Covestro und NPRC wollen H2-Schiffe auf dem Rhein einsetzen

Covestro und der Logistikdienstleister Niederländische Partikuliere Rheinfahrt-Centrale Coöperatie (NPRC) wollen in einem gemeinsamen Projekt die Salz-Transportflotte auf dem Rhein auf wasserstoffangetriebene Schiffe umstellen.

Das Projekt ist Teil der Initiative RH2INE. Dabei unterstützen Covestro und NPRC den Aufbau einer Wasserstoff-Infrastruktur an Häfen und Verladestationen entlang des Rheins. Die ersten beiden emissionsfreien Schiffe sollen bereits 2024 zwischen den Niederlanden und den drei Niederrhein-Standorten von Covestro fahren.

Gemessen am Transportvolumen sei Salz der wichtigste Rohstoff für die Standorte in Nordrhein-Westfalen, so Covestro. Mit den beiden zunächst angekündigten Schiffen sollen Fragen der technischen und wirtschaftlichen Machbarkeit geklärt werden – unter anderem soll das Design der Schiffsrümpfe so optimiert werden, dass die Schiffe selbst bei Niedrigwasser eingesetzt werden können. Zudem soll geprüft werden, ob zur Betankung grüner Wasserstoff aus der Covestro-eigenen Chlorelektrolyse eingesetzt werden könnte. Laut der Mitteilung sollen später weitere Schiffe folgen.

„Wir wollen unser Unternehmen komplett auf die Kreislaufwirtschaft ausrichten und langfristig treibhausgasneutral produzieren. Dazu gehört auch die kontinuierliche Senkung der indirekten Emissionen, bei denen wir gemeinsam mit starken Partnern wie NPRC innovative Lösungen umsetzen wollen“, sagt Klaus Schäfer, Chief Technology Officer der Covestro AG.

Laut Femke Brenninkmeijer, CEO von NPRC, bilde die Partnerschaft einen solide Basis, „um die erhebliche Investition, die die Umstellung auf emissionsfreien Transport erfordert, auf sich zu nehmen“. Sprich: Ohne die Unterstützung von Covestro wären die wasserstoffangetriebenen Binnenschiffe wohl nicht umsetzbar.

Das Projekt RH2INE („Rhine Hydrogen Integration Network of Excellence“) wurde im Februar 2020 angekündigt. 17 Partner willen den Rhein-Alpen-Korridor zu einem rein auf Grundlage von Wasserstoff funktionierenden Transportweg machen – und zwar zu Wasser, auf der Straße und auf der Schiene.
covestro.com

2 Kommentare

zu „Covestro und NPRC wollen H2-Schiffe auf dem Rhein einsetzen“
Dieter Schleenstein
08.02.2021 um 11:00
Solange die Chlorelektrolyse nicht mit grünem Strom betrieben wird, ist auch der Wasserstoff nicht grün. auch der Begriff "Kreislaufwirtschaft" ist irreführend, die von C. hergestellten Kunststoffe gehen z. B. in die Bau- und die Autoindustrie, recycelt wird da so gut wie nichts. Offenbar will man an der Chlorchemie festhalten, obwohl es phosgenfreie Herstellungsverfahren gibt.
bejamin
08.02.2021 um 12:36
Dem kann ich mich nur anschließen. Vor gar nicht all zu langer Zeit nannte man diesen sogar noch grauen Wasserstoff oder Abfallwasserstoff. Letzteres ist dieser aberauf keinen Fall, denn er entsteht bei der Chloralkalielektrolyse, siehe auch Wikipedia:https://de.m.wikipedia.org/wiki/Chloralkali-Elektrolyseund wird normalerweise in den chemieparkeigenen Gas- und Dampfkraftwerken wiederverwendet (verringert die sonst zum Einsatz notwendige Erdgasmenge), um Strom für den Elektrolyseprozess und Prozesswärme zu generieren. Wollte man die gewünschten Produkte Chlor und Natronlauge energetisch günstiger erhalten, könnte man stattdessen auch auf eine sogenannte "Sauerstoffverzehrkathode" setzen und würde einen Prozess erhalten, bei dem gar kein Wasserstoff mehr entstände. Dessen Energieverbrauch läge darüber hinaus auch nur noch bei einem Bruchteil. Substituiert nun der entstehende Wasserstoff den Energieträger partiell, der in den chemiparkeigenen Kraftwerken sonst eingesetzt werden würde, ist der energetische Mehrverbrauch unrelevant. Wird er aber ausgeleitet und anderweitig verwendet, müsste mindestens das CO2-Äquivalent des Substituts angesetzt werden. Das was hier stattfindet ist eine Art Upcycling, dass mit zusätzlichen Zuschüssen des Bundes oder der EU begünstigt werden soll. Sofern für den Elektrolyseprozess keine CO2-freie Primärenergiequellen (für die Prozesswärme und den Strom) eingesetzt werden, kann auch der entstehende "Abfall-Wasserstoff" nicht "grün" sein. Nur weil er zu einem Preisäquvivalent von etwa 9,50 €/kg ab Tankstelle immer noch erheblich wirtschaftlicher zu veräußern ist als ihn selbst vor Ort zu nutzen, wird er überhaupt eingesetzt.

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