien ausdrucken.

  3. Tristan McLure

    Warum die gute Frau für ihren Smart nicht einfach per Haushaltssteckdose lädt ist mir ein Rätsel. Das ist doch viel bequemer und mit dem Kleinen Akku kein Problem, wo doch das Auto ohnehin über Nacht dort herumsteht. Eine Wallbox gibt es zudem auch schon viel günstiger als die angegebenen 1.000 bis 1.500 Euro. Klar ist das eigentliche Problem ärgerlich aber die vorgetragenen Argumente für die Benutzung der Säule sind einfach nur übertrieben und beinahe lächerlich.

  4. notting

    Das muss man sich halt vorher überlegen! Mit größerem Akku landet man auch (von der aktuellen Reichweite in km des Akkus her betrachtet) nicht so schnell in dem Bereich, wo das Auto sehr langsam lädt. Dann sollte man auch eher schnell genug wieder weg sein, dass man so jmd. von öffentl. Ladesäulen nicht ausschließen braucht (wobei 22kW Ladeleistung je nach tägl. Verbrauch natürl. auch recht wenig sein kann). Bzw. den Akku nicht ganz voll zu machen erhöht auch dessen Lebensdauer.
    Wenn man einen E-Smart mit einem Zoe vergleicht inkl. Rabattniveau (u.a. bietet Renault wohl eine höheren Hersteller-Anteil bei der staatl. Prämie und das Rabattniveau ist allg. höher), dass neben deutl. mehr Reichweite auch 22kW-Ladung, Radio, etc. beim Zoe serienmäßig ist (beim Smart nicht), ist der Zoe nicht wirkl. teurer und eben gegen Aufpreis mit viel größerem Akku verfügbar (und bei Privatkunden auch max. 119EUR/Monat Akkumiete bei 75% Akku-Mindestkapazitätsgarantie über die gesamte Vertragslaufzeit – bei Kauf nur 66%/8J./160Mm).

    Außerdem bietet sogar unser lokaler Energieversorger an, eine Wallbox inkl. Installation zu mieten, dass man also nur einen monatl. Betrag und einen sogar zieml. günstigen Betrag/kWh zahlt (so wie ich den Artikel hier verstehe wäre nicht mal das mit dem Platz für die Wallbox ein Problem gewesen bzw. unser Energieversorger kann die Wallbox sogar für Roaming öffnen, dass man mit div. Ladekarten für öffentl. Ladesäulen dort laden kann).

    Würde die öffentl. Ladesäule der Gemeinde auch nur eher im Notfall benutzen. So kann man als E-Auto-Fahrer natürl. auch der Verbreitung von E-Mobilität schaden, in dem man völlig unnötig (s.o.) öffentl. Ladesäulen länger belegt -> 40min! Solange bleibt man ja nicht nebendran stehen um sofort wegfahren zu können, sprich dann dauert es i.d.R. noch bis derjenige wieder da ist etc. und wenn dann eben mehrere nach der Arbeit vor dem ins Bett gehen geladen haben wollen damit sie das Auto auch wieder wegstellen können ist das pro E-Auto eine zu lange Zeit 🙁

    BTW: In der LSV (die Erfüllung dieser Bedingungen ist ja Voraussetzung für die Förderung) steht: „ist ein Ladepunkt öffentlich zugänglich, wenn er sich entweder im öffentlichen Straßenraum oder auf privatem Grund befindet, sofern der zum Ladepunkt gehörende Parkplatz von einem unbestimmten ***oder nur nach allgemeinen Merkmalen bestimmbaren Personenkreis tatsächlich befahren werden kann***;“
    Bitte das zw. den Sternchen beachten! IANAL: Sonst würden viele Supermarkt-Lader nicht gefördert werden, da meist dort nur Kunden parken dürfen bzw. auch die zeitl. nur eingeschränkt, also Leute die auch einkaufen! Ergo darf auch die Gemeinde für ihre Ladesäulen entspr. Einschränkungen machen.

    Die Geschichte erinnert mich aufgrund der Tatsache dass der Strom eben bis vor kurzem dort gratis war (IMHO der Hauptgrund warum sie dort geladen hat, Begründung s.o. (Stichwort Wallbox-inkl.-Anschluss-Miete)) etwas an diese rücksichtslosen extrem seltsamen Leute, die mit fast leerem Akku in FR an einer Tankstelle aufschlagen und sich unerlaubt anstöpseln, obwohl in der nahen Umgebung mehrere öffentl. Ladesäulen sind (AFAIK gab’s da sogar auch eine offizielle Gratis-Ladesäule in der Nähe) 🙁

    notting

    PS: Bzgl. des Preisvergleich mit dem Smart: Das 99EUR/Monat-Angebot zzgl. Akkumiete und Einmalzahlung für einen Zoe mit 22kWh von Renault für ADAC-Mitglieder wurde IIRC wieder verlängert.

  5. Der Bericht könnte auch aus meiner Heimatstadt Lünen stammen. Mit 87.000 Einwohnern „leistet“ man sich genau eine einzige Ladestation in der City mit allen Folgen die das in der näheren Zukunft haben wird, wenn die E-Mobilität drastisch zunimmt. Wegzug der Kaufkraft z. B. Denn eingekauft wird in Zukunft dort wo auch geladen werden kann, ganz klar. Und da hinken wir in Lünen um Jahre hinterher, zumal wir direkt an Dortmund grenzen, wo es schon heute eine ganze Reihe von Lademöglichkeiten gibt.

  6. Schuster

    Im Radio bei HR Iinfo wurde etwas sachlicher berichtet. Das Problem war, dass die Anwohnerin ihr Auto auch noch lange stehen liess, obwohl der Akku längst volll war. Außerdem ist das Argument mit der langen Ladezeit zuhause Blödsinn. Der Smart kann laut Homepage an der Haushaltssteckdose in unter 6 Stunden auf 80% laden.
    Die Dame wollte sich nur das Geld sparen und der Bürgermeister hatte absolut recht.

  7. gerd

    Ladenetz.de oder einfach ein paar SchuKo Steckdosen…ist so einfach.

  8. Volker

    Genau aus diesem Grund habe ich dafür votiert, unsere Gemeindesäule kostenpflichtig zu machen. So sind Neiddebatten per se ausgeschlossen.
    Warum der Unternehmer der Frau allerdings neben der Wallbox den Strom sponsort (war ggf. doch nicht die Ladezeit sondern ggf. der kostenlose Strom der Grund für das Laden dort?), ist mir schleierhaft. Ich nutze durchaus kostenlose Säulen, aber in der Grundkalkulation habe ich diese Möglichkeit (die sicherlich weniger werden wird) nicht berücksichtigt.

  9. gerd

    tja SchuKo uberall. ..billig und problemorientiert.

  10. Jensen

    Es gibt sicher bessere Möglichkeiten eines Bürgermeisters, seine Stadt in die Schlagzeilen zu bringen. Eine eindeutige Beschilderung mit entsprechenden Gebots/Verbotszeichen gehört zunächst einmal zur Grundausstattung, um Falschparker, nicht-ladendende E-Autos, evtl. Langzeitparker etc. entsprechend sanktionieren zu können. Wenn er Lademöglichkeiten kostenlos zur Verfügung stellt, muß er natürlich davon ausgehen, dass jeder dem das Angebot bekannt ist, es auch nutzen wird – egal ob er gerade zufällig einen neuen Reisepass im Rathaus beantragt oder eben gezielt zum (kostenlosen) Ladevorgang hinfährt.
    In aller Öffentlichkeit jedoch Nutzer der Säule ausschließen zu wollen (eben zu diskriminieren) ohne vorher selbst die richtigen Bedingungen geschaffen zu haben, ist mehr als bedenklich für ein Stadtoberhaupt.
    Warum jedoch der genannte Unternehmer Wallbox und Stromkosten für die eAuto-Fahrerin spendiert, erschließt sich mir nicht, zumal Sie ja zu Hause eine gute Lademöglichkeit hat für den eher kleinen Akku Ihres Autos.
    Dem Bürgermeister sei dringend empfohlen, seine Stadt beim nächsten mal in ein positives Licht zu setzen. Wie wäre es mit:
    „Wabern baut xx zusätzliche Lademöglichkeiten am Rathaus und in Parkhäusern und auf Parkplätzen im Stadtgebiet: Diese sind auch mit bekannten Zahlungsmitteln nutzbar (BAR, EC, Kreditkarte, Gutschein-Codes etc.).

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https://www.electrive.net/2019/01/05/aerger-um-ladestation-in-wabern-geloest/
05.01.2019 16:10