22.01.2020 - 13:41

Volabo stellt vierte Generation seiner E-Antriebe vor

Volabo präsentiert die vierte Generation seines Elektroantriebs Intelligent Stator Cage Drive (ISCAD), der hohe Leistungen von bis zu 300 kW bei einer Spannung von 48 Volt darstellen kann. Volabo hat zudem erfolgreich eine Series-A-Finanzierungsrunde abgeschlossen.

Größe und Gewicht der integrierten Leistungselektronik wurden in der neuen Generation um mehr als 50 Prozent reduziert. Da die Leistungselektronik nun auf deutlich kompakteren Modulen basiere, könne je nach Leistungsklasse die passende Anzahl an Modulen montiert werden, so das Unternehmen.

Die Antriebstechnologie sei somit „sehr gut skalierbar“ und könne in verschiedenen Bereichen wie Boot, Automotive oder Offroad eingesetzt werden. Mit einer Länge von 33 Zentimetern lasse sich der Motor „nun sehr gut in diverse Fahrzeuge integrieren“.

Der 48-Volt-Elektroantrieb würde sich zudem in vielerlei Hinsicht von herkömmlichen E-Antrieben unterscheiden. So kommt der ISCAD u.a. ohne Seltenerdmagnete aus. Anstelle von Kupferwicklungen im Stator sind in den Volabo-Antrieben Aluminiumstäbe verbaut, welche individuell angesteuert werden können. Dadurch passe sich der Antrieb dynamisch an das Lastprofil an, was ihn insbesondere im Teillastbereich sehr effizient machen soll.

Volabo hat zudem erfolgreich eine Series-A-Finanzierungsrunde abgeschlossen: Die Hechinger-Gruppe investiert einen siebenstelligen Betrag in das Startup aus Ottobrunn bei München und finanziert damit die Produktentwicklung für einen Markteintritt im Bootsbereich. „Mit der Hechinger-Gruppe als strategischen Investor ist nicht nur die Finanzierung für die Produktentwicklung sichergestellt, es ergeben sich zudem Synergien im Bereich der Entwicklung, der Industrialisierung und der Produktion. Der Elektroantrieb kann nun projekt-unabhängig und zielgerichtet zu einem marktreifen Produkt entwickelt werden, welches die Elektromobilität revolutionieren wird“, kommentiert Geschäftsführer Adrian Patzak. Für Markus Duffner, Geschäftsführer der Unternehmensgruppe, ist es ein strategisches Investment: „Mit dem Investment in die Volabo GmbH stellt sich die Hechinger-Gruppe optimal für das zukunftsträchtige Feld der Elektromobilität auf.“

Volabo ist überzeugt, mit der vierten Generation der E-Antriebe einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung Marktreife gemacht zu haben. Nach der Qualifizierung und Zertifizierung des Antriebs will das Unternehmen den Markteintritt in den Bootsmarkt angehen. Anfang März dieses Jahres soll bereits ein 48-Volt-Hochleistungsboot mit dem Volabo-Antrieb auf der Austrian Boat Show in Tulln ausgestellt werden.
attractive-employers.com, volabo.com (beide 4. Generation), attractive-employers.com, volabo.com (beide Investition)

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3 Kommentare zu “Volabo stellt vierte Generation seiner E-Antriebe vor

  1. Gregor Wewers

    Sehr geehrter Herr Bönnighausen,
    ein sehr interessanter Artikel, ich frage mich gerade wo ist denn der „Haken“ bei diesem Motor ? Ich kann nur riesige Vorteile sehen und frage mich gerade, warum sich nicht die ganze Industrie darauf stürzt ? Oder ist wie so oft, was nicht sein kann,darf auch nicht sein! Wird wiedermal alles zerredet anstatt das beste zu fördern. Hat die Fa. Volabo nicht schon mal einen Preis mit diesem Konzept/Motor bekommen ? Also wenn es so ist wie es den Anschein hat, werde Sie bitte nicht müde darüber zu berichten , damit es auch von denen gelesen wird , die es lesen sollten und nicht nur eine Randnotiz bleibt.

    Mit freundlichen Grüßen
    Gregor

    • Philipp

      Hallo Herr Wewers,

      es gibt hier einen ganz offensichtlichen, riesen großen Haken: Bei einer Batteriespannung von ca 50V (worauf das Konzept ja abzielt, die Vermeidung von HV Komponenten) können Sie ja mal ausrechnen, was dies für die benötigten Ströme bedeutet:
      300kW=50Vx6.000A. Sie haben sich nicht verlesen: sechstausend Ampere. Das geht gar nicht mehr mit Kabeln, da braucht man Bus-Bars. Mir sind auch kaum gängige Schütze und Sicherungen für solche Ströme bekannt.

      Thema Schnelladen: Alle gängigen Systeme setze auf maximal 500A. Das sind dann bei 50V mickrige 25kW, für die es auch noch gewaltiger Aufwände braucht (flüssig gekühlte Kabel …).

  2. Lena

    ISCAD ist ein hochgradig paralleles System. Sowohl im Motor als auch im Umrichter wird der Gesamtstrom in viele kleine Teilströme aufgeteilt. Daher kann der Strom in jeder Phase sehr effizient verarbeitet werden. Der Systemwiderstand ist extrem gering.

    Im Inneren der Batterie sind aufgrund des Niedervoltbetriebs nur wenige Zellen in Reihe und viele parallel geschaltet, um einen großen Gesamtstrom zu liefern, ohne einzelne Zellen zu überlasten. Hier gibt es sogar zwei Vorteile: Der Aufbau des Batteriemanagementsystems wird erheblich vereinfacht und die Ausfallwahrscheinlichkeit der gesamten Batterie wird drastisch reduziert.

    Zwischen Antrieb und Batterie treten größere Gesamtströme auf. Daher werden die Verdrahtungsquerschnitte erhöht, um einen hohen Wirkungsgrad zu erhalten und eine Erwärmung zu vermeiden. Durch ein intelligentes Design des Bordnetz-Systems, d.h. eine kurze Distanz zwischen Antrieb und Batterie, kann die Menge des zu verwendenden Leitermaterials geringgehalten werden.
    Es gibt durchaus Anwendungen für die eine 300 kW Lösung mit 48 V von Vorteil ist. Im Pkw wird eine Leistung von 40 bis zu 150 kW als wirtschaftlich und sinnvoll erachtet. Das reicht vollkommen aus um ein Stadtauto zu motorisieren.

    ISCAD ist nicht für die Stromübertragung über Kilometer hinweg ausgelegt, sondern für mobile, kompakte Anwendungen. In diesem Bereich hat ISCAD Vorteile bei der Produktion und Wartung, da keine Hochvoltsicherheitsmaßnahmen mehr erforderlich sind. Es ist auch sicherer für den Endbenutzer, z.B. im Falle eines Unfalls.

    Auch beim Laden muss hinterfragt werden ob es sinnvoll ist in jedem Fahrzeug eine Schnelllademöglichkeit einzubauen? Die meisten E-Autos werden langsam über Nacht geladen. Auch gibt es andere Arten die Energiebereitstellung wie Brennstoffzellen oder Flusszellen.

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22.01.2020 13:37