29.10.2019 - 11:57

Formel E: Boxenstopps zum Aufladen der Autos?

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Laut dem neuen Formel-E-CEO Jamie Reigle könnte sich die elektrische Rennserie mit der dritten Generation der Rennwagen der Frage nach den Akku-Ladezeiten widmen. Das würde dazu führen, dass es mit dem Gen3-Auto wieder Boxenstopps in der Formel E geben könnte. Entschieden sei das aber noch nicht.

Wir erinnern uns: Bei der ersten Generation der Fahrzeuge (Gen1) gab es zur Mitte des Rennens noch einen obligatorischen Fahrzeugtausch – die überschaubare Batteriekapazität der Boliden reichte nicht für eine volle Renndistanz aus. Bei den in der vergangenen Saison eingeführten Gen2-Autos wurde der Akku soweit vergrößert, dass der Boxenstopp mit Fahrzeugwechsel entfiel.

Die Gen2-Autos sollen bis zur Saison 2021/2022 genutzt werden. Für die Zeit danach macht sich Reigle, der den Chefposten kürzlich von Formel-E-Gründer Alejandro Agag übernommen hatte, laut Gedanken. „Wichtig ist, dass wir eine Technologie entwickeln, die auch den Elektrofahrzeugen auf der Straße zugute kommen, das ist der Kern des Prinzips“, so Reigle. „Das Gen2-Auto zeigt die Langlebigkeit der Akkus.“

Bei Straßenautos steht aber neben der Reichweite – die laut Reigle mit den Gen2-Autos erreicht wurde – das schnelle Aufladen im Fokus. Die Ladezeit sei laut dem Formel-E-CEO für viele Menschen noch ein Hinderungsgrund bei dem Umstieg in die Elektromobilität. Deshalb könne sich die Rennserie mit dem Gen3-Auto dieser Sache widmen. „Daran arbeiten jetzt die schlauen Köpfe“, sagt er. „Deshalb könnten die Boxenstopps auch zurückkehren.“

Beschlossen ist aber noch nichts. Wie die neuen Autos und damit zusammenhängend auch das Rennformat aussehen soll, wird derzeit zwischen dem Automobil-Weltverband FIA, der Formel E und den beteiligten Herstellern diskutiert. Neben einer höheren Leistung und neuen Batterien ist auch ein Allrad-Antrieb für den Gen3-Rennwagen in der Diskussion. Ein zweiter E-Motor an der Vorderachse kommt auch bei vielen Straßenfahrzeugen zum Einsatz – und könnte im Motorsport den Herstellern die Möglichkeit geben, die Rekuperation deutlich intensiver zu nutzen als bisher.
motorsport-total.com

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6 Kommentare zu “Formel E: Boxenstopps zum Aufladen der Autos?

  1. EffEll

    Der größte Kritikpunkt an der Formel E damals war eben dieser besagte Fahrzeugwechsel. Hersteller wie Mercedes oder Porsche schlossen ein Engagement in dieser Rennserie kategorisch aus, so lange eben dieser Fahrzeugwechsel nötig ist. Später stellte sich jedoch heraus, das gerade dieser Wechsel das größte Spannungsmoment bot. Der Attack-Mode ist zwar ein interessantes neues Element der Gen2 Fahrzeuge, aber vollständig ersetzen konnte es den Wechsel nicht. Daher finde ich die Überlegungen durchaus sinnvoll. Allerdings muss die Umsetzung sinnig sein. Zu lange Standzeiten, als auch zu kurze und demnach zu geringe und nicht nachvollziehbare Lademengen sollten vermieden werden.

  2. Boris J.

    Zuerst pustet die Formel 1 und alle Sub-Rennwagen-Klassen unnötig das Öl über die Leitungen und unnötige Abgase aus dem Auspuff.
    Nun fahren E-Renner unnötig ihre Kreise und verbrauchen Strom um dann aus Dieselgeneratoren wieder aufzuladen?
    Einfach nur traurig

    • EffEll

      Bevor man etwas im Grundsatz kritisiert, sollte man voraussetzen, dass man sich damit beschäftigt hat, und das war hier ganz klar nicht der Fall. Ja, der nötige Strom wird durch Generatoren erzeugt. Diese betreibt man allerdings nicht wie behauptet mit Diesel, sondern mit pflanzlichen Glycerin. Dieses ist völlig frei von Schadstoffen – man kann es sogar bedenkenlos trinken. Zudem veröffentlicht die Formel E jedes Jahr zum Abschluss der Saison einen Nachhaltigkeitsbericht. Wenn alle Rennserien so fortschrittlich und bewusst agieren würden, gäbe es weit weniger Einwände gegen diesen Sport. Laute Kritik aufgrund von Mutmaßungen und Behauptungen finde ich ebenso “einfach nur traurig” und auch ein wenig dumm…

      • Boris J.

        Ok, sobald ich Sie diese Substanz auch trinken sehe, glaub ich Ihnen alles was hier steht. Sie können definitiv alles auf der Welt trinken – die Frage ist nur “wie oft”. Der Diesel war auch sauber. Auf dem Papier ist alles super. Glauben Sie nicht alles, was irgendwo gelesen wird. Ich war am Red Bull-Ring und habe so ein Aggregat gesehen, gehört und auch gerochen. Egal was da reingeschüttet wurde, ich will schon anhand der Abgase nichts davon trinken.

        • EffEll

          Diese Krone Mobility E-Days am Red Bull Ring waren kein offizieller FIA Formula E E-Prix, sondern ein serienübergreifender Promotion Event. Offenbar liefen dort tatsächlich Dieselgeneratoren. Bei der Formel E jedoch nicht, denn sonst wäre u.a. der Swiss E-Prix unter strengsten Umweltauflagen inmitten von Bern gar nicht möglich gewesen. Da diese Rennen mitten in der Stadt ausgetragen werden, können zum Schutz der Anwohner gar keine Dieselgeneratoren laufen und ja, Formel E Fahrer haben den Treibstoff live vor laufenden Kameras getrunken. Selbstverständlich kann man alles anzweifeln, gerade wenn es die eigene Argumentation zu untermauern vermag. Jedoch will es mir nicht ganz einleuchten, warum man eine Motorsportveranstaltung an einer Rennstrecke besucht, wenn man diesen ganzen Zirkus so furchtbar schrecklich findet. Ich würde ja auch keiner Schlachthofbesichtigung beiwohnen, wenn ich bekennender Veganer wäre.

  3. Jörg

    Ja richtig, hier verbrauchen Leute Strom zum Spass. Genauso wie Leute zum Spass Strom verbrauchen, um Filme zu gucken, Ski zu fahren, heiss zu duschen, mit der Eisenbahn oder dem Elektroauto in den Urlaub zu fahren, Skydiving,…..

    Generell finde ich die Ladepause gut, weil man sich dann wieder eine Strategie überlegen muss zwischen schnell/langsam fahren und lange/kurz laden.
    (Und die Werbebranche freut es bestimmt auch)

    PS: Wir liefern gerne einen Batteriespeicher aus Second-Life Batterien, damit da kein Diesel laufen muss.

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https://www.electrive.net/2019/10/29/formel-e-boxenstopps-zum-aufladen-der-autos/
29.10.2019 11:34