04.05.2022 - 13:41

Silizium-Anoden: Porsche steigt bei Group14 ein

Porsche hat sich als Leadinvestor an der Serie-C-Finanzierungsrunde von Group14 Technologies beteiligt. In der Runde konnte der Hersteller von Silizium-Kohlenstoff-Technologie für Lithium-Ionen-Batterien insgesamt 400 Millionen Dollar einnehmen.

Ein Viertel Gesamtsumme von umgerechnet 380 Millionen Euro stammt dabei von Porsche Ventures – die Investment-Tochter der Zuffenhausener hat nach eigenen Angaben 100 Millionen Dollar (95 Millionen Euro) investiert. Weitere Investoren aus der Serie-C-Runde stammen aus der Finanzbranche oder Batterieindustrie.

Group14 Technologies möchte mit der Kapitalerhöhung seine weltweite Produktion von Anodenmaterial für Lithium-Ionen-Batterien beschleunigen. Noch in diesem Jahr soll der Grundstein für eine weitere Fabrik zur Herstellung von Aktivmaterialien in den USA gelegt werden. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Woodinville im US-Bundesstaat Washington und betreibt dort bereits eine Produktionsanlage für Batterie-Aktivmaterialien – eine weitere Fabrik soll 2022 in Südkorea in Betrieb gehen. Bisher unterhält Group14 Partnerschaften mit dem slowakischen Unternehmen InoBat, Farasis und dem israelischen Batterieentwickler StoreDot.

„Group14 hat sich zum Ziel gesetzt, die Leistung heutiger Lithium-Ionen- und zukünftiger Festkörper-Batterien zu verbessern, um die globale Energiewende zu beschleunigen“, sagt Rick Luebbe, Mitbegründer und CEO von Group14. „Mit der Unterstützung eines breit gefächerten Konsortiums von Investoren strebt Group14 an, die nächste Generation der Silizium-Batterietechnologie zu entwickeln, um visionäre Automobilhersteller wie Porsche zu unterstützen.“

Wie Porsche mitteilt, wird Group14 künftig auch die Cellforce Group aus Tübingen beliefern, an der Porsche mehrheitlich beteiligt ist. Die Kooperation mit Group14 sichere Cellforce den Zugriff auf eine hochwertige Zukunftstechnologie. Cellforce baut derzeit seine Batteriefabrik nahe Reutlingen in Baden-Württemberg, geplanter Produktionsbeginn ist 2024. Cellforce will pro Jahr 100 MWh an Hochleistungs-Batteriezellen herstellen – vorrangig für Porsche.

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Viele Details zu den Zellen sind noch nicht bekannt. Porsche-Chef Oliver Blume hatte in der Vergangenheit davon gesprochen, dass der Autobauer an Zellen mit Silizium-Anode arbeite. Das hat später auch Cellforce bestätigt – um eine höhere Energiedichte und einen geringeren Innenwiderstand zu erzielen. Letzteres ist wichtig für die Energieaufnahme, etwa beim Rekuperieren oder Schnellladen.

Klar ist: Cellforce hat sich „nach einem intensiven Prüfprozess“ für Group14 als Hersteller „des aussichtsreichsten Silizium-Anodenmaterials für die Anforderungen von Porsche“ entschieden. „Das Anodenmaterial von Group14 hat Gamechanger-Potenzial auf dem Weg zu kürzeren Ladezeiten“, betont Markus Gräf, Geschäftsführer der Cellforce Group.

„Die Batteriezelle ist der Brennraum der Zukunft. Unser Ziel ist es, im weltweiten Wettbewerb um die leistungsstärkste Batteriezelle zu den führenden Unternehmen zu gehören“, sagt Lutz Meschke, stellvertretender Vorstandsvorsitzender und Vorstand für Finanzen und IT der Porsche AG. „Wir führen diese breit aufgestellte Finanzierungsrunde nicht ohne Stolz an. Sie zeigt, dass wir durch unsere Venture-Capital-Einheit Porsche Ventures inzwischen ein tiefes Verständnis für die Welt des Risikokapitals gewonnen haben.“

Auch aus technischer Sicht befürwortet Entwicklungsvorstand Michael Steiner die Beteiligung: „Die charakteristischen Eigenschaften der neuen Zell-Chemie – Schnellladen, hohe Performance und geringes Gewicht – zahlen unmittelbar auf den Markenkern von Porsche ein. Sie sind praktisch deckungsgleich mit den Entwicklungszielen, die wir unseren künftigen Elektro-Sportwagen ins Lastenheft schreiben.“
porsche.com

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