18.12.2018 - 15:32

VW steuert als Reaktion auf CO2-Beschluss stärker um

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In einer ersten Reaktion auf die von der EU nun angestrebte Reduzierung des CO2-Flottenausstoßes von neuen Pkw bis 2030 um 37,5 Prozent kündigt Volkswagen-Chef Herbert Diess an, den Konzern aufgrund der verschärften Klimaziele stärker Richtung Elektromobilität umzubauen als bisher vorgesehen.

Um die neuen CO2-Vorgaben zu schaffen, müsse der Anteil von Elektroautos auf über 40 Prozent steigen. Möglicherweise müssten weitere Verbrenner-Angebote entfallen, damit verbunden die Werksstrukturen deutlicher umgebaut und zusätzliche Batteriezellfabriken gebaut werden. Das sagte Diess heute in Wolfsburg.

Die bisherige Konzernstrategie, die Investitionen in Höhe von 30 Mrd Euro in die Elektromobilität bis 2023 vorsieht, fußt noch auf der Annahme, dass der Flottengrenzwert für den CO2-Ausstoß bis 2030 um 30 Prozent sinkt. Folglich muss die Planung laut Diess überarbeitet werden. Dies sei für den Herbst 2019 vorgesehen.

Die Beschleunigung der Elektrifizierung scheint also machbar, doch Diess warnt auch: „Völlig ungeklärt sind in diesem Zusammenhang auch die Erzeugung umweltfreundlichen Stroms sowie die notwendige Ladeinfrastruktur.“ Diese Scheinargumente hat der VW-Konzernchef schon häufiger bemüht. Doch letztlich läuft die Entwicklung beider Themen parallel zum Hochlauf der Elektromobilität: Die Zahl der Ladestationen wächst deutlich und auch der Strom wird jedes Jahr grüner.

Die Einigung der Unterhändler der EU-Staaten und des Europaparlaments kam gestern Abend nach monatelangen Verhandlungen überraschend zustande. Sie sieht vor, dass der CO2-Ausstoß von neuen Pkw bis 2030 um 37,5 Prozent im Vergleich zu 2021 sinken soll. Für leichte Nutzfahrzeuge einigte man sich auf eine CO2-Reduktion um 31 Prozent bis 2030.
automobilwoche.de

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9 Kommentare zu “VW steuert als Reaktion auf CO2-Beschluss stärker um

  1. Gunnar

    Der perfekte Beleg dafür, dass ein Umdenken in dieser Branche nur durch Druck von außen in Form von Gesetzesverschärfungen funktioniert.

    • Peter W

      Genau so ist es. Freiwillig geht gar nichts. Das wird die „Ernährungsministerin“ auch bald merken.

    • Peter Berz

      Genauso wie in jeder anderen Branchen dieses gesamten Planeten. Eine Firma muss nun mal Gewinn erwirtschaften und trägt keinen sozialen Auftrag.

  2. Saftwerk

    Re: „Völlig ungeklärt sind in diesem Zusammenhang auch die Erzeugung umweltfreundlichen Stroms“

    Hallo Herbert Diess,

    Ein kleiner Tipp: Windräder und Photovoltaik kombinieren!
    Wind liefert im Winter mehr Strom als die Sonne im Sommer, dann braucht man auch viel weniger Speicher.
    Und die weltgrößten Speicher bekommen Sie aktuell bei Tesla Energy.

    Und noch eine Rückfrage:
    Wo kommt denn der Strom für die Benzin- und Diesel-Raffinerien her?

  3. Stefan

    „Die Zahl der Ladestationen wächst deutlich und auch der Strom wird jedes Jahr grüner.“

    Es gilt weiterhin: Als Bewohner einer Mietwohnung in der Stadt (Berlin) ist es für mich weiterhin und auf absehbare Zeit unmöglich, ein Elektroauto zu betreiben. Ich kann es nicht laden!

    • Peter Schwierz

      Also ich lebe auch in Berlin und nutze im Prenzlauer Berg seit vier Jahren ein Elektroauto, trotz Mietwohung. Ja, man muss sich halt um das Laden kümmern. Aber ich habe die Entwicklung erlebt. War vor vier Jahren war die nächste Ladestation 2 Kilometer entfernt. Jetzt sind es nur noch 200 Meter. Dort lade ich einmal pro Woche. Nervig ist allein das Zuparken der Ladepunkte durch Verbrenner. Wenn die Politik hier endlich ihre Hausaufgaben macht und das Ladenetz in allen Bezirken weiter wächst, passt das schon. Nützlich wäre freilich mehr Schnellladung, wo man mal schnell ad hoc aufladen kann, jeder Supermarkt it Parkplätzen wäre dafür geeignet.

  4. Max

    „Völlig ungeklärt … die notwendige Ladeinfrastruktur.“ Ich finde, dass er Recht hat. Im Stoßverkehr zu Ferienbeginn und an langen Wochenenden (Ostern etc.) werden wir, angesichts der gegenüber Verbrennern dauerhaft geringeren Reichweite und des längeren Ladevorgangs, 40 bis 80 Schnellladepunkte pro Autoraststätte brauchen, um akzeptable Wartezeiten zu erreichen (wofür bei Verbrennern 12 Tanksäulen reichen). Solche Stationen aufzubauen ist noch etwas völlig anderes, als 2x 50 kW ans Ende des Rastplatzes zu setzen. Deshalb finde ich die Begriff „Scheinargument“ unangemessen.

    • B.L.

      Es gibt derzeit noch keine wirklich Urlaubs-Langstrecken-tauglichen E-Autos (abseits von Tesla). Wenn sich das die kommenden Jahre ändert, haben diese eine entsprechend große Reichweite (Wie kommst du darauf dass die Reichweiten niemals steigen werden? Aktuelle Entwicklungen und Produktvorstellungen verschlafen?) und müssen nicht an jedem Autohof raus zum Laden. Es wird hier mal wieder ein völlig verzerrtes Bild erzeugt. Und es ist tatsächlich einfacher (und kostengünstiger!) einen Schnellladepark mit 20+ Kabeln zu errichten als eine Tankstelle.
      Die momentan verfügbaren 50kW-Lader sind in der Tat keine Dauerlösung. Dafür waren sie aber auch nie gedacht. Es ging dabei nur um eine Erstversorgung um überhaupt eine Infrastruktur zu haben. Abseits der Autobahnen sind diese Ladegeschwindigkeiten aber völlig Ausreichend. Mal eben zum Kaufland einkaufen: 30min = 25kWh. Deckt mehr als den (durchschnittlichen) Tagesbedarf ab.

      E-Auto-Hasser sind immer gut im Erfinden von Scheinargumenten. Man extrapoliert immer den aktuellen Stand in die Zukunft da man sich die Änderungen, die bis dahin stattfinden, nicht vorstellen kann – oder will.

    • Peter W

      Übersehen wird hier immer wieder, dass JEDES Verbrennerfahrzeug an eine Tankstelle muss. E-Fzge werden in der Regel voll geladen auf den Urlaubstrip gehen, und dürfen gerne auch mit fast leerem Akku am Ziel ankommen. Bei 300 bis 500 km Reichweite muss auch nicht unbedingt unterwegs nachgeladen werden. Geladen wird dann am Urlaubsort. Urlaubsdomizile ohne lademöglichkeit wird kein E-Autofahrer buchen.

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https://www.electrive.net/2018/12/18/vw-will-als-reaktion-auf-co2-beschluss-staerker-umsteuern/
18.12.2018 15:32