08.03.2022 - 09:37

Grünheide: Brandenburg will Wasser-Teilförderung dulden

Nach der umweltrechtlichen Genehmigung der Gigafactory am Freitag hatte am selben Tag ein Gerichtsentscheid die Wasserversorgung des Tesla-Werks in Grünheide gefährdet. Das Land Brandenburg versucht nun, den Konflikt zu entschärfen.

Nach der gerichtlich als rechtswidrig festgestellten Erlaubnis für eine Wasserförderung, die auch die Tesla-Fabrik betrifft, will Brandenburg nun eine Teilförderung dulden. Damit könne die öffentliche Wasserversorgung aufrechterhalten werden, teilte das Umweltministerium gegenüber der Deutschen Presse-Agentur mit.

Am Freitagabend hatte das Verwaltungsgericht Frankfurt (Oder) die 2020 ausgestellte wasserrechtliche Genehmigung für „rechtswidrig und nicht vollziehbar“ erklärt. Bemängelt wurde unter anderem, dass die Öffentlichkeit in die Erhöhung der Fördermengen nicht eingebunden war. In einer ersten Reaktion hatte der Wasserverband Straußberg-Erkner (WSE) vom Land eine Duldung für die Wasserförderung gefordert, bis das Verfahren nachgeholt wurde.

Genau das ist nun geschehen: Der WSE darf bis auf Weiteres 2,518 Millionen Kubikmeter Wasser pro Jahr fördern. Das entspricht der Menge vor der nun als rechtswidrig eingestuften Erhöhung. Damit soll die Trinkwasserversorgung in der Region garantiert werden.

Laut den Angaben des Umweltministeriums könnte die Öffentlichkeitsbeteiligung rund vier Monate dauern – nachdem die Urteilsbegründung vorliegt.

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Die eigentlich vertraglich vom WSE zugesicherten 1,4 Millionen Kubikmeter Wasser für Tesla würden aber erst dann benötigt, wenn der Autobauer in Grünheide wirklich die volle Kapazität vom 500.000 Autos pro Jahr erreicht hat. Wann das der Fall sein wird, ist noch unklar. Aktuell kämpft das Werk laut einem Medienbericht noch mit enormen Problemen beim Produktionsanlauf des Model Y Performance.

Wie die „Automobilwoche“ unter Berufung auf Unternehmenskreise schreibt, sie bisher „noch kein einziges verkaufstaugliches Auto dort gebaut worden“. Die Vorserie – erlaubt sich bis zu 2.000 Fahrzeuge – werde immer noch nicht fehlerfrei gefertigt. Als eine der Baustellen werden „deutliche Defizite in der Lackierung“ genannt. Zudem habe ein Corona-Ausbruch zahlreiche Mitarbeiter in Quarantäne gezwungen, was die Arbeiten massiv behindert habe. Laut dem Bericht könnte sich die Produktion verkaufsfertiger Model Y Performance um „zwei bis drei Monate“ verzögern.

Ob oder in wie weit das zutrifft, ist aber offen: In sozialen Medien häufen sich derzeit die Posts, wonach Besteller des Model Y Performance aufgefordert wurden, weitere Daten für die Auslieferung anzugeben. Die Planungen für einen zeitnahen Auslieferungsbeginn scheinen also weiter zu laufen.
heise.de (Wasser-Förderung), automobilwoche.de (Produktionsprobleme)

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6 Kommentare zu “Grünheide: Brandenburg will Wasser-Teilförderung dulden

  1. Kasch

    Tesla bekommt kein Wasser, wärend aus Braunkohlegruben das lästige Grundwasser in stillgelegte Gruben gepummt wird, in der Hoffnung, dass ein heisser Sommer möglichst viel davon verdunstet – perfekt !

  2. Dieter Schleenstein

    Das ist richtig, aber dann muss man erstmal eine Wasserleitung dahinbauen, schon das Genehmigungsverfahren dafür dauert 3-5 Jahre, dann muss der Landtag die Enteignung der Grundstücke beschließen (gegen die man klagen kann) und dann muss die Leitung auch erst mal gebaut werden. Das ist alles Aufgabe des Landes, Tesla hat das Grundstück ja nicht von Texas aus im Computer gekauft und der angemeldete Wasserbedarf war doppelt so hoch. Warum sich Tesla allerdings für das Bundesland mit den größten Problemen bei der Ansiedlung von Industrie entschieden hat weiss ich auch nicht, aber mit Sicherheit hat Tesla den weiteren Ausbau in Grünheide gestoppt. Das nächste Werk wird sicher im benachbarten östlichen Ausland gebaut und mit Erstaunen werden wir zusehen, wie es nach Plan in Betrieb geht. Und die brandenburgischen Minister werden dann immer noch nicht mit EV`s fahren.

    • Peter wulf 76 J

      Ich verstehe das Problem mit dem Wasser nicht. Immer mehr Bürger pflastern ihre Grundstücke zu und legen grüne Rasenflächen für Mähroboter . Wir sollten unsere Einfamilienhaus- wüsten mit Bäumen und Büschen bepflanzen damit weniger Wasser verdunstet und mehr versickert. Das neben Tesla Gelände / „angeblichem Wasserschutzgebiet “ eine sehr stark von LKW und PKW Verkehr besonders Diesel hat bisher niemand gestört oder Bedenken gehabt das die umweltschädlichen Stoffe des Verkehrs ins Grundwasser gelangen. Wir können besonders froh sein endlich eine “ saubere E Auto Produktion und Batterieproduktion ohne Blei und Schwefelsäure entsteht.
      Berlin und Brandenburg kann nicht von schlecht bezahlter Pandemie und Touristen , Messen abhängiger Dienstleistung existieren. Mit Industrie und dazugehörigen Forschung startups Zulieferern werden Arbeitsplätze für Zukunft und gegen Altersarmut geschaffen. Die ehemaligen DDR Bürger sollten aufhören gegen alles neue zu protestieren und sich an ihre heruntergewirtschafte veraltete umweltfreundliche Industrie erinnern die nicht mehr Konkurrenz fähig zu modernen Weltwirtschaft war. Automobilindustrie wurde inzwischen von Asien abgehängt die meisten Patente kommen aus ehemaligen “ Entwicklungsländern“ Asiens. Wir sind zu überheblich geworden und haben uns ausgeruht.

  3. Wbaru

    Aus der Lebensader des Straussees fördern die Pumpen der WSE in Eggersdorf. Von hier soll der erhöhte Bedarf gedeckt werden. Der Straussee hat so bisher 1,5m Wasserstand verloren. Liegt natürlich alles am Klimawandel. Mal sehen wie lange sich Strausberg die grüne Stadt am See nennen darf.

  4. Hans Gnann

    Kann denn Tesla nicht auch einen Teil seines Wasserbedarfs über Regenwasser decken?

  5. Emobilitãtsberatung-berlin K.D. Schmitz

    Hier geht es seit der Ankündigung des Baus der Fabrik von Tesla um einen Kleinkrieg zwischen dem Wasserverband und der Landesregierung von Brandenburg

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08.03.2022 09:10