28.04.2022 - 11:16

Münchner Startup Arthur Bus stellt sparsamen BZ-Bus vor

Das 2021 gegründete Unternehmen Arthur Bus mit Sitz in Planegg bei München hat im Rahmen der Messe Bus2Bus mit dem H2 Zero einen Brennstoffzellenbus vorgestellt, dessen Verbrauch bei unter sechs Kilogramm Wasserstoff pro 100 Kilometer liegen soll. Der Bus bietet eine Reichweite von über 450 Kilometern und soll im Sommer 2022 auf den Markt kommen.

Abgesehen von dem Verbrauch nennt das Unternehmen in der Mitteilung keine weiteren technischen Daten. Dort heißt es lediglich, dass das Energiekonzept des Busses komplett neu entwickelt worden sei – das „Antriebssystem sowie Temperierung der Komponenten sind genau aufeinander abgestimmt“. Mit dem niedrigen Energieverbrauch sollen auch die Betriebskosten unter jenen vergleichbarer Modelle liegen.

Angaben zur Leistung der Brennstoffzelle und des Antriebs sowie Daten zur Puffer-Batterie oder die Größe der Wasserstofftanks werden in der Mitteilung nicht genannt. Derartige Angaben finden sich nur auf der Homepage des Unternehmens, in einem PDF-Booklet versteckt. So soll die Zwölf-Meter-Version namens Arthur H2 Zero 12M je nach Kundenwunsch eine Brennstoffzelle mit 60 bis 125 kW Leistung verbaut haben. In der Hinterachse – einer ZF AVE 130 – sind zwei E-Motoren mit je 125 kW Leistung verbaut. Die Traktionsbatterie ist mindestens 15 kWh groß – als Obergrenze gibt das Unternehmen hier nur „bis zu Kundenbedarf“ an. Die Größe der Tanks wird nicht genannt, es wird aber bestätigt, dass diese mit dem bei Nutzfahrzeugen üblichen 350 bar Druck arbeiten.

Aus einer Explosionszeichnung geht hervor, dass die H2-Tanks auf dem Fahrzeugdach in Etwa auf Höhe der Vorderachse montiert sind. Die Brennstoffzelle sitzt auf dem Dach im Bereich der Hinterachse, die Batterien sind im Fahrzeugheck verbaut. In der Broschüre gibt Arthur Bus auch an, nach der Zwölf-Meter-Version eine 18 Meter lange Gelenkbus-Version mit Brennstoffzelle zu planen. Und es sich auch drei Batterie-elektrische Busse mit zehn, zwölf und wiederum 18 Metern (letzterer als Gelenkbus) geplant. Daten zu den BEV-Bussen gibt es aber noch nicht.

In der Mitteilung gibt Arthur Bus an, „hochmoderne, emissionsfreie Busse“ zu entwickeln und „an dazugehörigen Systemlösungen“ zu forschen, um die Mobilitätswende aktiv voranzutreiben. Dass es sich angesichts der Firmengründung im vergangenen Jahr beim H2 Zero nicht um eine komplette Eigenentwicklung handeln kann, ist klar. Angaben hierzu finden sich aber wieder nur in dem Booklet: „Arthur Bus konnte in einer Joint-Venture-Partnerschaft, die auf der Entwicklung und Produktion von Wasserstoff- und Elektrobussen basierte, wichtige Erkenntnisse gewinnen“, heißt es dort. Der erste H2-Demobus des namentlich nicht genannten Joint-Venture-Partners wurde demnach zwei Jahre lang erfolgreich in den Niederlanden getestet. „Nach diesen Erfahrungen startete Arthur Bus eigenständig die Entwicklung eines völlig neuen Wasserstoffbusses: Den Arthur H2 Zero“, heißt es dort.

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An anderer Stelle werden auch einige Daten zu dem Demo-Einsatz genannt. Der Test lief wohl bis Ende 2020, die durchschnittliche Fahrleistung lag zwischen 250 und 440 Kilometern am Tag – bei Durchschnittsgeschwindigkeiten zwischen 50 und 85 km/h. Über die Zwei Jahre war das Fahrzeug zu 92 Prozent verfügbar. Und obwohl es sich noch um ein früheres Stadium der Technologie gehandelt habe, lag der Verbrauch im Testzeitraum bereits bei weniger als 8,5 Kilogramm pro 100 Kilometer.

„Wir möchten mit unseren Bussen sowohl Groß- und Kleinstädten als auch regionalen Gemeinden die Möglichkeit geben, Menschen emissionsfrei, leise und wirtschaftlich an ihr Ziel zu bringen“, sagt Philipp Glonner, CEO und Co-Founder von Arthur. „Mit unserem verbrauchsarmen Wasserstoffbus haben wir eine erste Mobilitätslösung gestaltet, die nicht nur emissionsfrei und effizient ist, sondern durch ihren Komfort dazu inspiriert, den ÖPNV attraktiver zu machen. Mobilität muss klimaverträglich sowie für alle zugänglich und bezahlbar sein.“

Arthur beschäftigt derzeit 35 Ingenieure für die Entwicklung. Die BZ- und BEV-Busse wird das Unternehmen aber nicht selbst bauen. Für die Produktion arbeitet Arthur „zusammen mit den internationalen Top-Playern der Brennstoffzellen- und Antriebstechnik, die auf den Betrieb von Bussen und anderen Nutzfahrzeugen spezialisiert sind“.
presseportal.de (Mitteilung), arthurbus.com (Booklet als PDF)

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6 Kommentare zu “Münchner Startup Arthur Bus stellt sparsamen BZ-Bus vor

  1. gerd

    da werden so 440kWh pro 100km an sauberem Strom gebraucht. Dies ist mehr als ein Diesel braucht.

  2. Ingo

    Ich komme auf ~350kwh für 100km.
    Und das ist dann lokal emissionsfrei, regenerativ und erzeugt wenig Lärm.

    Bei Kosten von vielleicht 4-6 Euro pro kg regenerativ erzeugtem Wasserstoff ist das ja auch noch deutlich günstiger als ein Dieselbus. Verbraucht so ein Dieselbus nicht über 40-50 liter pro 100 km?

    • Philipp

      Die Naheliegende Frage ist halt warum eine komplexe, wartungsintensive Brennstoffzellen mit miserablem Wirkungsgrad wenn es auch einfach mit Batterien geht …

  3. Cljae

    Akku ist zu gewöhnlich, dafür können keine Fördergelder beantragt werden 😉

  4. Sebastian

    Mobilität muss klimaverträglich sowie für alle zugänglich und bezahlbar sein.“

    ………..

    aha… mit dem ÖPNV fahren die allermeisten Strecken unter 8 KM. Mein E-bike schafft locker 45 KM mit kaum messbaren kWh. Eigentlich hat der Akku nichtmal 250 Wh

    aber der hardcore Schocker Wasserstoff soll es nun richten. Viel Spaß mit dem Bussdepot und dem 700bar Tank inkl. wöchentlichen UVV Prüfung und keine Ahnung was noch an Tüv´s und Co. KG und Konsorten…

  5. Ursus

    Arthur Bus = Ursus Bus Made in Poland.

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28.04.2022 11:13