Neuer Wasserstoff-Transportweg am Rhein entlang

Im Zuge eines internationalen Projekts namens RH2INE wollen 17 Partner den so genannten Rhein-Alpen-Korridor zu einem rein auf Grundlage von Wasserstoff funktionierenden Transportweg machen – und zwar zu Wasser, auf der Straße und auf der Schiene.

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RH2INE steht für „Rhine Hydrogen Integration Network of Excellence“ und geht auf eine Initiative der Provinz Zuid-Holland, des niederländischen Ministeriums für Infrastruktur und Wasserbau sowie des deutschen Bundeslands Nordrhein-Westfalen zurück. Flankiert von mehr als einem Dutzend Partnern soll der „erste Schritt in Richtung eines klimaneutralen Transportkorridors zwischen Rotterdam und Genua“ gemacht werden. Dazu hat das vielköpfige Konsortium nun im niederländischen Arnheim eine Absichtserklärung unterschrieben.

Zunächst wollen sich die Partner – darunter speziell der Hafenbetrieb Rotterdam – um den Wasserweg kümmern. Dazu ist erst einmal der Aufbau von Wasserstoff-Produktionsstätten entlang des Rheins zwischen Rotterdam und Köln geplant. Bis 2024 könnten dann die ersten zehn bis 15 mit Wasserstoff betriebenen Binnentankschiffe auf die Reise gehen. Zu diesem Zeitpunkt peilt das Konsortium die Verfügbarkeit von 1.950 Tonnen Wasserstoff an. Bis 2030 soll die H2-Binnenschiffflotte dann bereits auf 50 bis 100 Exemplare anwachsen.

Neben den drei oben genannten Initiatoren sind an dem Projekt auch beteiligt: die niederländische Provinz Gelderland, der Hafenbetrieb Rotterdam, der Duisburger Hafen, RhineCargo, BCTN, EICB, Nouryon, Covestro, Air Products, Future Proof Shipping, HTS Group, NPRC, Air Liquide und Koedood. Weitere Partner sind ausdrücklich erwünscht: Ziel sei, die Entwicklung des klimaneutralen Transportkorridors so breit wie möglich aufzustellen. RH₂INE sei aus diesem Grund als offene Plattform zu verstehen.

Update 18.07.2020: Der oben beschriebene Gütertransport im Korridor zwischen Rotterdam und Genua ist einen Schritt näher gekommen. Das Joint Venture RH2INE hat von der EU-Kommission einen Zuschuss in Höhe von 500.000 Euro für weitere Forschungsvorhaben erhalten. Die niederländische Provinz Zuid-Holland, das deutsche Bundesland Nordrhein-Westfalen sowie die Häfen Rotterdam, Duisburg und RheinCargo tragen ebenfalls 500.000 Euro zur Forschung bei.
portofrotterdam.com, h2euro.org, portofrotterdam.com (Update)

5 Kommentare

zu „Neuer Wasserstoff-Transportweg am Rhein entlang“
Der Statistiker
10.02.2020 um 13:36
Und wie wird der H2 hergestellt? Aus Erdgas oder aus Elektrolyse? Falls aus Elektrolyse, würde mich interessieren ob der Strom nachhaltig ist! Ich finde, dass diese Info über allem stehen soll - sonst könnten sie gleich CNG tanken...
Otto Schweitzer
10.02.2020 um 16:57
Warum einfach, wenn's umständlich auch geht!
Jonny
11.02.2020 um 09:14
Mich würde auch sehr interessieren, wie der Wasserstoff gewonnen wird.Klimaneutral ist das vermutlich nicht. Zumindest bei der anvisierten Menge sehr schwer vorstellbar…Mir stellen sich immer die Nackenhaare auf, wenn im Zusammenhang mit H2 von klimaneutralem Treibstoff gesprochen wird…
Frank
11.02.2020 um 14:54
Der Wasserstoff soll mit Windstromelektrolyse aus niederländischen Windparks gewonnen werden. Warum sind die Menge schwer vorstellbar?
Helmut Ritter
17.02.2020 um 10:35
Hallo Ihr Nörgler und Bedenkenträger, natürlich macht das nur Sinn wenn es sich um grünen Wasserstoff handelt, d.h. er kann, muß mit der Wüstensonne in Südeuropa oder Nordafrika hergestellt werden und mit wasserstoffgetriebenen Transportmitteln wie Schiff, Zug oder ggf. Pipeline transportiert werden.Helmut Ritter, Zum Sportplatz 1, 89290 Buch

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