Siemens plant Ausbau der US-Produktionskapazitäten für Ladegeräte

Siemens will seine US-Aktivitäten im Bereich Ladeinfrastruktur deutlich ausbauen. Neben der Einführung der AC-Produktlinie VersiCharge gewerblicher und privater Ladegeräte plant Siemens die Erweiterung seiner Produktionslinie dafür.

Ziel ist es, in den nächsten vier Jahren über eine Million Ladegeräte für die USA herzustellen, wie der deutsche Konzern mitteilt. Dazu soll auch die angekündigte Produktionserweiterung beitragen. Dabei sollen bis zu 100 Arbeitsplätze entstehen und auch der Aufbau einer regionalen Lieferkette soll unterstützt werden – womit bei Zulieferern weitere Arbeitsplätze entstehen könnten.

Wo genau das dritte US-eMobility-Hub von Siemens entstehen soll, steht noch nicht fest. Das Unternehmen führt nach eigenen Angaben derzeit noch Standortbewertungen durch. Die Entscheidung soll noch in diesem Jahr fallen. Dabei will Siemens offenbar in eine bestehende Halle einziehen, denn die Fertigung der AC-Ladegeräte soll der Mitteilung zufolge bereits Anfang 2022 anlaufen.

Begründet wird die Investition mit dem Infrastrukturplan von US-Präsident Joe Biden. „Wir sind unglaublich ermutigt durch das anhaltende Engagement der Regierung und die parteiübergreifende Zustimmung des Senats zu einem historischen Infrastrukturgesetz in Höhe von einer Billion US-Dollar, das eine Investition in Höhe von 7,5 Milliarden US-Dollar für den Bau von Ladestationen umfasst“, sagt John DeBoer, Leiter Siemens eMobility Solutions und Future Grid Business in Nordamerika. „Diese jüngste Investition in die Fertigung beweist, dass Siemens weiterhin entscheidende Verbesserungen der amerikanischen Infrastruktur, Fertigung und des elektrifizierten Transports unterstützen wird, die unsere Wirtschaft widerstandsfähiger, wettbewerbsfähiger und nachhaltiger machen.“

Das Produktion der AC-Ladegeräte soll laut Siemens das Gegenstück zu dem Werk in Wendell, North Carolina, werden: Dort fertigt der deutsche Konzern Ladelösungen für Busse, Lkw und schwere Elektrofahrzeuge. 2019 wurde das Werk in North Carolina um eine Fertigung für DC-Ladegeräte erweitert. Die Siemens-Ladetechnik aus Wendell wird unter anderem von Penske eingesetzt, einem Lkw-Leasingunternehmen mit mehr als 370.000 Fahrzeugen.

Die VersiCharge-Ladegeräte verfügen über ein intelligentes Lastmanagement und können im Backend über die Siemens-Desigo-Software oder Lösungen von Drittanbietern überwacht und gesteuert werden – per Modbus-Schnittstelle ist auch die Kommunikation mit einem Gebäudemanagement möglich. Die Ladegeräte sind für die Mast- und Wandmontage geeignet und sollen mit einer mobilen App sogar über ein Smartphone eingerichtet werden können.

Siemens wird seine Ladegeräte in den USA aber wohl auch selbst nutzen: Im Mai hatte Siemens USA angekündigt, eine CO2-neutrale Flotte bis 2030 anzustreben.
electrive.com, siemens.com (US-Werk), siemens.com (VersiCharge)

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