26.08.2021 - 11:58

Berlin plant einen Ladepunkt je zehn E-Autos

Das Berliner Abgeordnetenhaus hat das Energiewendegesetz überarbeitet und neue Vorgaben auf dem Weg zur Klimaneutralität gemacht. Das betrifft auch die E-Mobilität: Die Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge soll weiter ausgebaut werden.

Ziel ist, dass in Berlin bis 2030 mindestens ein Ladepunkt für je zehn zugelassene E-Fahrzeuge vorhanden ist. Bis 2025 soll dieses Ziel zu mindestens 30 Prozent erreicht sein. „Der Aufbau im öffentlichen Raum erfolgt im Auftrag des Landes Berlin nach den Maßgaben einer einheitlichen, diskriminierungsfrei zugänglichen Ladeinfrastruktur und berücksichtigt dabei die Entwicklung des Ausbaus von Ladeeinrichtungen im privaten Raum“, heißt es auf Seite 8 des Gesetzes. Dem Abgeordnetenhaus sei jährlich über den Ausbau zu berichten.

Als weitere Voraussetzung wird in dem Energiewendegesetz festgehalten, dass nur „Ladeeinrichtungen öffentlich gebaut bzw. gefördert“ werden, wenn an diesen ausschließlich regenerativ erzeugter Strom angeboten werde.

Dem Aufbau der Ladeinfrastruktur kommt noch eine weitere Rolle zu: Die angepeilte Umstellung der von der öffentlichen Hand genutzten Flotten kann laut dem Gesetz verzögert werden, „solange und soweit erforderliche Ladeinfrastruktur nicht rechtzeitig zur Verfügung steht“.

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Die Fahrzeuge, die von der öffentlichen Verwaltung und den landeseigenen Betrieben genutzt werden, sollen demnach bis 2030 komplett CO2-frei sein – es wird aber nicht vorgeschrieben, ob es sich dabei um Batterie-elektrische oder Brennstoffzellen-Fahrzeuge handeln soll. Da in Paragraf 11a allerdings ausschließlich die Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge und nicht Wasserstoff-Tankstellen erwähnt werden, stehen Brennstoffzellen-Fahrzeuge offenbar nicht im Fokus des Abgeordnetenhauses. Von dieser Vorgabe gibt es auch Ausnahmen, wenn es auf dem Markt keine CO2-freien Modelle gibt – etwa für Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienste.

Gesamtziel des Energiewendegesetzes ist es, die CO2-Emissionen in der Hauptstadt bis 2030 um mindestens 70 Prozent im Vergleich zu 1990 zu senken. Für 2040 werden 90 Prozent, für 2045 95 Prozent angepeilt. Vor der Neufassung des Gesetzes waren bis 2030 nur 60 Prozent Einsparung vorgesehen. Neben der E-Mobilität sind unter anderem auch ein CO2-Budget für verschiedene Bereiche, eine Solar-Pflicht für öffentliche Gebäude und eine höhere Energieeffizienz für öffentliche Gebäude vorgesehen.
rbb24.de, energiezukunft.eu, berlin.de (Gesetz als PDF)

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16 Kommentare zu “Berlin plant einen Ladepunkt je zehn E-Autos

  1. notting

    Mit anderen Worten: Viele eher nutzlose Lahmladepunkte die für viel Resourcen- und Flächenfras sorgen (man darf dort schließlich meist nicht hinstehen, wenn man nicht lädt) statt wenige HPC, die man wirklich praktikabel nutzen kann.
    Qualität statt Quantität!

    notting

    • Gerd

      Steckdosen an die Wand, Zäune, Begrenzungschienen der normalen Parkplätze.

      saugünstig, braucht keinen Platz.

      als Bahnpendler geb ich doch nach 1-2 Stunden keinen Ladepunkt frei…

      Parken = Laden, ohne Zeitverlust, daher die allerschnellste Lademöglichkeit. nebenbei auch noch die güntigste.

    • Marek Ahlers

      Die tollen Planer in Berlin haben ja auch mal einen Flughafen geplant……wir wissen alle wie das ausging. Zig Jahre vergangen , Zig Millionen verschwendet und am Ende ein sehr bescheidenes Ergebnis. Das wird hier genauso sein. Außerdem stehen die Autos der Berliner eh wochenlang herum , um den perfekten Parkplatz vor der Haustür nicht räumen zu müssen.
      Also wird der Klimarucksack eines E Autos in Berlin bestehen bleiben, weil die Fahrleistung nicht korreliert. Die Berliner müssten paradoxerweise Benziner fahren. Die viel fahren Leute auf dem Land E Autos……die haben wiederum kaum Ladesäulen. Berufliche Vielfahrer sind eh weiter auf Diesel angewiesen. Ich sehe schon , läuft extrem gut mit der E Mobilität 🙂

    • Djebasch

      Leider sehe ich das anders… denn wir müssen von der maximalen Nutzung der PKW ausgehen.
      Hier stehen 40Millionnen PKW der Großteil 80% fährt nur Kurzstrecke und lädt nur 1x Pro Woche meist Abends.
      Hier benötigen wir gerade in Großstädten nur Lader zum Nachtladen und davon eine menge.
      Die Schnelllader dagegen benötigen wir nur für Lange Strecken.
      Und ganz wichtig die Garantie der Akkus ist bei allen Herstellern ab 50% Schnellladen eingeschränkt…
      Vielleicht erstmal informieren…

  2. M. H.

    Ich vermisse Überlegungen zu bidirektionalem Laden und zu kostengünstiger Infrastruktur. Kann nicht jedes EV dauerhaft am Stecker hängen, wenn es nicht fährt und seinen Speicher netzdienlich machen? Dafür würden auch 3kW ausreichen als Anchlussleistung. Wenn beispielsweise Parkplätze durch Parkhäuser ersetzt würden, könnten die Zuleitungen zu den Ladepunkten gebündelt, die Autos geschützt vor Hagelereignissen, die Fassaden für Photovoltaik und Flächen, die aktuell noch beparkt werden, umgewidmet werden (siehe Kopenhagen). Man müsste dann ein paar Minuten zum Auto laufen und könnte es nicht mehr direkt vors Haus stellen – ich schaffe das!

    • Gerd

      SchuKo Steckdose. CEE 3phasig, blau,…
      eine „Normale“
      eine günstige, die nur Überschuß liefert, gesteuert z.B. Zweitarifsignal. wie der alte Nachtspeicherofen.

      wenn kein Überschuß, hab ich eben keinen Ladestrom.
      als Bahnpendler mit 30km Tagesfart und 300 km Fahrzeugreichweite, kan ich diesen Joker sehr oft ziehen

      wäre günstigste und bewährteste Technik.
      es fehlt nur das „Hirn“ und die HPC-only Scheuklappen abzulegen. Diese haben meist eh nur Leute, die kein E-Auto fahren.

      • Torsten

        +1, sehe ich genauso.
        HPCs sind was für die Langstrecke. Das alltägliche Laden geht mit kleiner Leistung, dafür in Stückzahlen skaliert wesentlich sinnvoller. Außer natürlich man ist am Umsatz interessiert…

        • Simon Saag

          „ Außer natürlich man ist am Umsatz interessiert…“

          Merken Sie was? Wer soll denn als Betreiber nur einen Euro investieren (ja, auch massenhaft einfache AC-Ladepunkte kosten Geld) wenn er dann über einen kompletten Tag ein paar kWh verkaufen kann? Wenn da ein PHEV dran nuckelt, wird es noch unattraktiver.

          So sinnvoll es sein mag, fürchte ich, dass da kein Betreiber drauf anspringt. Braucht es da ein Deutschlandnetz 2.0? Ohne Staat und massive Förderung wird das nie kostendeckend.

          • sig

            Kosten von Steckdose und Ladesäulen vergleichen!
            an der Steckdose ist auch ein PHEV o.k.
            Ein Terminal für ein Parkdeck.
            siehe 1000 Ladepunkte in Hamburg da wurden 13kWh in 5h geladen.

          • Simon Saag

            @sig: Natürlich, womit denn sonst? Wie wollen Sie den Ladestrom sonst abrechnen? Soll der Schuko-Strom verschenkt werden? Ich brauche für jede Steckdose einen geeichten Zähler und eine Authentifizierung, die Zählerstand bei Start und Ende mir zuordnet. Solche Voraussetzungen gehören bei öffentlichen Ladepunkten dazu. Dran denken: Bei einer Steckdose findet keine Kommunikation zwischen Auto und Ladepunkt statt. Alles mit „ein Terminal pro Parkdeck“ ist mit Steckdosen nicht leicht umsetzbar. Kostet alles extra, was irgendjemand bezahlen muss. Es gibt ja con Mahle und EnBW Lösungen mit einfachem Ladepunkt und zentraler Steuerung. Klappt aber nur mit Kommunikation und Typ-2-Kabel. Nicht. Mit. Schuko.

    • notting

      Öffentliches bidirektionales Laden? Da werden die Nutzer mit Sicherheit nur abgezockt, weil’s genug Leute geben wird, die zu miesen Konditionen ihren Akku schrotten lassen.
      Lieber Akkus verwenden, die für Netzregelung ausgelegt wurden!

      notting

  3. Siegfried Gorgs

    Moin zusammen,

    Lahmladepunkte ( 11kW,22kW) ist was für die heimische Garage. Um dem Flächenfraß vorzubeugen werden HPC Lader mit 100kW+ Leistung benötigt.
    MfG

    • sig

      Steckdosen dort, wo die Autos eh parken! braucht 0 Fläche.

  4. eMobilitätsberatung-Berlin K.D.Schmitz

    Für alle die keinen eigenen Stellplatzes oder Garage haben, in Berlin sind das sehr viele, braucht es an jedem Stellplatz mit Laterne eine Typ II Dose mit 3,5 Kw. Dieses Pilotprojekt mit 1000 Punkten wurde vom Verkehrssenat in den Sand gesetzt. Jetzt soll von den Stadtwerken, nächstes Jahr, begonnen werden hauptsächlich Schnelllader zu installieren. Nur wenn beides parallel umgesetzt wird, kann es in 2025 bis 2030 überhaupt in etwa funktionieren. Nur, wir sind in Berlin, wo das Machbare nicht umgesetzt wird.

    • sig

      geht an die Bahnparklätze, sind auch staatl. subventioniert.

  5. Badnews

    Die Stadt Berlin verlangt für eigene Ladesäulen mehr Geld als die Betreiber wie Alleggo, pro kWh.
    Mehr Kaution für den Start des Ladevorgangs. (50€, statt 25€)

    Vielleicht sollte man dies erst ändern, bevor man wieder etwas plant, was eh ganz anders ausfallen wird.

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Gefunden bei electrive.net
https://www.electrive.net/2021/08/26/berlin-plant-einen-ladepunkt-je-zehn-e-autos/
26.08.2021 11:52