26.10.2021 - 10:29

Ssangyong findet wohl Käufer / E-Fokus geplant

Der südkoreanische Autohersteller Ssangyong hat ein Sanierungsverfahren durchlaufen und nun offenbar einen Käufer gefunden. Die potenziellen neuen Eigentümer wollen Medienberichten zufolge aus Ssangyong in drei bis fünf Jahren einen auf Elektrofahrzeuge fokussierten Autobauer machen.

++ Dieser Artikel wurde aktualisiert. Sie finden die neuen Infos ganz unten. ++

Ssangyong gehört seit 2011 mehrheitlich zum indischen Mahindra-Konzern. Im vergangenen Jahr hatten sich Berichte über eine drohende Zahlungsunfähigkeit gehäuft. Nachdem Mahindra keinen Käufer finden konnte, wurde Ssangyong im April unter Konkursverwaltung gestellt. Im Juni begann das Bieterverfahren, bei dem sich ein Konsortium um den südkoreanischen Elektrobushersteller Edison Motors als bevorzugter Käufer herausstellte – obwohl andere Interessenten angeblich mehr geboten haben.

Bei einer Pressekonferenz in Seoul gab Kang Young-kwon, Vorsitzender von Edison Motors, nun an, aus Ssangyong in drei bis fünf Jahren einen „auf Elektrofahrzeuge fokussierten Autobauer“ zu transformieren. Ein reiner Elektro-Hersteller ist aber wohl noch nicht geplant. Zunächst einmal muss das Konsortium aber Ssangyong offiziell übernehmen, als möglicher Kaufpreis werden bis zu 1,5 Billion Won (rund 1,1 Milliarden Euro) genannt. Wie etwa die „Yonhap News Agency“ schreibt, werde „allgemein erwartet“, dass das Insolvenzgericht dem Vorschlag zustimme.

Kang gab bei der Pressekonferenz an, dass Ssangyong in seinem Werk Pyeongtaek bis zu 300.000 Fahrzeuge auf drei Linien fertigen könne. Dabei soll zunächst die Produktion der bestehenden Modellen wieder anlaufen. Darunter ist auch das BEV-Modell Korando e-Motion, der erst seit Sommer gebaut wurde – aber auch Hybride und reine Benziner.

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Derzeit werden die Montagelinien 1 und 3 nur im Einschicht-Betrieb genutzt, die Linie 2 steht seit der Einstellung der Limousine Chairman und dem SUV Turismo im Jahr 2019 still. Edison plant nun die Produktion von 200.000 bis 300.000 Verbrennern, 100.000 bis 200.000 Elektroautos und bis zu 50.000 Hybride. Angesichts der bisherigen Verkaufszahlen von Ssangyong sind das ambitionierte Ziele. Von Januar bis Ende September konnte Ssangyong nur noch 61.854 Autos absetzen.

Die Verbrenner sollen aber nicht lange den Großteil der Produktion ausmachen. Bereits 2022 sollen laut der Ankündigung von Kang zehn neue EV-Modelle vorgestellt werden. Bis 2025 sollen es 20 Modelle sein, bis 2030 30 E-Modelle. Dabei kann Edison aber auf die Vorarbeit unter Mahindra-Führung zurückgreifen, bereits zum Produktionsstart des Korando e-Motion wurde für 2022 ein eigener E-SUV angekündigt.

Update 05.11.2021: Die angekündigte Übernahme des Autohersteller Ssangyong durch den Elektrobushersteller Edison Motors wurde nun vertraglich besiegelt und vom zuständigen Insolvenzgericht abgenickt. Edison Motors beginnt nun eine zweiwöchige Due-Diligence-Prüfung von SsangYong, einschließlich der Überprüfung der Schulden und Vermögenswerte.

Update 29.03.2022: Die sicher geglaubte Übernahme von SsangYong durch den E-Bus-Hersteller Edison Motors, durch welche die südkoreanischen Marke zum einem auf Elektrofahrzeuge fokussierten Autobauer umgewandelt werden sollte, ist geplatzt. Wie SsangYong mitteilt, wurde der mit Edison Motors geschlossene Investitionsvertrag über einen Zusammenschluss nun aufgehoben. Der Grund: Edison sei seinen bis zum 25. März 2022 fälligen Zahlungsverpflichtungen nicht nachgekommen.

SsangYong sucht nun einen neuen Investor und wird innerhalb der gesetzlichen Frist einen entsprechenden Sanierungsplan vorlegen. Die Ausgangslage sei dabei aber dank der durchlaufenen Sanierung besser als vor einem Jahr. Dazu zählt das Unternehmen nach eigenen Angaben auch den Fortschritt bei den eigenen E-Modellen. Mit dem Korando e-Motion wurde das erste Elektrofahrzeug der Marke bereits in Deutschland und Europa eingeführt, mit dem U100 – der elektrischen Variante des J100 – folgt im zweiten Halbjahr 2023 ein weiteres E-Modell, in das auch Knowhow von BYD eingeflossen ist.

„Eine solche Verbesserung der Geschäftsbedingungen erhöht den künftigen Unternehmenswert und zieht damit wettbewerbsfähigere Investoren an“, sagt der vom Gericht eingesetzte Verwalter Young-won Jung. „Wir bemühen uns um eine Übernahme in kürzester Zeit, um nicht nur die Bedenken unserer Partner zu zerstreuen, sondern auch um eine solide Grundlage für das langfristige Wachstum des Unternehmens zu schaffen.“
yna.co.kr, autonews.com, koreatimes.co.kr, newsdirectory3.com (beide Update I), ssangyong-presse.de (Update II)

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