Eigentümer-Wechsel: fox e-mobility will Mia 2.0 wiederbeleben

Die Pläne für den Marktstart des Elektroautos Mia 2.0 werden wiederbelebt: Nachdem im vergangenen Jahr eine Aufnahme der Fertigung des Kleinfahrzeugs für Anfang 2020 angekündigt worden war, heißt es nun, dass der Produktionsstart für das 1. Quartal 2023 ins Auge gefasst werde.

Das teilt die fox e-mobility AG mit, die sich gleichzeitig zur Ankündigung dieser Pläne als neuer Hersteller des Fahrzeugs vorstellt. Der Eigentümerwechsel vollzieht sich wie folgt: Die gescheiterte Herstellerin der Mia 2.0 namens Fox Automotive Switzerland AG ist von der Catinum AG im Zuge eines „Reverse-IPO“ erworben worden, sprich: Sie hatte ihr operatives Geschäft bereits zuvor eingestellt und agierte nur noch als sogenannter Börsenmantel. Die Hauptversammlung der Catinum AG beschloss nun die Übernahme in Form einer Kapitalerhöhung gegen Sacheinlage im Volumen von 69,6 Millionen Euro. Der Name der Catinum AG wird gleichzeitig in fox e-mobility AG geändert.

So viel zu den etwas komplizierten Besitzverhältnissen. Die in Deutschland ansässige fox e-mobility AG gibt an, sich auf die europäische Entwicklung und Produktion von Batterie-elektrischen Fahrzeugen im Niedrigpreis-Segment für alle wichtigen europäischen Märkte konzentrieren zu wollen. Die Aktien der Gesellschaft werden zunächst im Freiverkehr der Börse Düsseldorf notiert. Die Geschäftsführung übernehmen Philippe Perret (CEO), Ulrich Hoernke (CFO) und Dr. Christian Jung (CTO).

Fox plant den Produktionsstart für die neue Mia 2.0 für das erste Quartal 2023. Das Modell basiert auf der Mia 1.0, die ursprünglich von VW- und Mercedes-Benz-Designer Murat Guenak entworfen wurde. Die Nachfolgerin soll mit „modernster Batterietechnologie und neuesten Antriebssystemen“ ausgestattet werden und darüber hinaus mit dem Designkonzept „kompaktes Äußeres vs. großer Innenraum“, seiner zentralen Fahrerposition sowie platzsparenden Doppel-Schiebetüren punkten. Als künftigen Endverbraucherpreis nennt Fox 16.000 Euro (inkl. MwSt. und vor Förderung).

„Mit der heutigen Ankündigung schlagen wir ein neues Kapitel in unserer Geschichte der Entwicklung, Produktion und Vermarktung unseres kompakten Elektrofahrzeugs, der Mia 2.0, auf“, äußert CEO Philippe Perret. „Die Voraussetzungen für unser Unternehmen sind sehr vielversprechend.“ Während die visionäre Mia 1.0 zu früh an den Markt gekommen sei, habe man jetzt mit der neuen Mia 2.0 das perfekte Elektrofahrzeug genau zum richtigen Zeitpunkt. Apropos: Da Mia 1.0 bereits eine Straßenzulassung für Europa bekommen hatte, sei die Zeit bis zur Markteinführung der neuen Mia 2.0 vergleichsweise kurz, teilt der neue Hersteller mit. Und: „Es wurden bereits mehr als 150 Millionen Euro in Mia 1.0 investiert. Resultierend ergibt sich ein relativ geringer verbleibender Finanzierungsbedarf gegenüber anderen Neufahrzeugprojekten.“

Das Geschäftsmodell von Fox soll künftig auf drei Einnahmequellen basieren: auf dem Mia-2.0-Fahrzeugprogramm für Europa, einem Lizenzprogramm für Länder außerhalb der EU sowie dem Verkauf von CO2-Credits an andere OEMs. Das Unternehmen könne ohne Altlasten agieren, heißt es. Außerdem will der Hersteller eine „äußerst schlanke Struktur“ bewahren und die Fertigung der neuen Mia outsourcen. Ziel sei es, die Kosten niedrig zu halten und Margen zu erzielen, die über dem Segmentdurchschnitt der Automobilindustrie liegen. Das Erreichen der Gewinnschwelle erwartet Fox bereits für 2023, also das Jahr der erwarteten Markteinführung.

„Als Ingenieure, die EV-Konzepte für mehrere OEMs und E-Fahrzeuge wie den Porsche Taycan entwickelt haben, kennen wir den EV-Markt und seine Herausforderungen bestens“, sagt CTO Dr. Christian Jung. Die umfangreiche Historie der Mia 1.0 helfe, die neue Mia 2.0 bereits in etwas mehr als zwei Jahren auf die Straße zu bringen. „Mit einer bewährten Team- und Outsourcing-Strategie minimieren wir von Anfang an mögliche Produktions- oder Qualitätsrisiken.“

Einige erinnern sich vielleicht: Der 2010 gegründete französische Elektroauto-Hersteller Mia Electric hauchte der Mia ursprünglich Leben ein, ging aber nach vier Jahren pleite. 2015 sind die Vermögenswerte des insolventen Unternehmens für 800.000 Euro an einen anonymen Käufer versteigert worden. Die Fox Automotive Switzerland AG kam anschließend in den Besitz aller Rechte der Marke Mia Electric Vehicle, einschließlich der Patent- und Markenrechte. Aber auch sie kam über Prototypen der Mia 2.0 nicht hinaus.
dgap.de

6 Kommentare

zu „Eigentümer-Wechsel: fox e-mobility will Mia 2.0 wiederbeleben“
B.L.
08.12.2020 um 11:32
Hatte nicht damit gerechnet dass das mit der neuen Mia noch was wird. Das alte Modell hat mich schon interessiert, die Leistungsdaten und die Qualität waren mir dann aber doch zu schwach. Eine alltagstaugliche Nicht-Autobahnreichweite von 200-250km und ein Motor wie im e-up wären völlig ausreichend. Würde ich als Ersatz für unseren e-Golf nehmen, ist sicher deutlich praktischer im Familienalltag! Ich drück die Daumen dass es tatsächlich klappt!
Peter Weber
08.12.2020 um 11:48
Es ist sehr schön zu hören, dass es mit der Mia weiter geht. Das Konzept mit der Mittelsitz-Anordnung war Spitze und die Grösse für die Stadt und den Überland-Verkehr zur Arbeit prima. Ich hoffe es wird ein Erfolg.
T.T
08.12.2020 um 17:55
Finger weg! Bin das Fahrzeug paar Jahre lang gefahren. Ein Fahrzeug aus den Stand 1990. Kein ESP oder Seitenairbag. Ein Sarg auf Räder! Sehr gefährlich im Winter. Sehr schlechtes Heizung und Lüftungssystem. Motorleistung absolut mangelhaft! Verarbeitung schlechter als ein Lada. Es gibt Automarken die dürfen ruhig vom Markt verschwinden.
Wolfbrecht Gösebert
09.12.2020 um 15:14
T.T. meinte u.a.: "Finger weg! Bin das Fahrzeug paar Jahre lang gefahren. ... [Miesmacherei mal gelöscht] ..." "Motorleistung absolut mangelhaft!"Tja, wer eh schon weiß, dass er >100 km/h fahren will, sollte die Finger von der bisherigen Mia lassen! Die Beschleunigung im Stadtverkehr ist dagegen mehr als ausreichend und der NCAP-Test wurde problemlos bestanden. Die Sicherheit des MITTIG sitzenden Fahrers ist auch ohne Seitenairbag absolut gewährleistet!"Es gibt Automarken die dürfen ruhig vom Markt verschwinden."Nur keine Sorge, Du wirst überrascht werden, welche das schon bald sein werden ;) Ich selber fahre die Mia seit 2014 – ja, sie fährt mich zuverlässig und PREISWERT! Der LFP-Akku aus 2011 (sic!) hat noch >95 % seiner damaligen Nennkapazität und nutzbaren Reichweite!Eine neue Mia 2.0 Typ C (3-Sitzer) sollte *unbedingt* weiterhin unter 900 kg wiegen, bräuchte IMO nur einen 250/200-km-Akku und einen 11-kW-AC Lader, alles übrige incl. ABS und ESP(!) könnte so bleiben - ein neuer Motor wäre sinnvoll, wenn er einen besseren *Wirkungsgrad* hätte – ob da noch eine Handvoll mehr kW dazukämen, wäre mir völlig egal!!
D-Tric
08.12.2020 um 19:40
Ich habe vor kurzem noch eine Mia bei uns in der Stadt rumfahren sehen. Es ist schon ein witziges Auto aber leider auch ein ziemliches Nischenprodukt. Trotzdem wünsche ich der Mia 2.0 alles Gute!
J.K.
23.12.2020 um 20:22
Würde mich freuen wenn es bald mehr Mia's auf der Straße gibt. Wenn die Verbesserungen bei den bekannten Schwächen gemacht werden, wird, sie durch ihren Hingucker- Charm und ihre praktische Form überzeugen. Mir gefällt, dass sie an eine normale Steckdose angeschlossen werden kann, dass sie schmal ist und die Türen zu schieben sind,dass man mittig sitzt, dass das Armaturenbrett futuristisch designed ist und man durchladen kann, ein Platzwunder klein und wendig, ideal für den Alltag in der City. Bezahlbar, das wäre noch toll ! Auf geht's Mia !

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Lesen Sie auch