09.06.2021 - 11:36

Solarwatt zeigt flexiblen Heimspeicher mit BMW-Batterien

Solarwatt hat einen modularen Batteriespeicher vorgestellt, der in Zusammenarbeit mit der BMW Group entstanden ist. Das System namens „Battery flex“ setzt dabei auf neue Zellen, nicht auf ausgediente Elektroauto-Batterien in einer Second-Life-Anwendung.

Die Zusammenarbeit zwischen dem Hersteller von Photovoltaik-Systemen und dem Autobauer besteht bereits seit 2013 – auch über den Großaktionär Stefan Quandt –, wurde aber mit der Entwicklung des Batteriespeichers vertieft, wie Solarwatt mitteilt. „E-Mobility und Photovoltaik gehören einfach untrennbar zusammen“, sagt Solarwatt-Geschäftsführer Detlef Neuhaus. „Denn nur wenn möglichst viele Elektroautos mit regenerativem Strom, wie z.B. Solarstrom geladen werden, macht der Wandel hin zur Elektromobilität ökologisch und ökonomisch überhaupt Sinn.

Der „Battery flex“ soll es Hausbesitzern mit einer Photovoltaik-Anlage ermöglichen, den tagsüber selbst erzeugten PV-Strom sicher zwischenzuspeichern und dann zu nutzen, wenn er benötigt wird – ob im Haus oder zum Laden des E-Autos am Abend.

In dem Batteriespeicher kommen Module zum Einsatz, wie sie auch in Elektroautos der BMW Group verbaut werden. Dabei handelt es sich nicht um die „fünfte Generation“ der Batteriezellen, die etwa in den kommenden Modellen i4 und iX verwendet wird, sondern um die Batterien aus dem Mini Cooper SE oder BMW-Plug-in-Hybriden. Diese typischerweise etwas kleineren Batterien sind auf eine höhere Zyklenfestigkeit ausgelegt, was eher dem Gebrauch in einem Heimspeicher entspricht, der tagsüber mit Solarstrom geladen und abends oder nachts entladen wird.

ZF

Über die Automotive-Zellen hinaus soll sich das System laut Solarwatt durch seine Modularität, die kompakten Abmessungen und die einfache Installation auszeichnen. Der Installateur muss lediglich eine Schiene an der Wand anbringen. Dort wird als erstes ein Basismodul mit dem Batterie-Management eingehängt, darüber die einzelnen Module mit jeweils 2,4 kWh. Es müssen mindestens zwei Batterie-Module installiert werden, möglich sind bis zu acht Module. Somit ergibt sich eine Spanne von 4,8 bis 19 kWh – bei letzgenannter Konfiguration liegt die nominale Leistung des Speichers bei sechs Kilowatt. Von diesen Speichern können mehrere Installationen zu einem Cluster gruppiert werden, die maximal mögliche Kapazität gibt Solarwatt mit 240 kWh an.

Bei der digitalen Pressekonferenz begründete Olaf Wollersheim, Geschäftsführer von Solarwatt Innovation, weshalb bei dem Heimspeicher keine ausgedienten Elektroauto-Zellen zum Einsatz kommen. „Wir glauben nicht an die Erzählung des Second Life – zumindest nicht im Haushalt“, so Wollersheim. „Das hat Qualitäts-, aber auch Sicherheitsgründe: Der Zustand gebrauchter Batterien aus den Fahrzeugen ist nur sehr schwierig genau zu analysieren.“ Für industrielle Produkte seien solche Batterien geeignet. Zudem sei es schwer möglich, auf bereits genutzte Zellen mit womöglich nicht ganz klarer Vergangenheit eine Produkt- und Leistungsgarantie zu geben.

Ein Vorteil für Solarwatt: Sie erhalten nicht nur eine ausgereifte und hochwertige Batterie, die nach Automotive-Standards entwickelt wurde. Das Dresdner Unternehmen kann so auch auf die Lieferkette von BMW zugreifen und somit die Beschaffungs-Standards des Autobauers übernehmen. „Außerdem nehmen wir so an der Preisentwicklung für Automotive-Batterien teil“, erklärt Solarwatt-CTO Armin Froitzheim.

Im Herbst soll die AC1-Variante des Speichers auf den Markt kommen – für einen einphasigen Wechselstrom-Kreislauf. Hier sieht Solarwatt nach eigenen Angaben die höchste Marktnachfrage. Im kommenden Jahr – genauer wurde Solarwatt hier noch nicht – sollen dann die dreiphasige AC3-Version und ein DC-Hybridspeicher folgen. Technische Details hierzu und mit welchen Wechselrichtern die Systeme kombinierbar sind, sollen zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht werden. Preise hat Solarwatt ebenfalls noch nicht genannt.
solarwatt.de

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