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Wasserstoff in der Sackgasse: Jetzt gibt Stellantis auf und Daimler Truck vertagt

Hallo zum “eMobility Update”. Heute geht es bei uns ausnahmsweise mal um Wasserstoff. Der gasförmige Energieträger wurde lange Zeit als Hoffnungsträger für den Straßenverkehr gehandelt. Nun ist er aber immer mehr auf dem Rückzug, wie Beispiele von Stellantis und Daimler Truck zeigen.

Wasserstoff – einst als Hoffnungsträger für eine klimafreundliche Mobilität gefeiert – verliert zunehmend an Bedeutung auf Europas Straßen. Jüngstes Beispiel: Stellantis – der Mutterkonzern von Opel, Peugeot und Citroën – stoppt sein Entwicklungsprogramm für Wasserstoff-Fahrzeuge. Die geplanten Transporter mit Brennstoffzelle kommen nicht auf den Markt – die Serienproduktion, die eigentlich diesen Sommer starten sollte, ist komplett abgesagt. Damit bleibt der sogenannte Pro-One-Transporter, also die neue Generation von leichten und mittelgroßen Nutzfahrzeugen mit Wasserstoffantrieb, ein Papiertiger. Produziert werden sollte in Frankreich und Polen – daraus wird nun nichts. Der Grund für den Rückzieher ist eindeutig: Stellantis glaubt nicht mehr daran, dass sich der Wasserstoffantrieb in absehbarer Zeit flächendeckend durchsetzen wird – zumindest nicht bei leichten Nutzfahrzeugen. In der Mitteilung des Unternehmens heißt es wörtlich: „Der Wasserstoffmarkt zeigt mittelfristig keine Entwicklungsperspektiven.“ Dabei hatte man sich viel vorgenommen: Reichweiten von bis zu 500 Kilometern, Tankzeiten unter fünf Minuten – das alles sollte besonders für gewerbliche Kunden attraktiv sein. Doch die Realität sieht anders aus: Zu wenig Infrastruktur, zu teuer, zu wenig Nachfrage.

17 Kommentare

zu „Wasserstoff in der Sackgasse: Jetzt gibt Stellantis auf und Daimler Truck vertagt“
Reinhold
17.07.2025 um 22:05
War schon immer klar dass Wasserstoff nicht geeignet ist. Aber es gab Geld dafür viel Geld Und dann tut man halt etwas wenn man soooo viel hinten rein gesteckt bekommt Dumme Politik alles versager
Frank Arnab
17.07.2025 um 22:43
Interessant wäre es mal zusammenzutragen wie viel Entwicklungsgeldbuget hier in Summe verbrannt wurde. Durch Lobbyisten wie Fritz Indra und Thomas Koch wurde hier massiv versucht die Politik zu beeinflussen da sie ihre Felle schwimmen sehen. Es wäre billiger und nachhaltiger gewesen die alten weissen Männer in eine Vorruhestandsregelung zu schicken und mit dem gesparten Geld die Softwareentwicklung in Deutschland auf Vordermann zu bringen.
Martin Seiler
19.07.2025 um 09:21
Also die Hautfarbe wollen wir hier bitte aus dem Spiel lassen (als ob Schwarz oder Braun irgend einen Vorteil böten). Das eigentliche Problem an korruptiven Entscheidungen ist natürlich die Empfänglichkeit, soll heißen die moralische Unzulänglichkeit der Politiker. Der große Rahmen in dem die H2-Option im Verkehr ohne hinlängliches Nachdenken ausgelobt wurde ist durch kein überzeugendes Argument erklärt worden. Es war also eine Art von Verschwörung, die nur durch Hinterzimmer-Beschlüsse einer mächtigen Entscheidungsträgerin verständlich wird.
Thomas Mühlhausen
18.07.2025 um 08:54
Batterien werden immer günstiger, da kam H2 nie ran. Grundsätzlich sollte man aus überschüssiger Solarenergie H2 machen, ich hoffe dass wird mal effizienter.
Battie
19.07.2025 um 20:35
Das Problem bei H2 aus überschüssiger Solarenergie sind die geringen Betriebszeiten. Da müssten die Anlagen dazu schon enorm billig, langlebig und wartungsarm sein, um auf schwarze Zahlen zu kommen, soll der H2 daraus auch noch irgendwie bezahlbar sein. Und zwar also insgesamt besser als die immer mehr weiterentwickelte Batterietechnik, die auch noch den höheren Wirkungsgrad auf ihrer Seite hat! Das macht es für grünen H2 so schwer in die Gänge zu kommen, und eine Besserung dieser Lage ist nicht abzusehen.
Horst
18.07.2025 um 13:03
Vor allem glauben Leute immer, dass Wasserstoff tanken quasi sofort erledigt ist, das stimmt aber nicht. Gegenüber modernen 800 Volt BEVs ist der Zeitvorteil nur noch minimal, dafür ist die Liste an Nachteilen riesig.In Audi Neckarsulm war Wasserstoff auch immer ein riesen Thema, ich hoffe, dass die Leute es dort auch langsam mal einsehen, dass ei Quatsch entwickeln.
Frank
18.07.2025 um 15:03
Unsinn. Es ist immer noch deutlich schneller, die zu speicherndeEnergiemenge in einem Truck per Wasserstoff in das Fahrzeug zu bringen als mit einem Schnelllader. Umgerechnet auf Energiemenge pro Zeit entspricht die "Tankleistung" rund 10-12 MW (4-6 kg H2/min im LKW Betankungsprotokoll). Daher kann man pro Stunde an einer LKW H2 Tankstelle deutlich mehr Fahrzeuge abwickeln als an einem Ladepunkt, was für die Belastung eine Tank- und Rastplatzes durchaus relevant ist.
FSM
21.07.2025 um 12:52
Beim Vergleich H2 Betanken vs. DC-Laden bitte immer den Anfahrtsweg mit einrechnen. Wenn ich 15min länger zur H2 Stelle brauche ist jeglicher verbleibende Theoretischer Vorteil verpufft...
Matthias U
18.07.2025 um 17:34
Wir reden hier aber nicht von Trucks, sondern von Leicht- und Mittelgroßfahrzeugen. Die sind am 800V-Schnelllader voll, bevor der Fahrer vom Pinkeln und Kaffeeholen zurück ist.Und auch beim Truck ist es nicht so dass die Leistung ständig verfügbar ist. Der Betankungsdruck muss erst wieder aufgebaut werden bevor der nächste LKW dran kann, und das Ein- und Ausstöpseln ist auch mehr Aufwand als einfach den Stecker reinzustecken. Nicht zuletzt: den besch… energetischen Wirkungsgrad von H2 nicht vergessen.
Simon Schützer
18.07.2025 um 17:19
Aah, H2-Exklusivberater-Frank. Sie sind noch auf freiem Fuß? Sie Glücklicher! Es ist deutlich schneller H2 zu tanken (vorausgesetzt der H2-Tank ist leer) als mit 400kW CCS eine Batterie zu laden - soweit richtig. Mit MCS geht aber auch dieser kleine Vorsprung flöten. Ganz ehrlich: interessiert aber keinen! Auf electrive wurden schon sooo oft Argumente ausgetauscht, dass in der Praxis der Zeitvorsprung von Tanken vs. Laden gegen Null geht (gesetzliche Pausenregelung, Tanken ist Arbeitszeit, Probleme beim Druckausgleich, Lade/Tankstelle lokale Verfügbarkeit, Umweg zur H2-Tanke, allg. Probleme bei halbvollen h2-Tank, über Nacht Depotladen, H2-Distributionsprobleme, Praxiserfahrung, Tourenplanung, vieles mehr..)
Guido
18.07.2025 um 22:39
Kann mam etwas zur Ladeinfrakstruktur sagen? Mir fällt auf, es braucht viel mehr Ladestationen, jeder mit 5 Meter Kupferkabel und Hardware und Software, als bei normalen Kraftstoff Zapfsäulen. Gibt rs denn soviel Kupfer? Auch sonst nehmen diese Ladeparks viel Platz weg.
FSM
21.07.2025 um 12:55
Bezüglich Flächenverbrauch dürfte H2 Tanke deutlich schlechter ausfallen als DC-Schnelllader
Pascalina
19.07.2025 um 19:49
Der Platzverbrauch, Gestank, die Bodenverunreinigung konventioneller Tankstellen ist für Guido aber okay? Kupfer existiert in ausreichenden Mengen, weltweit. Gibt's noch weiteren Whataboutism, den Sie einwerfen möchten?
Gregor
19.07.2025 um 08:34
H2 Tanken mit 350bar heißt gleich mal halbe Reichweite. Doof wenn ein Truck dann nur noch 400km Strecke machen kann. Und 700bar H2 Säulen sind mehr und mehr rückgebaut
Karl-Heinz Bolten
19.07.2025 um 13:38
Ein Unternehmen aus China bietet einen LKW mit 500 km Reichweite an und in Deutschland ist man nicht in Lage auch so etwas zustande bringen? Wir sind so verblödet und unfähig geworden!! Ich bin nur noch Rheinländer und Europäer!!Zum Glück haben wir ja die Niederlande als Nachbarn!
Matt
21.07.2025 um 16:40
Ein Hauch Marktforschung würde dir gut tun. Dann würdest du schnell eLKW aus deutscher Produktion mit 500 km Reichweite finden.
Andreas Ranftl
19.07.2025 um 15:24
Glück gehabt,muss ich nicht noch ein Antriebskonzept lernen.Bin 50 und repariere BEV,REEV,MHEV,PHEV,Benzin,Diesel,Oldtimer. Der Nachwuchs wäre grenzenlos überfordert,bzw.es gibt keinen.

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