30.03.2021 - 16:17

Volkswagen of America wird doch nicht zu Voltswagen of America

Es war am Ende doch ein verfrühter Aprilscherz: Volkswagen of America bleibt Volkswagen of America und wird nicht in Voltswagen of America umbenannt. Der verfrühte Aprilscherz wird schon als „das peinlichste PR-Desaster seit Clean Diesel“ bezeichnet.

Wie die US-Tochter von VW am Dienstag mitteilte, sei das mehr als ein Namenswechsel –  es sei eine „öffentliche Erklärung für die zukunftsweisende Investition des Unternehmens in die Elektromobilität“.

Das ist es nun doch nicht: Ein US-Unternehmenssprecher bestätigte der Nachrichtenagentur AP, dass es keine Umbenennung des Markennamens in den USA in „Voltswagen of America“ geben werde. Tags zuvor hatte der gleiche Sprecher noch bekräftigt, die Pressemitteilung zur Namensänderung sei echt – auf die konkrete Nachfrage, ob das ein Aprilscherz sei.

Das eine Namensänderung ein schlechter Scherz ist, ist wohl weder den Verantwortlichen in Wolfsburg noch der US-Zentrale in Herndon in den Sinn gekommen. Dass die „öffentliche Erklärung für die zukunftsweisende Investition des Unternehmens in die Elektromobilität“ Folgen an den Aktienmärkten haben könnte – geschenkt. Nun betonte ein Sprecher, man habe niemanden täuschen wollen.

Nathan Bomey, Reporter bei „USA Today“ war einer der Journalisten, der konkret gefragt habe, ob das ein Aprilscherz sei. Bei Twitter schreibt Bomey nun, das sei kein Scherz gewesen, sondern „Täuschung“. „Dear Volkswagen: You lied to me. You lied to AP, CNBC, Reuters and various trade pubs.“

VW hatte offenbar versucht, die Umbenennung als PR-Panne zu tarnen. Zunächst wurde eine auf den 29. April datierte Pressemitteilung geleakt und von CNBC aufgegriffen. In der Folge veröffentlichte VW eine offizielle Pressemitteilung inklusive eines ausführlichen Zitats von Nordamerika-CEO Scott Keogh. Darin wurde die Umbenennung zum 1. Mai bestätigt. Die eigene Pressemitteilung hat VW inzwischen wieder offline genommen.

Update 30.04.2021: Die vorgetäuschte Umbenennung des VW-Konzerns in den USA in „Voltswagen“ könnte juristische Konsequenzen nach sich ziehen. Laut einem Bericht des „Spiegel“ prüft die amerikanische Börsenaufsicht SEC, ob Volkswagen durch den PR-Gag womöglich den Börsenkurs beeinflusst hat. Die Ermittlungen befinden sich noch in einem frühen Stadium.

Auf Nachfrage bestätigt der Konzern dem Magazin, dass die SEC bei der US-Tochter Volkswagen Group of America Informationen angefordert habe. VW kooperiere mit den zuständigen Stellen.

Aber auch intern ist der missglückte PR-Gag noch nicht vollständig aufgearbeitet. Offenbar wird noch geprüft, ob interne Konzern-Richtlinien verletzt wurden. Besonders die zwischenzeitlich veröffentlichte Pressemitteilung steht dabei wohl im Fokus, da diese Vertrauen gekostet habe, schreibt der „Spiegel“ unter Berufung auf Konzerninsider.
handelsblatt.com, cnbc.com, spiegel.de (Update)

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