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Flotten sind bei E-Mobilität weiter als die Politik – Dataforce-CEO Marc A. Odinius im Interview

Odinius dataforce

Auf der vierten Nationalen Konferenz für Betriebliche Mobilität (NaKoBeMo) wurde einmal mehr deutlich: Die Transformation der Mobilität wird nicht allein durch Regulierung vorangetrieben, sondern vor allem durch Unternehmen und ihre Mitarbeiter. In unserem Video-Interview erläutert Marc A. Odinius, CEO von Dataforce, wie Fuhrparkmanager heute ticken – und warum Elektromobilität in Flotten oft weiter ist als im Gesamtmarkt.

Die ticken schon ziemlich elektrisch“, sagt Odinius im Gespräch mit electrive-Chefredakteur Peter Schwierz über Fuhrparkverantwortliche. Tatsächlich liege der Elektrifizierungsgrad von Unternehmensflotten deutlich über dem des Automobil-Gesamtbestands in Deutschland. Gleichzeitig bleibe die Umstellung herausfordernd: Kosten, Ladeinfrastruktur und organisatorische Komplexität seien nach wie vor zentrale Hürden. Hinzu komme, dass Fuhrpark- und Mobilitätsmanagement in vielen Unternehmen noch getrennt gedacht würden – mit Reibungsverlusten, etwa zwischen klassisch autoaffinen Fuhrparkleitern und ganzheitlich orientiertem Travel Management.

Besonders interessant sind neue Umfrageergebnisse von Dataforce, die Odinius auf der Konferenz präsentierte. Demnach kommt der Impuls zur Veränderung nicht nur „von oben“, sondern zunehmend auch von den Beschäftigten selbst. „Das ist natürlich ein positives Signal“, so Odinius. In der Befragung rangiert der Wunsch, künftig ein Pedelec oder E-Auto zu nutzen, weit oben – direkt nach dem Fahrrad insgesamt. Elektromobilität wird damit Teil eines breiteren Mobilitätsmixes.

Gen Z an elektrischen Dienstwagen interessiert

Für Überraschung bei den Umfrageergebnissen sorgte die Gen Z: Ausgerechnet jüngere Beschäftigte zeigen ein starkes Interesse am Auto als Arbeitgeberleistung. „Das war für mich sehr überraschend“, räumt Odinius ein: „Es ist doch super für die Industrie, dass die Gen Z sagt: Wenn ich ins Arbeitsleben starte und ein Arbeitgeber mir ein Auto anbieten würde, dann ist das schon eigentlich so das coolste Ding, was geht. Es kann ja elektrisch sein, kann ja auch was Kleines sein. Das muss ja jetzt nicht unbedingt der klassische Dienstwagen sein.“ Sprich: Für Berufseinsteiger ist der Dienstwagen ein attraktives Benefit.

Mit Blick auf die Zukunft der Antriebe sieht Odinius in Firmenflotten eine klare Tendenz. Während der Gesamtmarkt mit seinem hohen Anteil an Altfahrzeugen langsamer sei und erst drei Prozent der 50 Millionen Autos in Deutschland elektrisch sind, gehe die Flotte konsequent Richtung Elektro. „Elektromobilität wird das sein, was wir sehen werden“, sagt der Dataforce-CEO. Einschränkungen gebe es vor allem noch im Bereich der leichten Nutzfahrzeuge, wo passende elektrische Angebote fehlten. Insgesamt wachse die Modellvielfalt jedoch stark – getrieben vor allem durch neue Elektrofahrzeuge.

Firmen wollen weniger Richtungswechsel

Kritisch äußert sich Odinius zur politischen Debatte um Technologieoffenheit. Unternehmen wünschten sich weniger Richtungswechsel und mehr Verlässlichkeit. Sein Appell: „Nicht weitere neue Regeln aufbauen.“ Stattdessen plädiert er für klare Rahmenbedingungen und dafür, den eingeschlagenen Weg konsequent weiterzugehen. Synthetische Kraftstoffe sieht er als sinnvolle Option nur für den Bestand, für Neufahrzeuge jedoch klar die Elektromobilität.

Die betriebliche Mobilität ist vielerorts also bereits weiter als öffentliche Debatten vermuten lassen – technikoffen im Detail, aber technologisch deutlich fokussierter, als es die Politik derzeit widerspiegelt.

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