19.04.2022 - 12:13

Mercedes EQS SUV kommt in drei Varianten

Mercedes hat mit dem EQS SUV das erste SUV-Modell auf Basis der elektrischen EVA2-Plattform vorgestellt. Von dem Luxus-SUV wird es zum Marktstart drei Antriebsvarianten geben – weitere dürften folgen.

Ursprünglich war die Premiere des EQS SUV auf der Automesse in Peking geplant – China dürfte ein sehr wichtiger Markt für das neue Modell sein. Obwohl die Messe verschoben wurde, hat Mercedes an seinem eigenen Zeitplan festgehalten und den EQS SUV nun bei einem Online-Event enthüllt. Wobei das eher nur die offizielle Premiere war. Enthüllt wurde der EQS SUV genau genommen bereits vor einigen Tagen, als im Internet Bilder von zwei ungetarnten Exemplaren aufgetaucht waren.

Blicken wir kurz auf die Fakten: Mit 5,12 Metern Länge ist das SUV genau zehn Zentimeter kürzer als die EQS-Limousine. Zudem ist das SUV stolze 20 Zentimeter höher und kommt auf 1,72 Meter. Die Breite ohne Außenspiegel ist mit 1,95 Metern in etwa gleich. Für die Batterie wichtig: Das Skateboard der EVA2-Plattform ist bei der Limousine und SUV exakt gleich. Der Radstand liegt also bei 3,22 Metern, was Platz für die aus zwölf Modulen bestehende Batterie mit 107,8 kWh nutzbarem Energiegehalt macht. Die zusätzliche Bodenfreiheit des EQS SUV ist allein auf das angepasste Fahrwerk und die größeren Reifen zurückzuführen. Ab Werk ist eine Hinterrad-Lenkung verbaut. Mit den serienmäßigen 4,5 Grad Lenkwinkel liegt der Wendekreis bei 11,9 Metern, mit den optionalen zehn Grad sind es nur noch elf Meter.

Da die Batterie der EVA2-Plattform auf 400 Volt ausgelegt ist, bleibt es auch bei dem SUV-Modell bei maximal 200 kW Ladeleistung – mehr ist bei 400 Volt mit dem CCS-Standard, der auf 500 Ampere Stromstärke limitiert ist, nicht möglich. Beim AC-Laden sind 11 kW Serie, 22 kW sind wie in der Limousine eine Option.

Stärkere Antriebe im EQS SUV

Bei den Antrieben gibt es einige kleine Neuerungen: Das Basismodell zum Marktstart ist der EQS SUV 450+. Im Vergleich zu dem 245 kW starken Heckantrieb aus der EQS Limousine stehen beim EQS SUV 265 kW im Datenblatt. Auf exakt dieselbe Leistung kommt die neue Allrad-Variante EQS SUV 450 4MATIC. Das vorläufige Top-Modell ist wie bei der Premiere der Limousine der EQS SUV 580 4MATIC. Diese Variante erstarkt von 385 auf 400 kW. Das Leistungs-Plus von 15-20 kW ist laut Mercedes auf Verbesserungen an der Antriebssteuerung zurückzuführen – daher sind sie nicht exklusiv für das SUV, um bei den Fahrleistungen das Mehrgewicht zu kompensieren. Auch die Limousine wird in Kürze das Leistungs-Upgrade mit der neuen Antriebssoftware erhalten. A propos Mehrgewicht: Mit leer 2,62 Tonnen ist der EQS SUV 450+ 140 Kilogramm schwerer als die Limousine mit gleichem Antrieb.

Die Reichweiten der einzelnen Antriebsvarianten nennt Mercedes noch nicht, da die Fahrzeuge noch nicht final homologiert sind. Klar ist: Die WLTP-Angabe von bis zu 784 Kilometer der Limousine wird das SUV nicht erreichen, deutlich über 600 Kilometer sollten aber zumindest im Normtest möglich sein.

Wie bei der Limousine und auch dem kleineren EQE hat Mercedes bei der Entwicklung des EQS SUV stark auf die Aerodynamik geachtet. Die Front wirkt zwar wuchtiger als bei den sehr flach gehaltenen Limousinen (auch wegen des im Vergleich deutlich größeren Black-Panel-Elements), im Vergleich mit Verbrenner-SUV der Fünf-Meter-Klasse (mit entsprechend großen Motoren) wiederum ist die Frontpartie kompakter. Wie bei allen Fahrzeugen auf der Plattform (also auch dem EQE SUV, der wohl im November vorgestellt wird) gibt es unter der Fronthaube keinen Frunk für das Ladekabel – dort ist ein großer HEPA-Filter verbaut, die Haube kann (offiziell) nur in der Werkstatt geöffnet werden.

Einen cW-Wert nennt Mercedes noch nicht, führt aber verschiedene Aero-Maßnahmen an: So hat der EQS SUV wie die Limousine versenkbare Türgriffe, Air Curtains an den Vorderrädern und kommt auch ohne Dachrehling auf – ein Dachgepäckträger kann in flächenbündig eingelassenen Aufhängungen verankert werden.

Etwas überraschend: Auch die optionalen Trittbretter an der Seite verbessern die Aerodynamik: Die Luft werde so besser vom Vorderrad weg am Fahrzeug entlang geführt, erklären die Entwickler. In Reichweite umrechnen wollen sie die Bedeutung der Trittbretter aber nicht. Wer sie nur aufgrund der Aerodynamik bestellt, sollte aber gewarnt sein: Es ist kaum möglich, bequem in das SUV einzusteigen, ohne mit den Hosenbeinen an den Trittbrettern außen entlangzustreifen. Bei den blitzblank polierten Prototypen, die Mercedes einigen Journalisten im Vorfeld der Premiere gezeigt hat, war das kein Problem. Auf der Straße bei Regen und Matsch aber vermutlich schon.

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Wenn wir beim Thema Matsch sind: Der EQS SUV hat ein eigenes Offroad-Fahrprogramm, die Rolle des Elektro-Geländewagens überlässt er aber dem für 2024 angekündigten EQG. Beim EQS SUV ist die Luftfederung namens Airmatic Serie, die Bodenfreiheit liegt bei 181 Millimetern. Je nach Fahrprogramm kann das Auto in Europa bis zu 25 Millimeter angehoben werden. In den USA sind aufgrund anderer Regularien bis zu 30 Millimeter möglich.

Der Fokus beim EQS SUV liegt eher auf dem Komfort – und das für bis zu sieben Insassen. Da auch die Sitze in der zweiten Reihe elektrisch verschoben werden können, ist für Personen bis geschätzt 1,75 Meter ein relativ bequemer Ein- und Aussteig in die dritte Sitzreihe möglich. Eine Größenbeschränkung gibt Mercedes nicht vor, allerdings wird es ab einer gewissen Körpergröße in der dritten Reihe recht eng. In den Sitzreihen 1 und 2 lässt es sich aber durchweg bequem reisen – in Reihe 2 auch gut unterhalten per Rear Seat Entertainment, vorne kann der Beifahrer auf seinem eigenen Display im Hyperscreen (Serie ab 580 4MATIC) auch während der Fahr Filme und Serien anschauen.

Preise stehen noch nicht fest

Für längere Fahrten mit Gepäck empfiehlt es sich ohnehin, die beiden Sitze in Reihe 3 (sofern bestellt) umzuklappen: Als Siebensitzer ist der Kofferraum recht klein (195 Liter). Klappt man beim Siebensitzer die dritte Sitzreihe um, sind es 565 Liter, bei umgeklappter zweiter Sitzreihe 2.020 Liter. Verzichtet man auf die Flexibilität des Siebensitzers, passen in die Fünfsitzer-Konfiguration zwischen 645 und 2.100 Liter Gepäck. Ein großes Staufach unter dem Kofferraum gibt es nicht, nur ein recht kleines. Dort kann aber die Gepäckraumabdeckung verstaut werden, wenn das Auto als Siebensitzer unterwegs ist. Zusätzlicher Stauraum kann aber über eine Dachbox geschaffen werden.

Oder das Transportgut kommt in einen Anhänger: Im Gegensatz zu den Limousinen, die auf eine Anhängelast von 750 Kilogramm beschränkt sind, kann das EQS SUV bis zu 1,8 Tonnen an den Haken nehmen. Das sind nicht ganz die 2,5 Tonnen des BMW iX, für die meisten Pferdeanhänger dürfte es aber reichen.

Preise nennt Mercedes zur Premiere des EQS SUV noch nicht. Als 450+ beginnt die Limousine bei 107.326,19 Euro, der EQS 580 4MATTIC kostet mindestens 135.529,10 Euro – das SUV dürfte jeweils einige Tausender darüber liegen. Ob es auch einen EQS SUV 350 mit der 90,6-kWh-Batterie geben wird, will Mercedes nicht bestätigen. Deutlich wahrscheinlicher sind aber AMG-Ableger. Bei der Limousine ist der EQS 53 4MATIC+ ab über 152.000 Euro zu haben.

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