VW-Markenchef Brandstätter plant keine neuen Verbrennungsmotoren

Die Marke Volkswagen will offenbar keine neuen Verbrennungsmotoren mehr entwickeln. Für die Zeit bis zum endgültigen Abschied vom Verbrenner sollen Weiterentwicklungen der bestehenden Aggregate reichen. Das gab VW-Markenchef Ralf Brandstätter bekannt.

„Aktuell gehe ich nicht davon aus, dass noch einmal eine komplett neue Motorenfamilie an den Start geht“, sagte Brandstätter der „Automobilwoche“. Stattdessen will er die derzeit genutzten Motoren weiterentwickeln und sie auch auf neue Abgasnormen wie Euro 7 vorbereiten. „Wir brauchen sie noch eine bestimmte Zeit, und da müssen sie so effizient wie möglich sein.“

Ein konkretes Jahr nannte Brandstätter für das endgültige Aus nicht. Die Formulierung „eine bestimmte Zeit“ ähnelt damit jener, die VW-Konzernchef Herbert Diess neulich gewählt hatte. „Der Wechsel zur E-Mobilität erfolgt weltweit unterschiedlich schnell, abhängig von der lokalen Gesetzgebung und der Verfügbarkeit von CO2-freier Primärenergie“, begründete Diess den Verzicht auf ein fixes End-Datum.

In der vergangenen Woche hatte auch Audi-Chef Markus Duesmann angekündigt, dass die Ingolstädter keine neuen Verbrennungsmotoren mehr entwickeln werden. Aber auch Duesmann will die derzeitige Motorengeneration für kommende Abgasnormen weiterentwickeln. Die Pläne für die Euro-7-Norm seien „technisch eine riesige Herausforderung bei gleichzeitig geringem Nutzen für die Umwelt“. „Das schränkt den Verbrennungsmotor extrem ein“, so Duesmann.

Dass nach Audi auch die Marke Volkswagen diesen Schritt geht, könnte auch Einfluss auf die Konzernplanung haben: Beide Marken gehören zu den wichtigsten Motorenlieferanten im Konzern – vor allem bei den Vier- und Sechszylindern. Gerade die Vierzylinder werden auch bei Škoda und Seat verbaut. Bisher hieß es, dass 2026 die letzte Verbrennerplattform starten solle, die dann bis 2040 gebaut werden könnte. Dazu kommt: Die genauen Vorgaben der für 2025 geplanten Euro-7-Abgasnorm wurden noch nicht festgelegt.

Von dieser Norm hängt etwa bei Audi-Konkurrent Daimler viel ab. Wie der dortige Entwicklungsvorstand Markus Schäfer Anfang März in einem Interview angab, werde auch Daimler keine neue Motorengeneration mehr entwickeln. Aus seiner Sicht kommt es bei dem Tempo der Transformation entscheidend darauf an, wie streng die kommende Euro-7-Abgasnorm tatsächlich ausfällt. Hier will die EU-Kommission bis Ende des Jahres einen konkreten Entwurf vorlegen. „Je nachdem, welche Regularien am Ende angewendet werden, kann sich die Perspektive für Verbrenner noch einmal dramatisch verändern – bis hin zu einem Szenario, das es fast unmöglich macht, ab 2025 noch Verbrenner zuzulassen“, so Schäfer.
automobilwoche.de

1 Kommentar

zu „VW-Markenchef Brandstätter plant keine neuen Verbrennungsmotoren“
Gerd
23.03.2021 um 07:42
da muß wohl eine höhere Innovationsprämie für moderne Verbrenner her, Herr Dr. Markus Söder!!

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