05.07.2022 - 11:18

26 Tonnen schwerer E-Lkw bewältig Leistungstest im Hochgebirge

Der Nutzfahrzeughändler Tschann hat zusammen mit der Errichtungs- und Betreibergesellschaft GROHAG erstmals einen schweren E-LKW im Hochgebirge in Österreich getestet. Das 26 Tonnen schwere Fahrzeug vom Model CF Electric des niederländischen Herstellers DAF bewältigte Steigungen von bis zu zwölf Prozent und insgesamt 3.350 Höhenmeter.

Die Teststrecke bestand aus jeweils etwa ein Drittel Autobahn (69 Kilometer), Landstraßen (48 Kilometer) und alpiner Panorama- sowie Hochgebirgsstraßen, nämlich der Großglockner Hochalpenstraße (68 Kilometer), wie die Unternehmen in einer Mitteilung angeben. Zweimal überquerte der DAF-CF-Electric-Sattelzug den Alpenhauptkamm.

Bei dem genutzten Sattelzug von DAF handelt es sich den Angaben nach um ein Serienmodell, das seinen Markteintritt bereits im Jahr 2018 hatte und „immer weiterentwickelt wurde“. Die Maximalleistung wird mit 240 kW angegeben.

Bereits bei der Anreise legte der CF-Electric-Sattelzug vom Standort der Firma Tschann in Salzburg Schallmoos bis zur Kassenstelle Ferleiten eine Strecke von 117 Kilometern und eine Höhendifferenz von 730 Metern zurück. Es folgte „der wesentliche Teil der Belastungsprüfung“. Von dort aus ging es auf die Großglockner Hochalpenstraße mit Ziel Kaiser-Franz-Josefs-Höhe: Über eine Strecke von 34 Kilometern überwand der elektrisch angetriebene Sattelzug weitere rund 2.000 Höhenmeter mit Steigungen bis zwölf Prozent, auf der Rückfahrt nach Ferleiten schaffte der E-Lkw nochmals 720 Höhenmeter. Durch Rekuperation bei der Talfahrt konnte ein großer Teil der beim Bergauffahren zusätzlich verbrauchten Energie zurückgewonnen werden.

Der ermittelte Energieverbrauch lag bei der Anfahrt von Salzburg zur Kassenstelle bei durchschnittlich 1,77 kWh/km. In Ferleiten hatte die Batterie noch 34 Prozent Restkapazität. Für den zweiten Testteil wurde das E-LKW noch einmal voll aufgeladen. Am Ende der Tour wies die Batterie noch einen Ladezustand von 45 Prozent auf. Damit ergebe sich für die anspruchsvolle Hochgebirgstour ein Verbrauch von durchschnittlich 2,7 kWh/km, schreiben die Unternehmen.

Tschann und GROHAG sehen sich durch den Test darin bestätigt, dass der Betrieb eines vollelektrischen LKW auch auf den neigungsreichen Strecken im Alpenraum problemlos möglich ist. „Wo, wenn nicht auf Österreichs anspruchsvollster und gleichzeitig schönster Hochgebirgsstraße, könnte man besser zeigen, wie viel zuverlässige Power in einem E-Lkw wie z. B. dem DAF CF im Electric steckt und wie mühelos Steigungen von bis zu 12 Prozent überwindet!“, sagt Tschann-Geschäftsführer Enrico Simma. „Unsere Kunden zeigen großes Interesse an Zero Emission Lösungen für den Gütertransport, waren aber gleichzeitig skeptisch, ob die Fahrzeuge, die sich im Flachland bereits bewährt haben, auch in einem gebirgigen Land wie Österreich einsetzbar sind.“

– ANZEIGE –


Doch: Während die technische Praxistauglichkeit nachgewiesen werden konnte und auch das Interesse der Transportwirtschaft groß sei, gebe es bisher auf Grund der hohen Investitionskosten für Nutzfahrzeuge und Ladeinfrastruktur in Österreich praktisch keine wirtschaftlich darstellbaren Einsatzmöglichkeiten, heißt es in der Mitteilung weiter. Die Unternehmen verweisen auf ENIN, eine Förderung für Emissionsfreie Nutzfahrzeuge und Infrastruktur, die voraussichtlich im August 2022 startet und eine Förderung für Emissionsfreie Nutzfahrzeuge und Infrastruktur umfasst. Gefördert werden dabei 80 Prozent der Mehrkosten für einen Elektro-Lkw und voraussichtlich 40 Prozent für Investitionskosten der Lade-Infrastruktur durch nicht rückzahlbare Investitionskostenzuschüsse gefördert. Weitere Ausschreibungen sollen in den Jahren 2023, 2024 und 2025 folgen.

DAF Trucks stellte im Januar des vergangenen Jahres die Serienversion seines zweiten rein elektrischen Lkw-Modells namens LF Electric vor. Einige Monaten zuvor zeigte der Herstellte die überarbeitete CF Electric. Bei dem Modell wurde die Reichweite des E-Lkw auf über 200 Kilometer verdoppelt. Da das Fahrzeug mit der neuen Batteriegeneration deutlich leichter ist, steigt auch die Nutzlast an.
ots.at

– ANZEIGE –


Stellenanzeigen

Projektmanager/in Transformation im Bereich Automotive (w/m/d)

Zum Angebot
bp

EV Roaming Partner Manager Germany (m/f/d)

Zum Angebot

Sales & Partner Manager (w/m/d)

Zum Angebot

8 Kommentare zu “26 Tonnen schwerer E-Lkw bewältig Leistungstest im Hochgebirge

  1. MaxMatern

    Das ganze ist natürlich ein Leistungstest. Dennoch sollte man sich im klaren darüber sein das der LWK kaum halbvoll war.
    https://www.youtube.com/watch?v=Lg3d4MO0SlY
    Von Ferleiten bis zum Ziel der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe hat der LKW, welcher über einen 350kWh Akku verfügt, genau diesen auf 20% runter genuckelt. Den Rest machte die Rekuperation.

    • Jokiki

      Im Video wird gesagt das bis zum Fuscher Törl 40% verbraucht wurden.
      Ich weiß nicht woher die 20% kommen sollten?

  2. Sebastian

    wow, 3 bis 3,5x teurer als ein Diesel Truck. Coole Aussage. Und bei dem Praxis Testverbrauch mag ich gar nicht meinen Taschenrechner bemühen was das für Kosten am HPC verursacht…
    aber das normale Entwicklungen am Beginn einer Hyperinflation.

    • Northbuddy

      Wenn der Verbrauch bei 270kWh/100km liegt, zahlt man bei 35ct/kWh (das zahle ich an Ionity) 94,50€/100km. Der LKW-Diesel liegt derzeit wohl bei 2€. Das Ganze wäre also ein Diesel-Verbrauch von ca. 47l/100km.
      Normal verbraucht ein solcher LKW wohl ca. 30l/100km. Jetzt wäre die Frage, was ein normaler LKW auf so einer Hochgebirgstour verbraucht. Ich kann mir aber vorstellen, das man da gar nicht so weit auseinander liegt, wie dies auf den ersten Blick erscheinen mag.

  3. Sebastian

    Ein Truck braucht so zwischen 28 und 50 Liter Diesel, je nach Anforderungen, Topografie, Beladung etc.
    .
    Bei HPC Kosten dachte ich eher an 50 bis 70 Cents. Diese „33 Cents bei xyz“ sind ganz nice, solange sie noch angeboten werden. Mit einer deftigen Energiekrise über Herbst/Winter sehe ich HPC Strom eher Richtung 1 Euro je kWh.
    .
    Sprit ist aktuell ja recht günstig… Benzin 1,70 Euro und Diesel 1,90 Euro

    • Sebastian

      posting sollte eigentlich unter Northbuddy
      06.07.2022 um 13:29 stehen.

  4. Jakob Sperling

    Wie wenn das je eine Frage gewesen wäre.
    Das kann man alles gut ausrechnen.
    Reiner Marketing-Gag.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Gefunden bei electrive.net
https://www.electrive.net/2022/07/05/26-tonnen-schwerer-e-lkw-bewaeltig-leistungstest-im-hochgebirge/
05.07.2022 11:23