20.07.2022 - 09:56

Porsche bringt alle Taycans auf aktuellen Software-Stand

Sämtliche Modellvarianten des vollelektrischen Porsche Taycan können nun unabhängig vom Fahrzeugalter und der Motorisierung mit einem Software-Update auf den Stand des Modelljahres 2023 gebracht werden. Damit erhalten auch ältere Taycans neue Funktionen und die jüngsten Verbesserungen bei der Effizienz und Ladekurve.

Mit den im November 2021 vorgestellten GTS-Modellen hatte Porsche unter anderem die Ladekurve angepasst: Es bleibt zwar bei der Peak-Leistung von rund 270 kW, diese Leistung kann nun aber in einem größeren Bereich abgerufen werden. Deutlich wird die Auswirkung etwa beim P3 Charging Index, den wir in dieser Woche veröffentlicht haben: Im gesamten Ladefenster von zehn auf 80 Prozent liegt der Taycan GTS über dem Schwestermodell Audi e-tron GT.

Die nachgebesserte Ladekurve ist eines der Merkmale des Software-Updates, das Porsche für alle bisher ausgelieferten 75.000 Taycan-Exemplare angekündigt hat. Sprich: Alle Bestands-Fahrzeuge können auf Wunsch auf den Software-Stand des 2023-Modelljahrgangs gebracht werden.

Bei älteren Fahrzeugen kann mit dem Update auch die Alltags-Reichweite zum Teil deutlich steigen – die Rede ist je nach Antriebsvariante von bis zu 50 Kilometern. Hintergrund ist die zum Modelljahr 2022 für Neuwagen eingeführte Antriebssteuerung: In den Fahrmodi „Normal“ und „Range“ wird bei den Allradlern im Teillastbereich der vordere Elektromotor nahezu vollständig abgekoppelt, auch beim Segeln und im Stillstand wurde das Motor-Verhalten optimiert, um Schleppverluste der permanenterregten Synchronmotoren (PSM) zu senken. Fordert der Fahrer mehr Leistung oder wechselt in einen der Sport-Modi, werden „binnen Millisekunden“ die abgekoppelten Motoren wieder zugeschaltet.

Wichtig: Anders als bei den E-GMP-Modellen von Hyundai und Kia wird die vordere PSM im Taycan nicht mechanisch entkoppelt. „Über die Software im Inverter erzeugen wir einen Zustand, der wie ein Leerlauf wirkt“, so Kevin Giek, Leiter Baureihe Taycan. „Zudem gibt es mit dem Update einige weitere Optimierungen für verschiedene Steuergeräte im Auto.“

Das betrifft auch das Infotainmentsystem PCM: Dort gibt es (in älteren Fahrzeugen) eine „robustere“ Charging-Navigation mit Filter für Ladestationen, zudem kann bei allen Modelljahrgängen künftig die Spotify-App direkt über das PCM gesteuert werden. Auch Android Auto wird dann in der Breite eingeführt. Die Aktualisierung umfasst auch die Möglichkeit, einzelne Funktionen und Ausstattungen nach dem Kauf freischalten zu lassen (Function on demand, FoD). Außerdem erhöht sich die Fähigkeit zu Over-the-Air-Updates (OTA) bei allen Taycan.

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„Natürlich haben wir mit den Jahren und so vielen ausgelieferten Kundenfahrzeugen viel gelernt, was wir jetzt einfließen lassen können“, sagt Giek über die Updates. „Zudem können wir Schwellen über- oder unterschreiten, die wir in der Entwicklung gezogen hatten – weil wir gelernt haben, dass wir sie nicht brauchen.“

Der Umfang des Updates und die Dauer des Werkstatt-Aufenthalts richten sich nach dem konkreten Software-Stand des jeweiligen Taycan. Für Fahrzeuge mit dem Software-Stand des Modelljahrgangs 2022 sind die Unterschiede zum Stand 2023 sehr gering, entsprechend schneller ist das Update aufgespielt. Da bei älteren Fahrzeugen zum Beispiel noch das Update für die Antriebs-Steuerung aufgespielt werden muss, dauern die Arbeiten hier etwas länger. Porsche gibt aber an, dass alle Arbeiten typischerweise innerhalb eines Tages erledigt werden können – das Update selbst und die Arbeitsstunden sind für die Kunden kostenlos.

Übrigens: Dass Porsche selbst in seiner Kommunikation „uPdate“ statt Update schreibt, ist kein Tippfehler, sondern ein Easter Egg: Der Modelljahrgang 2023 wird intern als „P“ oder „Paula“ bezeichnet.

Und: Die bereits vor mehr als einem Jahr angekündigte Nachrüstung des 22-kW-AC-Laders soll nun tatsächlich anlaufen. Die Kosten hierfür gibt Porsche in der Mitteilung nicht an. Bei einem Neuwagen kostet der 22-kW-Lader rund 1.600 Euro, bei der Nachrüstung dürften noch Arbeitskosten hinzukommen. In Europa und Nordamerika ist mit der Nachrüstung zudem die Freischaltung der Plug & Charge-Funktion verbunden.
porsche.com

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