11.11.2021 - 10:28

ElectricBrands zeigt zweiten XBUS-Prototypen

ElectricBrands aus Itzehoe hat einen weiteren Prototyp seines L7e-Modells XBUS vorgestellt. Der „Offroad Kasten“ zielt dabei vor allem auf Gewerbekunden und soll gegenüber dem im Juli gezeigten Prototypen einige Verbesserungen aufweisen.

Kurzer Rückblick: Die ElectricBrands AG wurde 2020 in Hessen gegründet, ehe der Unternehmenssitz im Mai 2021 an den zukünftigen Produktionsstandort nach Itzehoe verlegt wurde. Die Firma ist Nachfolger der emobs GmbH aus Münster, die an dem XBUS unter dem Namen eBussy bereits seit 2018 gearbeitet hatte. Im Juli wurde dann der erste Prototyp gezeigt, der jetzt als XBUS 1 bezeichnet wird – als Kleinbus mit einer Pickup-artigen Ladefläche hinten.

Der nun vorgestellte XBUS 2 ist hingegen als „Offroad Kasten“ ausgelegt. Das Offroad-Fahrgestell sorgt in Unterscheidung zum City-Fahrgestell für zehn Millimeter mehr Bodenfreiheit. Bei dem Kasten handelt es sich um einen Kofferaufbau, der etwa für den Einsatz bei Lieferdiensten oder Handwerkern optimiert ist. Dieser soll Platz für zwei Europaletten bieten oder auf Wunsch auch individuelle Innenausbauten aufnehmen können.

Sein Leergewicht ohne Batterien, Ladung und Aufbauten beträgt 450 bis 600 Kilogramm (letzteres ist der maximal zulässige Wert für ein L7e-Fahrzeug). Dennoch soll die Nutzlast bei einer Tonne liegen.

Als Preis für den „Offroad Kasten“ nennt der Hersteller ab 22.220 Euro inkl. Mehrwertsteuer. Die für Gewerbekunden wichtigen Total Cost of Ownership sollen um bis zu 60 Prozent unter denen von vergleichbar großen Verbrennermodellen und auch E-Transportern liegen.

„Das Besondere an dem modularen Konzept ist, dass jeder ohne Spezialwerkzeug einen Modulwechsel selber machen kann. So kann ich beispielsweise aus einem Camper einen Koffer-Aufbau wie jetzt beim XBUS 2 machen oder aus einem Transporter eine Pickup-Version“, sagt Martin Henne, CEO von ElectricBrands.“ Und wir können für spezielle Anwendungen oder nach Kundenanforderungen auch noch weitere Module in der Zukunft entwickeln.“

Der XBUS 2 soll dabei bereits einige Verbesserungen enthalten, die ElectricBrands als Feedback bei der Roadshow mit dem XBUS 1 erhalten hatte. In der aktuellen Mitteilung gibt das Unternehmen an, dass der XBUS 2 jetzt 100 km/h schnell fahren könne und Haltegriffe für ein bequemes Einsteigen habe. Zumindest die Höchstgeschwindigkeit verwundert etwas, da ElectrecBrands diese Zahl bereits im Juli genannt hatte.

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Um die Vorgaben der Klasse L7e zu erfüllen, liegt die Dauerleistung der vier Radnabenmotoren gemäß den Angaben aus dem Sommer bei 15 kW, als Spitzenleistung sind kurzzeitig 56 kW möglich. Die Batterie ist modular in Paketen zu je 1,25 kWh aufgebaut, so sollen je nach Anwendung zwischen 10 und 30 kWh in das Fahrgestell eingebaut werden können. Es handele sich um „kobaltfreie Lithium-Ionen-Batterien aus deutscher Produktion“, heißt es. Das dürfte auf Batterien mit Lithium-Eisenphosphat-Chemie hindeuten. Die Reichweite soll je nach Gewicht und Aufbau zwischen 100 und 600 Kilometern liegen.

Genauere Angaben zum Produktionsbeginn macht das Unternehmen nicht, es bleibt bei der Aussage, dass das 2022 passieren soll. Obwohl noch keiner der Vorbesteller ein Fahrzeug erhalten hat, deutet CEO Henne weitere Modelle an: „Die Fahrzeugkonzepte, die wir nach dem XBUS noch geplant haben, sind genau so wandelbar wie der XBUS. Sie sind alle modular. Sie sind Solar-betrieben. Sie sind Batterie-elektrisch.“
mynewsdesk.com

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11 Kommentare zu “ElectricBrands zeigt zweiten XBUS-Prototypen

  1. BL

    Und ist denn jetzt das Fahrzeug endlich mit Airbags ausgerüstet? Wäre ja bei Vmax von100 km/h ganz nett! Und was macht der vom Hersteller versprochene freiwillige Crashtest?

    • Chris

      In der Fahrzeugklasse braucht es die nicht und deshalb wird es die wohl erstmal nicht geben.
      Ebenso wenig wie einen Crashtest. Was will man damit zeigen?

      • BL

        Das ist mir bekannt. Der Hersteller hat aber beides versprochen, wohl wissend, daß sich sonst niemand in diese Kiste setzt.

      • Simon Saag

        Sie sind für L7e vielleicht nicht vorgeschrieben, es braucht sie aber sehr wohl! Ich saß mal in einem anderen L7e. Und sagen wir so: Sicher gefühlt habe ich mich darin nicht, das war aus Gewichtsgründen alles sehr dünn und nicht vertrauenserweckend. Solange selbst ein Kleinwagen noch an der Kreuzung in mich reinknallen kann (vom 2,5 Tonnen-SUV, Sprinter vom Paketdienst oder größeren Lkw zu schweigen) würde ich schon sehr, sehr gerne wissen, wie sicher meine Beine und der Rest des Körpers hinter dem dünnen Blech geschützt sind. Oder ob ich wie in einem Auto aus den 60ern eingeklemmt werde oder Schlimmeres.

  2. Philipp

    600km aus 30kWh. aber wohl nur wenn man schiebt oder?

    • Jan

      Xbus hat dazu eine durchschnittliche Geschwindigkeit von 60 km/h angesetzt.
      Also ein Landstraße , Stadt mix.
      Damit könnte es hinkommen.

    • Jan

      Und das Solardach als zusätzliche Unterstützung.

  3. Franciska Koenig

    Wann und wo sind Probefahrten möglich? Schaut ja vielversprechende aus…

  4. Markus Dahmann

    Wunsch 1: „ein leichtes, praktisch-kleines Fahrzeug möglichst universeller Verwendbarkeit“

    Wunsch 2: „crashsicher wie ein Großer“

    Da muß man sich schon entscheiden, wer denn nun das Herzblatt sein soll. Ein crashsicheres Auto mit Frontlenker wird kaum weniger als 1,5 to wiegen – und vorbei ist’s mit Wunsch 1.

    Ich würde mit knalliger Farbe die Verkehrssicherheit erhöhen …

    • Jeff Healey

      Hmm…, die DLR hat einen Prototyp auf die Räder gestellt mit 450 Kilogramm und 400 Kilometer Reichweite, das Safe Light Regional Vehicle, kurz SLRV. Es ist also durchaus möglich in der Fahrzeugklasse L7e ein sicheres und effizientes E-Fahrzeug zu bauen. Die maßgeblichen Geheimnisse des DLR-Prototyps: Neuartige Sandwich-Bauweise aus dünner Metallummantelung von Schaumstoffkern, und eine bemerkenswert kleine Traktions-Batterie die via Brennstoffzelle mit Strom versorgt wird. Der Wasserstofftank fasst 1,6 Kilogramm Wasserstoff. Das Ganze würde laut DLR im Verkauf angeblich nur 15.000,- Euro kosten. Ich hoffe auf die Genialität der Entwickler, wir brauchen intelligente Mobilität, und keine 2,5 Tonnen Verschwendungssucht auf Rädern.

      • BL

        Der Streetscooter der Post sollte auch unter 20.000 € kosten, woraus dann über 40.000 wurden, von solchen Ankündigungen halte ich nichts. Sicherheit kostet nun einmal Geld und Gewicht. Und die schweren Autos sind ja nun einmal nicht wegzudiskutieren, es werden, auch durch die stark steigenden Zulassungszahlen von E-Autos, täglich mehr. Da kann die Karosse noch so schön berechnet sein, ein 400-kg-Leichtgewicht fliegt bei einem Zusammenstoß mit einem ID4 in den Orbit.

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https://www.electrive.net/2021/11/11/electricbrands-zeigt-zweiten-xbus-prototypen/
11.11.2021 10:33