Renault Trucks will ab 2023 zwei neue E-Lkw verkaufen

Renault Trucks erweitert das Elektro-Portfolio und hat für das erste Quartal 2023 die Markteinführung von zwei neuen Modellen mit bis zu 44 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht angekündigt: den Renault Trucks T E-Tech für den regionalen Verteilerverkehr und den Renault Trucks C E-Tech für den Baustellenverkehr. In Planung ist zudem ein weiterer E-Lkw für den Güterverkehr.

Die neuen Modelle werden im Renault-Trucks-Werk im französischen Bourg-en-Bresse produziert. Sie sind in verschiedenen Ausführungen erhältlich: als 4×2- und 6×2-Sattelzugmaschine sowie als 4×2-, 6×2- und 8×4-Tridem-Fahrzeug. Die Renault Trucks T und C E-Tech verfügen über zwei beziehungsweise drei Elektromotoren mit einer Gesamtleistung von bis zu 490 kW (666 PS) und sind zudem mit einem Optidriver-Getriebe ausgestattet.

Die Fahrzeuge verfügen je nach Kundenwunsch über zwei bis sechs Lithium-Ionen-Batteriepacks mit einer Kapazität von 180 bis 540 kWh. Eine vollständige Aufladung der Fahrzeugakkus kann in 9,5 Stunden mit Wechselstrom (bis zu 43 kW) beziehungsweise in 2,5 Stunden mit Gleichstrom (bis zu 250 kW) erfolgen, wie die Franzosen angeben. Die Reichweite mit einer einzigen Ladung liegt laut Hersteller bei bis zu 300 Kilometern. Mit einer zusätzlichen einstündigen Schnellladung (250 kW) kann sie auf 500 Kilometer verlängert werden, so Renault Trucks.

Mit der Erweiterung der Elektro-Baureihe begeht Renault Trucks einen weiteren Schritt im Rahmen seiner eMobility-Strategie und -Ziele: Bis 2030 möchte der Hersteller 50 Prozent seines Umsatzes mit Elektrofahrzeugen erzielen. Bis 2040 sollen 100 Prozent der vermarkteten Fahrzeuge lokal CO2-neutral fahren.

Ein weiteres Fahrzeug ist in der Planung – und zwar für den Güterverkehr in Innenstädten. Für das neue Projekt mit dem Namen „Oxygen“ hat sich Renault Trucks mit Geodis, Frachtsparte der französischen Staatsbahn SNCF, zusammengetan. Die beiden Unternehmen wollen ihr Know-how vereinen und einen völlig neuen elektrischen 16-Tonner zu ähnlichen Kosten (TCO) wie ein Dieselfahrzeug entwickeln, teilt Renault mit. Dabei sollen alle Einschränkungen und Nutzungen des städtischen Lieferverkehrs beachtet werden.

„Angesichts der ökologischen Dringlichkeit sowie des Wachstums des E-Commerce und der Einrichtung von Umweltzonen in den französischen Großstädten muss die Dekarbonisierung des Verkehrs zügiger vorangebracht werden“, erläutert Marie-Christine Lombard, Vorstandsvorsitzende von Geodis. „Dies ist das Ziel von Geodis und der Partnerschaft mit Renault Trucks. Im Sinne einer nachhaltigen Stadtlogistik möchten wir schnelle und konkrete Antworten geben.“

Die Auslieferung des im französischen Werk von Renault Trucks in Blainville-sur-Orne produzierten Prototyps ist für Ende 2022 geplant. 2023 soll das Fahrzeug auf Pariser Straßen getestet werden. Mit den Erkenntnissen daraus soll eine Phase der Fahrzeuganpassung und später Studie zur Optimierung der Gesamtbetriebskosten folgen.

Renault Trucks will zudem auch seinen Kunden umfassender zur Seite stehen. Deshalb hat das Unternehmen sein Angebot umstrukturiert: Das bisherige Angebot Z.E. Elektro-Lkw wird von E-Tech ersetzt, teilt das Unternehmen mit. Der Fokus: die Rundumbetreuung, die von der Planung der Anschaffung bis hin zum Monitoring der Elektro-Lkw-Einsätze reiche.
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4 Kommentare

zu „Renault Trucks will ab 2023 zwei neue E-Lkw verkaufen“
Nostradamus
10.03.2022 um 11:28
Was für ein Unsinn!- Das zulässige Gesamtgewicht wird von 40 auf 44 Tonnen aufgehoben um die Batteriegewicht zu kompensieren?!- Batteriegewicht wird 4-5 Tonnen, die wegen fehlenden Rohstoffen werden immer teurer und teurer!- Ladezeit von 2,5 bis 9,5 Stunden! Welche Unternehmen kann sich sowas leisten?!- Reichweite von nur 300 km?!
skeptiker
10.03.2022 um 15:29
Ist kein Unsinn. Ziel ist es nicht, damit verderbliche Waren quer durch Europa zu bringen.Es gibt Einsätze, wofür es passt. Zum Beispiel für Baufahrzeuge. Die fahren nicht so weit am Tag und sind über Nacht normalerweise auch nicht im Einsatz.
Jakob Sperling
10.03.2022 um 22:20
5 Tonnen Batterien für 300km. "Für den regionalen Fernverkehr" sagt alles.
Hans Gnann
15.03.2022 um 14:42
Lieber @Nostradamus, @Jakob Sperling:Tausende E-Busse fahren am Tag 300-400 km bei 22l/100 km ergibt das 202 € Treibstoffkosten.Ein E-Bus wenn er (mit heizen) 120kWh/100km braucht, benötigt am Tag 480 kW. Da öff. Betreiber den Strom günstig beziehen sind das bei 20 Cent dann knapp 100 €.Die gleiche Rechnung kann man für Aldi-Liefer-LKW's aufmachen, für Baustofftransporte, für Zimmerer, für Post-Verteiler-LKW, und und und. Über Long-haul reden wir dann später so in 1-2 Jahren, na gut 2-3 Jahren. Was mir in D fehlt ist die Chancen-denke, daran zu arbeiten, wie es gehen kann. Und nicht andauernd vor sich herzutragen "das wir nie was"...Übrigens mit E-Nfz kann man ordentlich THG-Quote erzielen, vielleicht bald auch Geld mit Peak-shaving verdienen und mit der eigenen PV-Anlage auf dem Gewerbedach seine Energie selbst erzeugen.

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