Kanadier zeigen E-Bus für kalte Regionen

Der kanadische Busbauer Letenda hat eine neue Generation elektrischer Busse vorgestellt, die speziell für kalte Temperaturen entwickelt wurden. Als erstes Modell wird ein Midi-Bus namens Electrip kommen, der als Stadtbus ausgelegt ist.

Der Electrip ist rund neun Meter lang und soll laut Letenda Raum für bis zu 45 Fahrgäste bieten, davon 24 Sitzplätze und Platz für bis zu sechs Rollstühle. Der Hersteller spricht von einer „neu gestalteten Geometrie, um unvergleichlichen Komfort und Wendigkeit zu gewährleisten“. Dank einem modularen Alu-Aufbau soll der Electrip sehr leicht sein, was wiederum zu seiner Effizienz beiträgt.

Details zu dem für den winterlichen Einsatz wichtigen E-Antrieb gibt Letenda in seiner Mitteilung nicht an. Der E-Antrieb samt Batterien kommt vom Zulieferer Cummins, der eine eigene Mitteilung um Electrip veröffentlicht hat. Konkret werden laut Cummins drei Batteriepakete mit einer Gesamtkapazität von 222 kWh verbaut. Auf der Letenda-Website wird die Akku-Kapazität mit 222 kWh bis 296 angegeben – offenbar wird also optional ein viertes Batteriepack angeboten. Zum Einsatz kommen Batteriezellen mit NMC-Chemie, die mit bis zu 150 kW geladen werden können.

Neben den Batterien kommen auch Antriebsstrangsteuerung, Antriebsmotor, Leistungselektronik, Ladesteuerung und Konnektivitätssysteme von Cummins. Details hierzu nennt der Zulieferer aber nicht. Es wird aber angekündigt, dass die Zusammenarbeit mit Letenda ausgebaut werden soll, da Letenda den E-Bus in ganz Kanada und den Vereinigten Staaten anbieten will.

Auf welche Reichweite der Electrip im Sommer oder Winter kommen soll, wird weder in den beiden Mitteilungen noch auf der Produktseite von Letenda angegeben. Auch zur Leistung des E-Motors gibt es keine Infos. Es soll zwar eine Fußbodenheizung im Innenraum geben. Was den Electrip für den winterlichen Einsatz so geeignet machen soll, wird aber nicht gesondert erwähnt.

Nicolas Letendre, Präsident und CEO von Letenda, zielt in seinen Statements in der Mitteilung anf andere Eigenschaften ab. „Der Electrip eignet sich perfekt für Verkehrsunternehmen, die ihre Umweltauswirkungen reduzieren und ihre Betriebsabläufe optimieren möchten, während sie sich auf eine nachhaltige Mobilität zubewegen“, sagt LEtendre. „Unser Produkt ergänzt das bestehende Angebot an Elektrofahrzeugen für den öffentlichen Nahverkehr aufgrund seiner Größe und seines innovativen Designs.“
newswire.ca (Letenda-Mitteilung), cummins.com (Cummins-Mitteilung), letenda.com (Produktseite)

3 Kommentare

zu „Kanadier zeigen E-Bus für kalte Regionen“
EdgarW
28.02.2022 um 10:56
Im Hersteller-Video ist deutlich mehr zu sehen, bzgl. Winter-Eignung: * Fußbodenheizung (wie erwähnt) * Scheibenheizungen Front- und Front-Dreiecksscheiben * SitzheizungenAußerdem: * Räder ganz nach außen gerückt für Maximimierung des leicht (niedriger Boden) zugänglichen und durchgängig flachen Innenraumbodens in Verbindung mit * Vierradlenkung * Schmale A-Säule für die Übersicht, im Stadtverkehr wichtig * dito Kamera-/Bildschirm-RückspiegelVon Wärmepumpe und/oder zusätzlicher Isolierung ist hiingegen nicht die Rede. Das Aufmacher-Bild ist etwas irreführend, der Bus ist für den städtischen Betrieb vorgesehen. Könnte man vielleicht noch erwähnen.
Sebastian Schaal
28.02.2022 um 11:16
Hallo Edgar,vielen Dank für den Kommentar! Dass der Electrip für den Einsatz in der Stadt gedacht ist, haben wir direkt im ersten Absatz erwähnt. Die von Ihnen erwähnten Features haben wir auch gesehen, jedoch sind diese hinsichtlich der besonderen Wintertauglichkeit eher schwach. Vieles scheint in der Tat eher auf die Stadt optimiert zu sein wie etwa die Vierrad-Lenkung oder die Auslegung des Fahrerplatzes mit den Kameras und der schmalen A-Säule. Angaben zu einer Wärmepumpe, einem speziellen Batteriemanagement oder der Effizienz der gewählten Heizlösung hat Letenda in der Tat nicht gemacht.Viele Grüße Sebastian Schaal
EdgarW
28.02.2022 um 11:46
Hallo Herr Schaal, danke für die Antwort! Ja das Bild war für mich wohl sehr viel prägnanter als der zugehörige Text ;-)Gezielte Flächen-Heizungen sind allerdings sehr viel effizienter, als die gesamte Innenraum-Luft aufzuwärmen. Sie geben im Falle der Sitzheizungen die Wärme direkt an den Körper der Passagiere ab und arbeiten im Fall der Fußbodenheizung zu großem Teil als Wärmestrahler. Sehr viel weniger Wärme geht so verloren, etwa wenn die Türen des Buses geöffnet werden. Und die Innenraumluft braucht hier beiweitem nicht so stark aufgeheizt zu sein.Gut nachvollziehbar ist das für mich immer an dem Beispiel, dass in Skigebieten oft bei Minustemperaturen auf den Restaurant-Terrassen gespeist oder auf den Liegen relaxt wird, mit deutlich weniger Bekleidgung als auf der Piste, während die Luft Minusgrade aufweist. Nötig sind dazu einzig die direkt Wärmestrahlung der Sonne und (nahezu) Windstille, dann wird auch winters gern mal richtig sonnengebadet.

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