12.05.2019 - 11:26

SGL und Nio zeigen Batteriekasten in Leichtbauweise

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Der deutsche Hersteller SGL Carbon und der chinesische Elektroautobauer Nio haben den Prototypen eines Batteriegehäuses aus carbonfaserverstärktem Kunststoff (CFK) für E-Fahrzeuge entwickelt. Es ist rund 40 Prozent leichter als vergleichbare Gehäuse aus Aluminium.

Als weitere Vorteile nennen die Partner die hohe Steifigkeit des Batteriekastens und die im Vergleich zu Aluminium circa 200-fach geringere Wärmeleitfähigkeit von CFK, was die Batterie besser gegen Kälte und Hitze abschirmt. Außerdem punkte der Verbundwerkstoff bei Wasser- und Gasdichtigkeit und durch Korrosionsbeständigkeit. Hintergrund der sino-deutschen Zusammenarbeit ist Nios Wechselakku-Ansatz. So könne der neu entwickelte Batteriekasten samt Akku binnen drei Minuten an Nio-eigenen Tauschstationen gewechselt werden, heißt es in einer begleitenden Pressemitteilung. Präsentiert hat Nio den Prototyp zusammen mit weiteren technologischen Neuerungen bereits auf der jüngsten Auto Shanghai.

Wie SGL Carbon präzisiert, ist für die Eigenschaften des Batteriekastens vor allem die Konstruktion des Bodens und des Deckels ausschlaggebend: Ein Sandwichkern werde dabei mit mehreren Lagen Carbongelege kombiniert. Die Carbonfaser dafür wird in den SGL-Werken in Moses Lake und Muir of Ord hergestellt und in Wackersdorf zu Gelege weiterverarbeitet. Die Herstellung von Boden und Deckel sowie die Assemblierung der einzelnen Komponenten erfolgt laut Herstellerangaben am Standort Ried in Österreich.

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„Leichtbau ist eines der Kernelemente der Nio-Technologie-Roadmap“, äußert Bin Wei, Senior Manager Lightweight Engineering bei Nio. „Mit Verbundwerkstoffen, insbesondere dem Einsatz von Hochleistungs-Carbonfasern in Batteriegehäuse-Systemen, bietet unser Fahrzeug eine bessere dynamische Fahrleistung, eine höhere Reichweite und eine bemerkenswert hohe Energiedichte des Batteriepacks.“ Die Rede ist konkret von „über 180 Wh/kg“.

SGL Carbon rechnet unterdessen damit, dass die Nachfrage nach Leichtbau-Lösungen für Batteriekästen mit dem Hochlauf der Elektromobilität stark zunehmen wird und arbeitet nach eigenen Angaben bereits mit verschiedenen Partnern an der weiteren Entwicklung von Batteriekästen aus Verbundwerkstoff, die künftig für Batterien jeder Größe und Bauweise skalierbar sein sollen.
sglcarbon.com

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