08.09.2020 - 17:14

Juice stellt Juice Booster 3 Air vor

Der Schweizer Ladeinfrastruktur-Anbieter hat mit dem Juice Charger 3 Air eine neue mobile Ladestation vorgestellt. Neben der kompakteren und leistungsfähigeren Hardware soll sich das Gerät vor allem durch eine neue Software-Lösung auszeichnen – von der auch die anderen Produkte von Juice profitieren sollen.

Der Juice Booster 3 Air soll den bekannten Juice Booster 2 nicht ersetzen, sondern ergänzen. Der Juice Booster 2 ist laut dem Unternehmen eine „3 in 1“-Lösung (mobiles Laden, Laden zu Hause und der Einsatz als Typ-2-Kabel), der neue Air soll eine „6 in 1“-Lösung bieten. Neben den Funktionen des Juice Booster 2 bietet der Air noch ein Zugangsmanagement mit Authentifizierung, ein Lastmanagement und die Anbindung an das Backend.

Dabei ist auch die Hardware anders: Während das Gehäuse des Juice Booster 2 484 Milliliter fasst, ist das Gehäuse des neuen Produkts nur noch 280 Milliliter groß. „Das ist kleiner als eine Cola-Dose“, sagt Juice-CEO Christop Erni bei der Vorstellung des Produkts in München.

Der Verkauf soll Anfang 2021 anlaufen, zu einem „vernünftigen Preis“, wie Erni ankündigt. Noch würden die letzten Tests und Freigaben laufen. Noch vor dem Marktstart soll es einen Vorverkauf gegen.

Trotz der neuen Hardware sieht Erni das große Differenzierungsmerkmal in der tiefen Integration der Software. „Man könnte aufgrund unserer physischen Produkte denken, dass wir ein Hardware-Unternehmen sind“, sagt der Unternehmensgründer. „Tief im Inneren sind wir aber ein Software-Unternehmen, denn um das Laden intelligent zu machen, brauchen wir eine gute Software.“

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Diese Software-Lösung nennt das Unternehmen „J+“, das alle Funktionen rund um das Laden abdecken soll – von der Anbindung an das Backend, das Lastmanagement, und der Abrechnung. Das Interessante: Alle Produkte der Schweizer, die über das „J+“-Logo verfügen, sollen nahtlos miteinander zusammenarbeiten können.

Werden etwa in einem Haushalt zwei Juice Booster per QR-Code miteinander gekoppelt, kommunizieren diese über die Software miteinander und stimmen die Ladevorgänge so ab, um die verfügbare Energie des Hausanschlusses, des Heimspeichers oder der Photovoltaikanlage optimal zu nutzen. Wird später ein stationärer Juice Charger installiert, kann auch dieser in das lokale System eingebunden werden. Die selbe Software-Lösung soll aber auch im größeren Maßstab für Parkplätze genutzt werden können – etwa in Wohnhäusern, auf Mitarbeiter-Parkplätzen oder öffentlichen Parkhäusern.

Dabei nutzt das Unternehmen die eigene Entwicklungsphilosophie aus: Im Kern steht ein Produkt, der Juice Booster. Dieser wiederum ist in den Juice Charger integriert, dort allerdings mit einem Display versehen. Die Technologie des Juice Charger ist in der nächstgrößeren Ladelösung namens Juice Universal verbaut – und so weiter. Wird eine Lösung für den Juice Booster entwickelt, ist sie auch mit allen anderen Produkten des Hauses kompatibel.

„Charging as a Service“ für 69 Euro pro Monat

Ebenfalls vorgestellt wurde bei dem Event in München der Juice Charger 3. Wichtigstes Unterscheidungsmerkmal des Chargers ist (neben dem integrierten Juice Booster 3 Air) ein neuartiger Touchscreen. Dieser soll auch von Smartphones bekannte Touch-Gesten unterstützen, um etwa nach dem Starten des Ladevorgangs per Google Maps ein nahegelegenes Restaurant zu finden. Für dieses Beispiel könnte der Nutzer aber auch direkt sein Smartphone nutzen. Wir sind gespannt, für welche Dienste Juice diese Funktion künftig nutzen wird.

Möglich werden solche rechenintensiveren Anwendungen durch einen eigenen Prozessor, von dem Unternehmen „Juice Jet Engine“ genannt. Der Quad-Core-Prozessor soll dabei eine zukunftssichere Rechenleistung bieten. „Wir wissen nicht, welche Anforderungen der Gesetzgeber in verschiedenen Märkten künftig an uns stellt“, so Erni. „Deshalb halten wir ausreichend Rechenleistung vor, um auch auf künftige Vorgaben reagieren zu können.“

Zudem will Juice Technology mit einem umfassenden „Charging as a Service“ die Hürden für Privatleute und Parkraumbetreiber senken. Ein Miet-Angebot für 69 Euro pro Monat enthält einen Juice Charger, eine Abrechnungslösung, das Lastmanagement über die „J+“-Software und kostenfreie Upgrades.

Juice selbst hatte im Vorfeld des Event von nur einem neuen Produkt gesprochen, hier war offenkundig der Juice Booster 3 Air gemeint – alle weiteren Produktneuheiten wie die Software-Lösung und der stationäre Charger wurden um die mobile Ladestation herum entwickelt. Wie bei Juice Technology üblich wurde das Produkt äußert selbstbewusst als „bahnbrechend“ und „Game Changer“ angekündigt, das den „Markt für Elektromobilität nachhaltig verändern“ werde. Das Unternehmen ist für seine plakativen Marketing-Aktionen bekannt. Um die Robustheit der mobilen Ladestation Juice Booster zu demonstrieren, wurde sie für ein Video von einem Panzer überfahren.
Quelle: Info per E-Mail und Livestream

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16 Kommentare zu “Juice stellt Juice Booster 3 Air vor

  1. Dani

    Interessant zu sehen dass diese Firma noch immer an diesem Booster festhällt. Je mehr Ladestationen dass gebaut werden, desto weniger ist das Teil ein Bedürfnis und für Wallboxen zu teuer…

    • Akkuu

      Wieso denn das? Denk mal an die ganzen Heimlader, bin selbst auch einer mit JB2. Nicht für jeden passt eine Wallbox ins Anforderungsprofil, Destination Charging ist eine super Ergänzung. Zugegeben, für öffentliches Laden eher uninteressant, aber auch das funktioniert bestens.

      • bev

        nur, dass man halt für den Preis nicht nur eine Wallbox kaufen kann
        klar man ist flexibler

    • BEV

      wenns günstiger wäre, würde ich mir eins kaufen aber so brauch ich das nicht wirklich

      • Fendi

        Ich werde mir den 3 Air anschauen… Nen JB steht schon länger auf der Wunschliste. Schlicht und ergreifend weil ich das Fahrzeug Grenzüberschreitend einsetze und nicht überall Typ 2 zur Verfügung steht wo ich lade. Cee32 , Cee16 oder Schuko, Schweizer, Netzstecker, das sind so die mit denen ich öfter zu tun habe. Da macht ein Mobiler Charger durchaus sinn und unter den Verfügbaren ist der JB sicherlich die Hochwertigste und robusteste Variante

  2. Volta

    Das sehe ich anders,
    noch haben wir nicht überall umfassende Lademöglichkeiten aber CEE16 oder CEE32 gibt es in vielen Haushalten. Die neuen Möglichkeiten der Vernetzung ist bei Häusern mit Photovoltaik sehr nützlich und ein Lastmanagement nicht bei jeder Wallbox dabei. So gesehen ist der Juice Booster, wenn wir die momentane einseitige Förderung der Wallbox mal weg lassen kostenneutral. Dafür habe ich aber immer eine umfassende Ladelösung dabei, auch wenn gerade keine Säule vor Ort ist.

  3. dago

    69.- als „Mietangebot“ sind mal entspannte 828.- im Jahr – gehts noch ?
    der JuiceBooster ist per se für mein dafürhalten ein völlig überteuertes Produkt, es gibt wenig Eigenschaften, die ich woanders nicht für deutlich weniger Geld bekommen würde.
    Das „Mietangebot“ schlägt dem Fass aber den Boden aus.

  4. Roman

    Ist das nicht nur ein Leitungsschutzschalter mit FI im schicken Gehäuse? Acha, die Adaptierbarkeit an verschiedene Steckdosen ist auch dabei. Viel Geld für diese Eigenschaften.

  5. Vmax

    Wenn der jetzt noch PV Überschuss erkennen und laden könnte…

    • Maik

      PV Überschussladen mache ich mit einem go-e Charger und OpenWB auf einem Raspi. Hat zusammen keine 700€ gekostet…
      Und ich kann den go-e abziehen und mitnehmen (an CEE 16&32 laden).

  6. Strauss

    offenbar werden diese Vorteile nicht erkannt:
    900 Euro
    Geht für 220 und umstellbar für 400 Volt dreiphasig max. 22 KW,geht auch für Lichtstrom 8 Ampere PV-Anlagen.
    Alle in Europa gängigen Steckertypen dabei
    kann mit dem Typ ll Kabel verlängert werden
    Alles mitnehmbar in kleinem Koffer
    Keine Wallbox, auch auswärts nicht erforderlich
    für jedes E Auto verwendbar, CCS Schnelladung nicht
    Da muss einer dumm sein,wenn er sich zu Hause eine Wallbox montieren lässt. Selbst wenn sie nach Förderung nur die Hälfte kostet.

  7. Thomas

    Wer PV-Überschuss sauber geregelt laden möchte und ein System das auch andere Vebraucher berücksichtigt nutzen möchte: „Solar Manager“ ist eine tolle Lösung!

  8. Strauss

    Thomas, mit Solarüberschuss ins Netz zurück gespeichert, kannst du heute keinen Blumentopf mehr gewinnen. Selber Verbrauchen…. eine teure Steuerung kannst du auch nicht mitnehmen. Mit der mobilen Ladebox kannst Du bei viel Strom vom Dach die 3 Phasen verwenden und bei bedecktem Himmel steckst man den Schuko ein. Alle Stecker sind dabei, billiger geht es nicht. Die Ampere Kalibrierung ist einstellbar von 6 bis 32.

    • Tim Wolf

      Genau, je nach Wolken raus rennen und Stecker tauschen….
      Dafür gibt es OpenWB. In Verbindung mit dem GO—e hat man ebenfalls optional eine mobile Lösung. Nur so macht es Sinn, juice muss ja die YouTuber bezahlen, die das Ding stets bewerben, das kostet halt.

  9. Stefan Blum

    Mit dem Juice Booster Air hat Juice einen ersten Schritt gemacht, den robusten und klassisch aufgebauten JB2 in die smarte IT Steuerungswelt zu bringen. Leider haben sie die grosse Chance verpasst, auf den Go-e aufzuschliessen und so wirklich einzigartig zu sein. Dazu bräuchte der Air Funktionen wie PV Überschuss Laden, Tarif Mgmt., etc. – wirklich schade!

  10. Gc

    In der Schweiz sind die Kosten und Löhne höher. Dementsprechend auch der Preis. Wird ja niemand gezwungen ihn zu kaufen. Wer es sich leisten kann, soll daran Freude haben

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Gefunden bei electrive.net
https://www.electrive.net/2020/09/08/juice-stellt-juice-booster-3-air-vor/
08.09.2020 17:10