14.04.2022 - 15:29

Mercedes EQXX schafft 1.000 Kilometer im Straßenverkehr

Rund vier Monate nach der Premiere der Technik-Studie EQXX hat Mercedes eine Demonstrationsfahrt durchgeführt. Das Ergebnis: Der Technikträger legte im realen Straßenverkehr 1.008 Kilometer mit einer Batterieladung zurück – inklusive Alpen-Überquerung und nicht optimalen äußeren Bedingungen.

++ Dieser Beitrag wurde aktualisiert. Sie finden die neuen Infos ganz unten. ++

Der auf besonders hohe Effizienz getrimmte Technologieträger fuhr laut einer Mitteilung des Herstellers auf seiner Jungfernfahrt von Sindelfingen über die Schweizer Alpen und Norditalien nach Cassis an der Côte d’Azur die regulären Geschwindigkeiten und war auf deutschen Autobahnen zeitweise auch mit bis zu 140 km/h auf der Überholspur unterwegs. Beim Start der Fahrt in Sindelfingen regnete es sogar, was den Verbrauch eigentlich erhöht.

Am Ende lag der Durchschnittsverbrauch bei 8,7 kWh pro 100 Kilometer. Bei Ankunft an der Côte d’Azur war der Akku noch nicht komplett leer: Laut Mercedes lag der Ladestand noch bei rund 15 Prozent, die Restreichweite bei etwa 140 Kilometern.

Um die Ergebnisse von einer neutralen Instanz zu bestätigten, erfolgte die Fahrt mit versiegelter Ladesteckdose und wurde von einem unabhängigen Sachverständigen des TÜV Süd begleitet.

„Wir sind mühelos mehr als 1.000 Kilometer mit einer einzigen Batterieladung und einem Verbrauch von nur 8,7 kWh/100 km unter realen Verkehrsbedingungen gefahren“, sagt Mercedes-CEO Ola Källenius. „Der Vision EQXX ist der effizienteste Mercedes, der jemals gebaut wurde. Das Technologieprogramm, das dahintersteht, markiert einen Meilenstein in der Entwicklung von Elektrofahrzeugen. Es untermauert unseren strategischen Anspruch ‚Lead in Electric‘.“

Mercedes hatte das Showcar Anfang Januar auf der CES vorgestellt und noch einen Verbrauch von unter 10 kWh/100km genannt – in dem Artikel haben wir auch die technischen Details des Technologieträgers aufgearbeitet. Bei der Premiere hieß es allerdings noch, dass die damals angegebenen 1.000 Kilometer nicht in einem Test ermittelt wurde, sondern es sei anhand „interner, digitaler Simulationen davon auszugehen, dass der Technologieträger in realem Straßenverkehr mit einer einzigen Batterieladung über 1.000 Kilometer weit fahren wird“. Diesen Punkt kann Mercedes nun streichen.

Update 24.06.2022: Bei etwas höheren Temperaturen hat der Vision EQXX seine eigene im April aufgestellte Bestmarke überboten. Der Technologieträger fuhr mit einer Batterieladung 1.202 Kilometer von Stuttgart nach Silverstone in Großbritannien – auch im Autobahn-Tempo. Dass der Verbrauch mit 8,3 kWh auf 100 Kilometer nochmals etwas niedriger lag, ist zum einen auf die Temperaturen zurückzuführen, aber auch auf das Streckenprofil – dieses Mal mussten nicht die Alpen überquert werden. Die Rekuperation bergab kann zwar einiges, aber nicht alles an Energie zurückgewinnen.

Während der Fahrt gab es bei bis zu 30 Grad einige Hürden, etwa eine Autobahn-Sperrung samt Umfahrung bei Pforzheim sowie den Stau auf der M25 rund um London. Auf der Formel-1-Strecke in Silverstone konnte der EQXX nach der langen Anreise noch elf Runden – also nochmals 64,8 Kilometer zurücklegen.
mercedes-benz.com, mercedes-benz.com (Update)

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14 Kommentare zu “Mercedes EQXX schafft 1.000 Kilometer im Straßenverkehr

  1. panib

    „… zeitweise bis zu 140 km/h auf der Autobahn…“. Selbst bei nur 15 Sekunden 140 wäre dieses Aussage im Gegensatz zu Putin’s Gequatsche keine Lüge.
    So oder so: Da kommt doch Hoffnung auf, dass in absehbarer Zeit durch offenbar rapide Fortschritte in der Akkutechnik die Akkus der E-Autos kleiner werden und damit die Autopreise sinken könnten! Verbunden mit einem intelligenten Ausbau der Ladeinfrastruktur sind für mich dann auch noch Reichweiten von allenfalls 400 oder 500 km als ausreichend vorstellbar, weil wir auf unseren Autobahnen eh keinen Durchschnitt von mehr als 110 km/h mehr auf die Reihe bringen und eine, dann kurze, gelegentliche Kaffee- und PP für die Erhöhung der Verkehrssicherheit allemal sinnvoll ist.

  2. Tobias

    Sensationelle Leistung!

    Mit einem Verbrauch von 8,7 KWh/100km und das bei flottem Durchschnittsgeschwindigkeit trotz Stadtanteil von 87,4km/h.

    Respekt!

  3. Groß

    Das ist eine Studie und kein Serienreifes Auto. Denkt man an die Tricksd er Autobauer bei denStudien und das was davon in Serie geht, dann bleibt mir nur ein müdes Lächeln.

    Sorry aber andere sind hier Serien nahmer als Merzedes. Auch wenn Merzedes mitlerweile zu ca. 20 % chinesen gehört.

  4. Sebastian

    Scheint niemand zu interessieren. 1008 KM und dann noch 140 KM in Akku. Das zweite war meine Sommerreichweite im Jahre 2015.

  5. David

    Einfach nur beeindruckend und zeigt wo die Entwicklung hingeht. Das Engineering der deutschen Hersteller hat übernommen.

    • Peter Wulf

      Leider wurde nicht angegeben wie gross die Batterie ist. Wie hoch die Umgebungstemeratur, ideal wäre bei ca 20 bis 25 Grad. Ferner nicht was von der Elektronik alles ausgeschaltet war.
      Normale Bedingungen im Verkehr was ist damit gemeint? Immer Überholspur ohne bremsen und anfahren. Wenn man gemächlich von Bayern bergauffährt und nach Italien stark bergab hat man ggf durch Rekuperation wieder fast volle Batterie. Das Erlebnis hat man in den Alpen bei einigen Pässen.
      Wie viele Personen mit welchem Gewicht und Gepäck sassen im auto.
      Firmen haben schon Tesla S auf einer Rennstrecke von Dummi fahren lassen da kam er über 1000 km weit.
      Wir wissen ja wie die deutsche
      AUTOINDUSTRIE mit vielen Trix bisher die Käufer beschissen hat.

      • Simon Saag

        Jaja, der deutsche Nörgler, der in allem, was die Industrie macht, eine Verschwörung sieht.

        Ich glaube zwar auch, dass sie die genannten 140 nur kurz gefahren sind, um sie (ohne Betrug) nennen zu können. Und mal kurz auf der Überholspur an einem vorbeigefahren. Und danach wohl eher gleichmäßig, also verbrauchsoptimiert. Mit 87,4 km/h im Durchschnitt (also inklusive Alpen) sind sie aber nicht geschlichen. Aber auch nicht gerast. Wie man es halt machen sollte 😉

        Wie schon seit der Vorstellung der Studie im Januar bekannt ist, hat der Akku 100 kWh. In seiner weiterentwickelten Form mit höherer Energiedichte aber deutlich leichter und kleiner als der Akku eines EQS. Die Temperatur hat während der Dauer der Fahrt natürlich stark geschwankt, bei Abfahrt in Sindelfingen waren es 3 Grad, am Ziel 18 Grad (Quelle ist die verlinkte Pressemitteilung von Mercedes-Benz). Leergewicht des Autos sind 1.755 Kilogramm, davon 495 Kilogramm Batterie. Auf den von mercedes veröffentlichten Bildern sind zwei Personen im Auto. Deren Gewicht wird nicht genannt, nehmen wir aber mal zusammen 150 Kilogramm an. Dass es sich bei einer solchen Testfahrt nicht um eine Urlaubsfahrt mit voller Besetzung und Gepäck handelt, dürfte auch klar sein.

        Das ist es aber ja gerade, was diese Fahrt aus meiner Sicht beeindruckend macht: Es wurde nicht auf einem flachen Oval „im Kreis gefahren“, sondern von A nach B mit einem Gebirge dazwischen, unterschiedlichem Wetter und Wind. Aber nein, es wird wieder Betrug vermutet…

        • H.Ebel

          Alle Achtung. Vor allem auch der Verbrauch von 8,7 kW/100km lässt aufhorchen. Ich fürchte aber, dass dieses Fahrzeug dann einen Preis jenseits von Gut und Böse haben wird.

        • Christof Alig

          Da kann ich mich anschliessen. Respektable Leistung. Hoffentlich geht das Design in Serie. Würde Mercedes gut tun. Was auffällt sind auch relativ schmale Räder. Aktuelle Fahrzeuge verursachen mit ihren breiten Rädern wohl fast so viel Feinstaub wie ein moderner Diesel. Spass beiseite. Ich war gerade 10 Tage in England und habe 3100 Kilometer zurückgelegt. Durchschnittsgeschwindigkeit 75.3 km/h. Die sind also nicht langsam gefahren. Hat aber auch viele Baustellen auf deutschen Autobahnen die die Geschwindigkeit reduzieren!

  6. Mario

    vielleicht ist DAS endlich der Weg aus dem Dilemma „schwerer – schneller – teurer“ – kann uns allen im Sinne der vielzitierten Nachhaltigkeit nur recht sein. Wie brauchen natürlich erstmal die genauen Specs.

  7. P. Albert

    Das Design des EQXX zeigt, wie man es machen muss: Nicht so dümmliche SUV-Designs für Fahrer, die mit Hut einsteigen wollen; die Physik und da besonders die Aerodynamik muss ernst genommen werden.

    Fast denke ich, ineffiziente Autos müssten jetzt, wo die E-Mobilität hochläuft, steuerlich belastet werden, ähnlich wie man es auch bei hohem CO2-Verbrauch schon gemacht hat.
    Der Kunde kann dann entscheiden, ob ihm das mit Hut einsteigen was wert ist.

  8. Flo

    Viel wichtiger als die Reichweite ist die Akkugröße und Ladezeit, um die 1000km zu erreichen.
    Aber dennoch Respekt an Mercedes zu diesem Durchbruch

  9. Stephan

    Hört sich doch super an. Auf dem Bild erkenne ich ein Model S von Tesla das wohl als Vorbild gedient hat.

  10. gerd

    0,8 Liter auf 100km.
    „efficient dnamics“ und „Vorsprung durch Technik“ aus Scheuers Land sieht da schwach aus.

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Gefunden bei electrive.net
https://www.electrive.net/2022/04/14/mercedes-eqxx-schafft-1-000-kilometer-im-strassenverkehr/
14.04.2022 15:28