28.03.2018 - 14:29

Klimabilanz 2017: Höhere Emissionen im Verkehrssektor

diesel-tankstelle-symbolbild-pixabay

2017 hat es der Verkehrssektor einmal mehr verpasst, seine Emissionen zu senken. Das zeigt eine erste Prognose des Umweltbundesamtes (UBA). Insgesamt sind die Emissionen in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr um 4,7 Millionen Tonnen gesunken – auf 904,7 Millionen Tonnen Treibhausgase.

„Im Verkehrsbereich geht die Entwicklung leider immer noch in die falsche Richtung. Für Klimaschutz und saubere Luft brauchen wir eine grundlegende Verkehrswende“, sagte denn auch Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD). Und verspricht, dass eine solche Verkehrswende „ein Schwerpunkt in dieser Legislaturperiode werden“ soll. Kein Wunder: Nach ersten Berechnungen des Umweltbundesamtes stiegen die durch den Verkehr verursachten Emissionen 2017 um 3,8 Millionen Tonnen auf 170,6 Millionen Tonnen, was einem Plus von 2,3 Prozent gegenüber 2016 entspricht. Ein Grund dafür sei, dass nach Daten des Kraftfahrtbundesamtes der Pkw-Bestand um rund 1,5 Prozent angestiegen ist. Mehr Autos auf der Straße, so die einfache Schlussfolgerung des UBA, lassen höhere Fahrleistungen und damit höhere Treibhausgasemissionen erwarten. Auch der Güterverkehr auf der Straße habe zugelegt – angeheizt durch die gute Konjunktur. Bei Lkw und Sattelzugmaschinen sind die Bestände 2017 um +4,1 Prozent bzw. +4,4 Prozent gewachsen.

Interessant auch, dass das Umweltbundesamt nicht davon ausgeht, dass der schrumpfende Anteil von Diesel-Pkw und der im Gegenzug wachsende Anteil von Benzin-Pkw große Auswirkungen hat. „Es ist falsch, dass wir nur mit dem Diesel unsere Klimaziele erreichen können. Wir brauchen generell weniger und viel sparsamere Fahrzeuge, egal mit was diese angetrieben werden“, lässt sich UBA-Präsidentin Maria Krautzberger zitieren. Die CO2-Flottenzielwerte der EU für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge für 2025 und 2030 müssten ihrer Ansicht nach schnell angepasst werden. „Sonst werden wir die für 2030 gesteckten Klimaziele im Verkehr nicht erreichen“, macht Krautzberger klar. Die Schlussfolgerung, dass nur eine steigende Elektrifizierung des Straßenverkehrs die Emissionen endlich in die gewünschte Richtung lenkt, liegt also nahe. Das ist Wasser auf die Mühlen der Befürworter der Elektromobilität. Als Alternative bleibt ansonsten nur Verkehrsvermeidung.
umweltbundesamt.de, eurotransport.de, deutschlandfunk.de

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