10.08.2021 - 19:30

„Skysphere Concept“: Audi zeigt elektrisches Oberklasse-Cabrio

Audi hat mit dem „Skysphere Concept“ die Studie eines Elektro-Roadsters vorgestellt. Das E-Cabrio, das auf der IAA Mobility zu sehen sein wird, soll eher ein Ausblick auf das künftige Audi-Design statt für ein konkretes Modell sein. Zu dem neuen Design gibt es auch eine besondere technische Lösung: einen variablen Radstand.

Gleich zu Beginn der Mitteilung macht Audi klar, dass es „nicht mehr nur um das Fahren“ geht. „Mit dem Skysphere Concept zeigt die Marke, wie sie künftigen Luxus neu definiert“, heißt es dort. Den Insassen soll das Fahrzeug „faszinierende und hochklassige Erlebnisse“ bieten.

Um das Erlebnis bei den zwei hauptsächlichen Anwendungsgebieten eines großen Cabrios zu verbessern, hat Audi eine Lösung für einen variablen Radstand entworfen. Radstand und Außenlänge können mit elektrischen Motoren und einer „ausgeklügelten Mechanik mit ineinander verschiebbaren Karosserie- und Rahmenkomponenten“ um 25 Zentimeter variiert werden, gleichzeitig wird die Bodenfreiheit um bis zu zehn Millimeter geändert – mal für mehr Dynamik, mal für mehr Komfort.

Im „Sports“-Modus ändern sich nicht nur – wie sonst üblich – Ansprechverhalten des Motors und die Abstimmung des Fahrwerks. Das „Skysphere Concept“ ist dann 4,94 Meter lang, dennoch soll die Hinterradlenkung für eine „exzellente Agilität“ sorgen, so Audi. In diesem Fahrmodus steuert der Fahrer selbst.

  • Das Skysphere Concept zitiert zwar den markentypsichen Singleframe, wenn auch nicht mehr als Kühlergrill.
  • Beim Design des Hecks geht Audi hingegen neue Wege.
  • Ungewöhnlich sind auch die hinten angeschlagenen Türen.
  • Hier ist die Studie im GT-Modus zu sehen – etwa erkennbar an dem Designelement vor der Türe.
  • Im Sports-Modus ist das Auto 25 Zentimeter kürzer – und das Designelement an der Türe ist nicht sichtbar.
  • Im Sports-Modus gibt es ein konventionelles Lenkrad
  • Im GT-Modus übernimmt das Auto das Steuer und das Lenkrad wird eingefahren.
  • Zwischen den Sitzen sind auch einige Batteriemodule verbaut.
  • Der Großteil der 80-kWh-Batterie sitzt hinter der Kabine.
  • Der E-Motor an der Hinterachse leistet 435 kW.
  • Im GT-Modus sollen 500 Kilometer Reichweite möglich sein – wenn der sparsame Computer fährt.

Will der Fahrer aber ein besonders komfortables Erlebnis, kann er in den „Grand Touring“-Modus wechseln. Die Mechanik verlängert das Auto dann auf 5,19 Meter, hebt das Fahrwerk um erwähnte zehn Millimeter an und das Fahrzeug übernimmt selbst das Steuer. Lenkrad und Pedalerie bewegen sich in einen „unsichtbaren Bereich“, um das Raumgefühl weiter zu verbessern.

Im „ökonomischen“ GT-Modus sollen nach WLTP bis zu 500 Kilometer Reichweite möglich sein, verspricht Audi. Die „mehr als 80 kWh“ große Batterie ist wegen der Radstand-Mechanik nicht im Unterboden, sondern vor allem hinter der Kabine platziert. Ein Teil der Module sitzt auch zwischen den Sitzen unter dem Mitteltunnel.

Die Reichweite im „Sports“-Mode geben die Ingolstädter nicht an. Sie dürfte sehr stark davon abhängen, wie oft der Fahrer die 465 kW des Heckmotors ausnutzt. Der in der alten Welt 632 PS starke E-Motor beschleunigt das 1,8 Tonnen schwere Cabrio in vier Sekunden auf 100 km/h. Einen Allradantrieb hat das „Skysphere Concept“ nicht, unter der Fronthaube sind Komponenten wie das Ladegerät und der DC/DC-Wandler verbaut – und die Mechanik für den variablen Radstand.

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Die Idee eines variablen Radstands ist nicht neu, Renault hatte im Frühjahr 2020 die Studie Morphoz gezeigt. Auf Knopfdruck konnte das SUV um 40 Zentimeter in der Länge zulegen – um Raum für zusätzliche Batterien zu schaffen. Im City-Modus mit 4,40 Metern Länge sind 40 kWh verbaut, für die Langstrecke können in dem dann 4,80 Meter langen Auto weitere 50 kWh aufgenommen werden – so zumindest das Konzept.

Statt die beiden Fälle Stadt und Langstrecke abzubilden, hat sich Audi bei seiner Luxus-Studie auf die Gegensätze Sport und Komfort konzentriert. Wichtig waren den Ingolstädter die Räume, der die Passagiere umgibt – also deren „Sphäre“. Insgesamt will Audi drei solcher Konzeptstudien zeigen, neben dem Skysphere auch den Grandsphere (Premiere auf der IAA im September) und den Urbansphere (Premiere in 2022). Alle sind für das automatisierte Fahren nach Level 4 ausgelegt und sollen so neue Einsatzmöglichkeiten für Fahrzeuge aufzeigen – der Elektroantrieb ist bei allen drei Studien gesetzt.

Verbrenner-Technik gibt nicht mehr das Innenraum-Layout vor

Das Design des Skysphere greif einige markentypische Elemente auf, an der Front auch den großen Singleframe – auch wenn Audi selbst einräumt „hier nicht mehr in der Funktion des Kühlergrills“. An Front und Heck dominieren zudem größere LED-Flächen, vorne in weiß und am Heck in rot.

Die größeren Änderungen soll es aber im Innenraum geben. „Neu ist eine Formgestaltung, die das Interieur, den Fahrgastraum, als Zentrum begreift und die das Erlebnis der Insassen nicht mehr den Anforderungen der Technik unterordnet“, so Audi. Statt Vorgaben wie Lenkrad, Pedale, Schalthebel und Kardantunnel zu befolgen, wollen die Designer die Freiräume nutzen, die automatisiert fahrende Elektroantriebe ermöglichen.

Erstmals gezeigt wird das Audi „Skysphere Concept“ am 13. August im Rahmen der Monterey Car Week im kalifornischen Pebble Beach. Dort hatten die Ingolstädter 2018 bereits die Sportwagen-Studie PB18 e-tron mit Feststoff-Akku gezeigt. Im September wird das Fahrzeug auch auf der IAA Mobility in München zu sehen sein.
audi-mediacenter.com

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3 Kommentare zu “„Skysphere Concept“: Audi zeigt elektrisches Oberklasse-Cabrio

  1. TitanManfred

    wo bleint der elektrische Smart Roadster Nachfolger???
    Viel zu SPERRIG und KLOBIG die Kiste mit den vier Ringen, da könnten doch sechs dran gemacht werden!!!

  2. Hans Herbert

    Klar, darauf hat die Welt gewartet. Man sieht, worauf sie ihre Zeit bei Audi gerne verwenden.

  3. Northbuddy

    Ein 4,94m langer “Sportroadster” (MX-4 3,9m; Z4 4,32m) oder 5,19m langer “GT” (Bentley Continental 4,85m; 5er 4,96m).

    Ja ne, ist klar. Hoffentlich passiert damit genau das, was mit dem Maybach Excelero (2005) oder Renault Tresor (2016) passiert ist – nämlich nichts.

    Das man glaubt mit sowas heute noch relevant punkten zu können und Geld in solche Konzepte investiert. Man sollte lieber sinnvolle Formate wie z.B. der Audi AI:ME umsetzen.

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10.08.2021 19:02